
- 2021Taubheitsgefühl in den Zehen breitet sich auf die Beine aus, es folgen Tests und die MS-Diagnose
- August 2021Applegate macht ihre MS-Diagnose öffentlich
- 20.10.In ihrem Podcast MeSsy sagt Applegate, Ärzte hätten ihr mitgeteilt, dass sie keine MS habe
Eine Diagnose, die on air zurückgenommen wird
Christina Applegate, 54, sagte den Hörerinnen und Hörern ihres Podcasts MeSsy, Ärzte hätten ihr mitgeteilt, dass sie keine Multiple Sklerose habe. Die beiden neuen Folgen, aufgenommen mit ihrer Schauspielkollegin Jamie-Lynn Sigler, wurden am Dienstag, 20. Oktober 2026, auf YouTube veröffentlicht und waren Applegates erster Podcast-Auftritt seit März. Ihre MS-Diagnose hatte sie im August 2021 öffentlich gemacht. Sie schilderte den Termin, bei dem ihr die Nachricht überbracht wurde: Ein Arzt habe ihr Zimmer betreten und ihr gesagt, sie habe die Krankheit nicht – ein Moment, der sie eher unglücklich als erleichtert zurückließ. Freunde und Kollegen in ihrem Umfeld hätten sich darüber gefreut, sie selbst aber nicht.
Symptome unverändert, Mobilität schlechter
Applegate sagte, die Nachricht habe ihre Gesundheit nicht verbessert. Sie brauche weiterhin einen Rollstuhl, um in die Praxis ihres Arztes zu gelangen, und könne nicht vom Auto bis in den Untersuchungsraum laufen; ihren Zustand beschrieb sie als möglicherweise schlechter als zuvor. Sie leide weiterhin unter den Symptomen, die typischerweise mit MS verbunden werden, weshalb die Rücknahme der Diagnose sie ratlos zurücklasse.
„Nichts Magisches ist passiert, als sie sagte: „Sie haben keine MS.“ Nichts Magisches ist passiert.“
Ihre Ärzte sollen weitere Untersuchungen vornehmen, um zu klären, was bei der Diagnose 2021 schiefgelaufen ist und was ihre Symptome verursacht. Laut ihrer Schilderung im Podcast begannen die Symptome 2021 mit einem Taubheitsgefühl in den Zehen, das sich über die Beine ausbreitete; zahlreiche Tests folgten, bevor die MS-Diagnose stand.
Die Erklärung verlieren
Applegate beschrieb das MS-Etikett als den Grund dafür, dass ihre Tage so schwer gewesen seien, und sagte, sie habe das Gefühl, Menschen enttäuscht zu haben, nachdem sie an der Seite von Sigler, die ebenfalls mit MS lebt, zu einem öffentlichen Gesicht der Krankheit geworden war. Die Diagnose habe ihr Leben zum Stillstand gebracht, sagte sie, und sie beschrieb eine schwere Depression, den Verlust ihrer Arbeit und den Verlust von vielem anderen. Applegate zog sich aus der Schauspielerei zurück, nachdem sie ihre Rolle in „Dead to Me“ abgeschlossen hatte; ihre Memoiren „You With the Sad Eyes“ erschienen im März.
„Ich habe alles verloren. Ich habe meinen Job verloren.“
Was Neurologinnen und Neurologen über Fehldiagnosen sagen
In der zweiten Folge sagte Marwa Kaisey, Neurologin am Cedars-Sinai Medical Center, Fehldiagnosen von MS seien häufig. Sie erklärte, es gebe keinen einzelnen Test, der die Krankheit bestätige, anders als etwa bei einem Schwangerschaftstest; stattdessen arbeiteten Ärzte eine Reihe von Kriterien ab, bevor sie zu einer Diagnose kämen. Kaisey bezifferte den Anteil der Menschen mit einer MS-Diagnose, die die Krankheit tatsächlich nicht haben, auf nahezu jeden fünften. Applegates Fall zeige nach ihrer Darstellung, wie der Prozess bei Patientinnen und Patienten schiefgehen könne, die mit MS-ähnlichen Symptomen vorstellig würden; die Ursache dieser Symptome hätten ihre Ärzte bislang nicht erklärt.