
Tigst Assefa gewinnt Berlin-Marathon in 2:11:04 mit gerissener Achillessehne und wird operiert
Die äthiopische Läuferin absolvierte am Sonntag die letzten Kilometer des Rennens, bevor sie am Montag nach Bayern zur Operation geflogen wurde und mit einer Wettkampfpause von bis zu sieben Monaten rechnen muss.
Wettkampfverlauf und Verletzung
Äthiopische Langstreckenläuferin Tigst Assefa gewann am Sonntag, 27. September 2026, den Berlin-Marathon, nachdem sie den letzten Abschnitt des Rennens trotz eines kompletten Risses ihrer rechten Achillessehne absolviert hatte. Die 29-jährige Athletin hielt bis zur 35-Kilometer-Marke Weltrekordtempo, bevor Beinschmerzen ihr Tempo sinken ließen. Die Beschwerden begannen zunächst bei Kilometer 31 und verstärkten sich ab Kilometer 40 deutlich. In den letzten zwei Kilometern trennte sich die Sehne zunehmend und verlor ihre strukturellen Fasern, sodass Assefa sichtbar humpelte und mit dem rechten Fuß keinen Vortrieb mehr erzeugen konnte. Sie überquerte die Ziellinie in 2 Stunden, 11 Minuten und 4 Sekunden, bevor sie im Zielbereich zusammenbrach.
Ihr Manager Gianni Demadonna schilderte den Verlauf der Verletzung und ihren körperlichen Zustand in der Schlussphase.
Die Schmerzen begannen bei Kilometer 31, und ab Kilometer 40 wurden sie sehr stark. Es ist unglaublich, wie sie mit dieser Verletzung und diesen Schmerzen weitergelaufen ist, um das Rennen zu gewinnen.
Weltrekordtempo und historische Einordnung
Die Siegerzeit von 2:11:04 sicherte Assefa ihren dritten Titel in Berlin und bedeutete eine neue persönliche Bestleistung. Diese Leistung ist die drittschnellste Marathonzeit der Frauengeschichte, nur hinter dem Weltrekord von 2:09:56, den Kenias Ruth Chepngetich vor zwei Jahren in Chicago aufstellte. Chepngetich ist derzeit nach einem positiven Dopingtest vorläufig suspendiert. Unmittelbar nach dem Rennen bestätigte Berlin-Marathon-Direktor Mark Milde, dass Assefa eine Verletzung der rechten Achillessehne erlitten hatte. Demadonna merkte an, dass Assefa zwar enttäuscht war, den Weltrekord verpasst zu haben, nachdem sie 40 Kilometer das erforderliche Tempo vorgegeben hatte, aber das Ziel unter solch schweren körperlichen Schäden zu erreichen, sei außergewöhnlich.
- Erste Schmerzen entwickeln sich in Assefas rechter Achillessehne
- Tempo sinkt leicht, während Führung gehalten wird
- Schmerzen verstärken sich stark, während Sehnenfasern zu reißen beginnen
- Assefa gewinnt in 2:11:04 mit vollständig abgelöster Sehne
- Mit Privatjet nach Bayern geflogen, mit Immobilisationsstiefel
- Unterzieht sich einer operativen Reparatur in einer Spezialklinik in Murnau
Spezialisierte Operation in Bayern
Am Sonntagabend organisierte ein Unternehmenssponsor einen Privatflug, um Assefa von Berlin nach Bayern zur dringenden medizinischen Versorgung zu bringen. Sie postete auf Instagram ein Foto, das ihren rechten Fuß in einem speziellen medizinischen Immobilisationsstiefel in der Flugzeugkabine zeigt. Am Montag, den 28. September 2026, operierten orthopädische Chirurgen ihre gerissene Sehne in einer spezialisierten Sportverletzungsklinik in Murnau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen in Bayern. Dieselbe Klinik hatte in den letzten Monaten bereits den Bayern-München- und deutschen Nationalspieler Jamal Musiala wegen Sehnenproblemen behandelt.
Demadonna bestätigte, dass der chirurgische Eingriff dem geplanten medizinischen Protokoll folgte, und beschrieb den physischen Zustand der Sehne bei der Ankunft.
In den letzten zwei Kilometern verlor die Sehne alle ihre Fasern und war im Ziel vollständig gerissen. Sie konnte sich nicht mehr bewegen.
Rehabilitationszeitplan und Karrierehintergrund
Der Genesungsprozess erfordert, dass Assefa für sechs Wochen auf alle Laufaktivitäten verzichtet, gefolgt von einer geschätzten Wettkampfpause von sechs bis sieben Monaten. Ihr Management-Team äußerte die Hoffnung, dass sie rechtzeitig für den London-Marathon im April 2027 genesen wird. Die Athletin war zuvor nach einer separaten Achillessehnenverletzung im Jahr 2016 vom Mittelstreckenlauf zum Marathon gewechselt. Demadonna betonte, dass die Erholungsphase zwar lang sein werde, der chirurgische Eingriff jedoch die Grundlage für ihre spätere Rehabilitation gelegt habe.


