
Ex-PNL-Chef Crin Antonescu reißt Ilie Bolojans außerordentlichen Parteitag als „Kongress der Verräter“ in den Schmutz
Crin Antonescu, der frühere Vorsitzende der rumänischen Nationalliberalen Partei (PNL) und ihr Präsidentschaftskandidat für 2025, hat am Sonntag einen beißenden Angriff gestartet, nachdem ein außerordentlicher Parteitag vom geschäftsführenden Ministerpräsidenten Ilie Bolojan dominiert wurde. Er bezeichnete die Veranstaltung als „Kongress der Verräter“ und warf der neuen Führung vor, die Geschichte der Partei zu verfälschen.
Ein Parteitag und seine Folgen
Die Nationalliberale Partei hielt am Sonntag, den 21. Juni, ihren außerordentlichen Parteitag ab, der Ilie Bolojans Machtposition in der Partei festigte. Innerhalb weniger Minuten nach dem Abschluss veröffentlichte der frühere Parteivorsitzende Crin Antonescu einen hitzigen Facebook-Beitrag, der den Ton für eine Welle interner Kritik vorgab.
In 36 Jahren habe ich nie etwas gesehen, das dem Begriff 'Verrat' besser entsprochen hätte als der heutige außerordentliche PNL-Parteitag. Ich habe nie so viel Hochstapelei, Schamlosigkeit, Niedertracht und, kurz gesagt, so viel Verrat gesehen.
Antonescus Beitrag mit dem Titel 'Congresul trădătorilor' (Der Kongress der Verräter) fand später auch in einem Fernsehauftritt auf Antena 3 ein Echo. Auch andere Parteigrößen, darunter Alina Gorghiu, Rareș Bogdan und Hubert Thuma äußerten Unmut.
Die Vorwürfe des Geschichtsrevisionismus
Antonescu beschuldigte das Team um Bolojan, „die Geschichte im reinsten kommunistischen Stil zu verfälschen“. Er wies auf das Fehlen wichtiger PNL-Persönlichkeiten bei der Veranstaltung hin. Der frühere Ministerpräsident Călin Popescu Tăriceanu, unter dem Rumänien der EU beitrat, war nicht eingeladen, ebenso wenig wie die früheren Ministerpräsidenten Florin Cîțu oder Nicolae Ciucă – der jüngste Präsidentschaftskandidat der Partei.
Sie haben uns aus dem Bild geschnitten, wie Oana Gheorghiu es mit Nicușor gemacht hat. Tăriceanu hat es nicht gegeben. Mich gab es nicht. Florin Cîțu und Nicolae Ciucă hat es nicht gegeben.
Er verspottete auch die Rede des neu gewählten Generalsekretärs Robert Sighiartău und nannte ihn einen „Balljungen aus dem Goldenen Zeitalter des Băsismus“, womit er sich auf die Ära des früheren Staatspräsidenten Traian Băsescu bezog.
Die Hausmetapher und das „securisto-sorosistische“ Netzwerk
In seinem Fernsehinterview verglich Antonescu die PNL mit einem alten Haus, das von Fremden bewohnt werde, wobei Bolojan der frühere Eigentümer sei, der ihnen den Schlüssel übergeben habe. Diese „Fremden“ identifizierte er als ein „securisto-sorosistisches Netzwerk“, ein Begriff, mit dem er die Ausrichtung der Partei mit dem früheren Geheimdienstchef Florian Coldea und der früheren Anti-Korruptions-Staatsanwältin Laura Codruța Kövesi in Verbindung brachte, wobei er anmerkte, er könne nicht sagen, ob die beiden direkt beteiligt seien.
Bolojan hat die Spiele für dieses securisto-sorosistische Netzwerk gemacht, das Coldea-Kövesi-Netzwerk. Ich weiß nicht, ob Frau Kövesi und Coldea persönlich involviert sind, aber das ist die Kultur, die Philosophie, das sind die Leute, denen Bolojan den Schlüssel übergeben hat.
Bolojans Team und seine Kritiker
Antonescu beschrieb Bolojan als einen „katastrophalen Premierminister“ „ohne Gedanken, ohne Idee und ohne Gefühl für den konkreten Menschen“ – ob Unternehmer, Angestellter, Rentner, Schüler oder Student. Er behauptete, Bolojans Auswahlkriterien seien „das Băsismus von gestern, das Sorosismus von heute und Mittelmäßigkeit“, mit Ausnahme des langjährigen Politikers Dan Motreanu, dessen „reformerisches“ Image er lächerlich machte.
Alina Gorghiu, die den designierten Ministerpräsidenten Adrian Veștea unterstützt, sagte auf Facebook, Bolojan „habe Angst“, während Rareș Bogdan vor einer „Userisierung der PNL“ warnte und einen Parallel zur Rettet-Rumänien-Union (USR) und ihren Basisbewegungen zog. Dennoch brachte der Parteitag einen entscheidenden Sieg für Bolojan und bestätigte seine Kontrolle über die Partei.


