Argentinien besiegt England 2:1 im WM-Halbfinale durch Last-Minute-Tor von Lautaro Martinez – Tränen und Tuchel-Kritik
Ein Tor in der Nachspielzeit von Lautaro Martinez bescherte Argentinien einen 2:1-Sieg über England im WM-Halbfinale in Atlanta, löste einen emotionalen Ausbruch des Stürmers und scharfe Kritik an den Auswechslungen von Englands Trainer Thomas Tuchel aus.
Foulreiches erstes Halbzeit weicht einem hektischen Finale
Das Halbfinale in Atlanta begann chaotisch, die erste Halbzeit war geprägt von wiederholten Fouls und Konfrontationen statt flüssigem Fußball. Keine Seite fand einen Rhythmus in einer Phase, die wenig Angriffsqualität bot. Das Tempo zog nach der Pause an, und beide Teams kamen zu Chancen. England ging in Führung, doch Argentinien glich aus und bereitete so ein spannendes Finale vor. Die Partie blieb bis tief in die Nachspielzeit hinein offen, als Argentiniens Joker Lautaro Martinez zuschlug und seine Mannschaft ins WM-Finale schoss.
Lautaro Martinez bricht zusammen
Nach dem Schlusspfiff erschien der Matchwinner Lautaro Martinez zu einem Fernsehinterview, konnte aber kaum sprechen. Mit Mühe die Tränen zurückhaltend, versuchte er, die Emotionen hinter seinem Tor zu erklären, und erinnerte an seine schwierige Kindheit und die Opfer seiner Eltern. Der Stürmer wechselte mit sehr wenig von Racing Avellaneda, und der Moment versetzte ihn sofort zurück in diese frühen Kämpfe.
Ich habe immer davon geträumt, seit mein Vater mir meine ersten Fußballschuhe kaufte. Als ich zu Racing Avellaneda ging, konnte ich mir nichts leisten. Das ist für mich mehr wert als das Tor. Mehr als ein Finale. Ich habe meine beiden Kinder hier, sie haben mein Leben verändert. Ich genieße alles. Ich genieße meine Tochter. Ich bin ein Mann und genieße das Leben.
Tuchels Entscheidungen in der Kritik
Englands frühe Führung in der zweiten Halbzeit wurde zunichte gemacht, nachdem Trainer Thomas Tuchel Auswechslungen vornahm, die englische Medien als kostspielig bezeichneten. Die Sun beschrieb die Folgen als „World of pain“, und die Süddeutsche Zeitung brachte die Stimmung mit einer Schlagzeile auf den Punkt, die fragte: „Was für ein Chaos, Tuchel!“ Englands Kapitän Harry Kane und Mittelfeldspieler Jude Bellingham blieben beide hinter den Erwartungen zurück, während Lionel Messi eine zentrale Rolle im Aufbäumen Argentiniens spielte, das Spiel beeinflusste und das Team nach vorne trieb.
Was für ein Chaos, Tuchel!
Schweinsteiger würdigt Argentiniens Identität
Der ehemalige Weltmeister Bastian Schweinsteiger, der als Experte für die ARD arbeitete, verfolgte das Spiel mit einer Mischung aus Wehmut und Bewunderung. Er hatte Argentinien 2014 im Finale besiegt, sah nun aber eine Mannschaft, die mit einer anderen Art von Geist spielte. Schweinsteiger lobte Cheftrainer Lionel Scaloni dafür, eine fast übernatürliche Verbindung zwischen den Spielern und ihren Fans geschaffen zu haben.
Dieser Stolz, mit dem die Spieler für die Fans spielen, ist unglaublich. Es war verdient. Es war wieder hart, aber sie haben das Spiel erneut gedreht. Unglaublich. Diese Kraft, die Argentinien erschaffen hat: Hut ab!
Spanien wartet in New Jersey
Der Sieg bereitet ein Finale gegen Spanien am Sonntag in New Jersey vor. Die spanischen Medien haben das Duell schnell als „finalissima“ getauft, und Argentinien wird nun versuchen, den emotionalen Schwung aus der Halbfinal-Wende mit ins Spitzenspiel zu nehmen. Für England hat die Aufarbeitung von Tuchels taktischen Entscheidungen bereits begonnen.
- Viele Fouls und Konfrontationen, wenig flüssiger Fußball
- England geht in Führung
- Argentinien gleicht aus
- Lautaro Martinez erzielt das Siegtor


