
Apple senkt EU-App-Store-Gebühren und ersetzt Installationsgebühr zur Einhaltung des Digital Markets Act
Apple wird seine installationsabhängige Core Technology Fee durch eine 5%ige Provision ersetzen und die App-Store-Kaufsätze in der gesamten Europäischen Union ab dem 1. Oktober 2026 auf 26% senken.
Überarbeitung des EU-Gebührenmodells
Apple kündigte am 18. August 2026 an, dass es seine Geschäftsbedingungen für Softwareentwickler in der gesamten Europäischen Union überarbeiten wird und ab dem 1. Oktober 2026 eine einheitliche Gebührenstruktur einführt. Der überarbeitete Rahmen beseitigt die installationsabhängige Core Technology Fee, die Entwicklern zuvor 0,50 Euro für jede jährliche Installation über 1 Million Downloads außerhalb des App Store berechnete. Apple schaffte auch seine anfängliche Akquisitionsgebühr und die Store-Service-Gebühr ab und ersetzte das bisherige System durch eine 5%ige Core Technology Commission, die auf digitale Transaktionen in Apps erhoben wird, die über Drittanbieter-Marktplätze oder direkte Web-Downloads vertrieben werden. Die Änderungen sollen Apples Geschäftsmodell in Europa an die Anforderungen des Digital Markets Act der Europäischen Union anpassen.
Umstrukturierte Provisionen und duale Zahlungssysteme
Nach dem überarbeiteten Zeitplan zahlen Entwickler, die Apples proprietäres In-App-Kaufsystem im Standard-App Store verwenden, eine Provision von 26%, reduziert von der üblichen Basis von 30%. Entwickler, die für das App Store Small Business Program, das Mini Apps Partner Program oder das Video Partner Program qualifiziert sind, zahlen einen ermäßigten Satz von 15%, der auch für automatisch verlängerte Abonnements nach dem ersten Jahr gilt. Transaktionen, die über alternative Zahlungsmaschinen innerhalb einer App Store-App abgewickelt werden, unterliegen einer Provision von 20%, die für Programmteilnehmer auf 10% sinkt, während externe Web-Kauf-Links eine Gebühr von 15% bzw. 10% zu ermäßigten Konditionen auslösen. Entwickler können erstmals auch Apples In-App-Abrechnung mit Zahlungsoptionen Dritter innerhalb einer einzigen App kombinieren, sofern sie sich für mindestens 12 Monate auf ihre gewählte Konfiguration festlegen.
Apple erläuterte die Absicht hinter der überarbeiteten Struktur in einer offiziellen Mitteilung.
Diese Änderungen lösen Apples Meinungsverschiedenheiten mit der Kommission über Geschäftsbedingungen und alternative Vertriebswege.
- Apple In-App Purchase
- 26 %
- Alternative In-App-Zahlung
- 20 %
- Externer Web-Link-Kauf
- 15 %
- Alternativer Store oder Web-Download
- 5 %
Kindersicherheitsregeln und Marktplatzberechtigung
Die aktualisierte Richtlinie führt neue Transaktionsbeschränkungen für Minderjährige und spezifische Zulassungskriterien für Web-Distributoren in der gesamten Europäischen Union ein. Software, die in der Kategorie „Kinder“ des App Store gelistet ist, darf keine externen Web-Links zum Abschluss von Käufen einbetten. Benutzer unter 13 Jahren dürfen keine In-App-Transaktionen über externe Websites durchführen, während Benutzer unter 18 Jahren die elterliche Zustimmung einholen müssen, bevor sie Käufe über alternative Zahlungsabwickler oder externe Web-Kanäle abschließen. Um Software direkt aus dem Web zu vertreiben, müssen Betreiber unternehmerische Qualifikationen erfüllen, wie z. B. ein börsennotiertes Unternehmen zu sein oder eine von einem zugelassenen Wirtschaftsprüfer durchgeführte Prüfung vorzulegen.
Regulierungsweg und Reaktion der Europäischen Kommission
Die politischen Anpassungen folgen mehrjähriger Prüfung im Rahmen des Digital Markets Act, der 2022 in Kraft trat, um zu verhindern, dass Plattformbetreiber den Marktwettbewerb einschränken. Die Europäische Kommission erließ im April 2025 eine Nichtkonformitätsentscheidung und verhängte eine Geldstrafe von 500 Millionen Euro (damals 570 Millionen Dollar) gegen Apple, nachdem sie festgestellt hatte, dass die Anti-Steering-Regeln des Unternehmens die Kommunikation der Entwickler unfair einschränkten. Im Juli 2026 scheiterte Apple mit dem Versuch, iOS und den App Store vom Anwendungsbereich der Verordnung auszuschließen. Beamte der Europäischen Union bestätigten, dass sie die Einführung der überarbeiteten Bedingungen in den Mitgliedstaaten überwachen werden.
Ein Sprecher der Europäischen Kommission erläuterte die regulatorische Haltung nach der Ankündigung.
Nach der heutigen Ankündigung wird die Kommission die wirksame Umsetzung der neuen Bedingungen durch Apple überwachen. Nach dem DMA haben Nutzer in der EU ein Recht auf vollständige und wirksame Wahlmöglichkeit alternativer App-Vertriebskanäle.
- Europäische Union erlässt den Digital Markets Act zur Regulierung des digitalen Plattformwettbewerbs
- Europäische Kommission verhängt 500 Millionen Euro Geldstrafe gegen Apple wegen Anti-Steering-Regeln im App Store
- Apple verliert rechtlichen Versuch, iOS und den App Store von der Regulierung des Digital Markets Act auszunehmen
- Apple kündigt einheitliche EU-Gebührenstruktur an und schafft installationsabhängige Download-Gebühren ab
- Überarbeitete Provisionssätze und alternative Zahlungsbedingungen treten in der Europäischen Union in Kraft
