
Römisches Schiffswrack mit Hunderten Amphoren vor der Küste Siziliens entdeckt
Archäologen haben ein rund 2.100 Jahre altes römisches Schiffswrack in mehr als 46 Metern Tiefe vor Mazara del Vallo, Sizilien, entdeckt, mit Hunderten gut erhaltener Amphoren, die noch an Ort und Stelle liegen. Der italienische Kulturminister Alessandro Giuli bezeichnete es als einen der bedeutendsten archäologischen Funde der letzten Jahre.
Die Entdeckung
Taucher entdeckten ein römisches Schiffswrack wenige Kilometer vor der Küste von Mazara del Vallo, einer Hafenstadt in der Provinz Trapani an der Südwestküste Siziliens. Das Wrack liegt auf einem sandigen Meeresboden in einer Tiefe von mehr als 46 Metern, wie erste Untersuchungen von Unterwasserarchäologen ergaben. Das portugiesischsprachige Portal Notícias ao Minuto gibt die Tiefe mit fast 50 Metern an. Nach ersten Untersuchungen wird das Schiff als außergewöhnlich gut erhalten und noch weitgehend in seiner ursprünglichen Position liegend beschrieben, ein Zustand, den Unterwasserarchäologen teilweise auf den sandigen Untergrund zurückführen. Zahlreiche Amphoren befinden sich noch im Bereich des Schiffsrumpfs, ein Detail, das Forscher Rückschlüsse sowohl auf die Ladung als auch auf die Bauweise des antiken Handelsschiffs ziehen lässt.
Das italienische Kulturministerium datiert das Schiff auf das 2. oder 1. Jahrhundert v. Chr. und ordnet es damit der Zeit der Römischen Republik zu, der Ära vor der Kaiserzeit, die bis 27 v. Chr. andauerte. Das Schiff ist etwa 2.100 Jahre alt. Videomaterial von Teilen des Wracks wurde von der italienischen Nachrichtenagentur Ansa veröffentlicht und zeigt Abschnitte der versunkenen Überreste auf dem Meeresboden.
Die Ladung
Hunderte von Amphoren wurden an der Fundstelle gefunden, viele vollständig intakt und noch innerhalb des Bereichs des Schiffsrumpfs. Die Amphoren sind vom Typ Dressel 1A, einer Keramikform, die während der Römischen Republik weit verbreitet war und laut Kulturministerium speziell mit dem Weintransport in Verbindung gebracht wird. Diese Gefäße wurden von den Römern zur Lagerung und zum Handel von Gütern wie Wein und Öl verwendet. Taucher-Aufnahmen zeigen die Amphoren auf dem Meeresboden. Die Quellen unterscheiden sich hinsichtlich der genauen Anzahl der geborgenen Stücke. Deutschsprachige Medien wie Der Standard und newsORF.at berichten von etwa 500 Amphoren, während das portugiesischsprachige Notícias ao Minuto 100 nennt. Das niederländischsprachige VRT NWS spricht von „Hunderten“, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Neben den Keramikgefäßen wurden auch Bleiteile des Schiffs am Fundort entdeckt. Der niederländische Artikel erwähnt „verschiedene Bleischiffsteile“, während der portugiesische Artikel zwei Bleigegenstände und eine weitere Bleistruktur nennt, so die Erklärung des Kulturministeriums.
Offizielle Reaktion
Der italienische Kulturminister Alessandro Giuli bezeichnete den Fund als einen der bedeutendsten archäologischen Funde der letzten Jahre. Die Ankündigung erfolgte über eine Erklärung des Kulturministeriums, in der Giuli zitiert wurde.
Das Meer offenbart uns weiterhin wertvolle Fragmente unserer Geschichte, und das Wrack von Mazara del Vallo spricht zu uns von den Völkern, den Routen und dem Austausch, die das Mittelmeer zu einem Knotenpunkt der Zivilisationen gemacht haben.
Nächste Schritte
Giuli erklärte, dass die Forschung fortgesetzt werde, um mehr über die Geschichte des Wracks zu erfahren und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Fundstelle wird von der Superintendence of the Sea untersucht, einer Behörde der sizilianischen Regionalregierung, die für den Schutz, die Erforschung, die Inventarisierung, die Überwachung und die Förderung des maritimen Kulturerbes in sizilianischen Gewässern zuständig ist. Der Aufgabenbereich der Behörde umfasst das gesamte maritime Kulturerbe in den Meeren um Sizilien, und das Wrack von Mazara del Vallo unterliegt ihrem gesamten Zuständigkeitsbereich, von der ersten Dokumentation bis zur langfristigen Präsentation.


