KI-generiert·Mehr erfahren
© Le Soir
Regierung·vor 2 Std.

Zehntausende marschieren in Brüssel gegen ‚unverantwortliche Militarisierung‘ vor EU-Gipfel

Zehntausende demonstrierten am Sonntag in Brüssel gegen steigende Militärausgaben und Kürzungen im Sozialwesen, wenige Tage vor einem Gipfeltreffen des Europäischen Rates, das voraussichtlich zusätzliche 800 Milliarden Euro für Rüstungsausgaben billigen wird.

Teilnehmerzahl und Route

Mehrere tausend Menschen versammelten sich am Nachmittag des 14. Juni 2026 im Brüsseler Stadtzentrum; die Organisatoren sprachen von 12.000 Teilnehmern, die Polizei schätzte die Zahl auf rund 3.000. Der Marsch startete am Bahnhof Brüssel‑Nord, führte entlang des inneren Rings und der Rue Joseph II und endete am Place Jean Rey im Europaviertel.

Schätzungen der Teilnehmerzahl · Menschen
Polizeischätzung
3000 Menschen
Angabe der Organisatoren
12000 Menschen

Hauptkritikpunkte

Die Kundgebung, die unter dem Motto „Wohlfahrt statt Krieg“ von Dutzenden belgischen und europäischen zivilgesellschaftlichen Gruppen organisiert wurde, richtete sich gegen das, was die Veranstalter die „unverantwortliche Militarisierung unserer Gesellschaft“ nannten. Sie verurteilten den Plan der Europäischen Union, 800 Milliarden Euro in Rüstungsgüter zu stecken, und das Bestreben der NATO, ihr Militärbudget nahezu zu verdoppeln.

Dieses Geld wird den Sozialdiensten, dem Gesundheitswesen, der Bildung, der Beschäftigung, der Friedenskonsolidierung, der internationalen Zusammenarbeit, der nachhaltigen Energiewende und der Klimagerechtigkeit entzogen.

Protestorganisatoren

Zu dem Bündnis gehörten die Gewerkschaften FGTB und CSC, die Belgisch-Palästinensische Vereinigung, 11.11.11, die PTB-Partei, Greenpeace und Oxfam Belgien.

Innenpolitischer Aspekt

Die Protestierenden argumentierten, dass sich dieselbe Dynamik in Belgien abspiele. In einer Erklärung der Organisatoren hieß es, die belgischen Verteidigungsausgaben seien zwischen 2024 und 2025 um 59 Prozent gestiegen, während tiefe Sozialkürzungen als unvermeidlich dargestellt würden.

Wir beobachten diesen europäischen Trend auch in Belgien, wo massive Sozialeinsparungen als notwendig dargestellt werden, während zusätzliche Militärausgaben ohne Debatte bewilligt werden.

Demonstrationsplattform

Forderungen nach einer anderen Sicherheitspolitik

Die Plattformen „Stop militarisation“ und „Stop rearm Europe“ forderten die Regierungen auf, die menschlichen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Ein Spruchband auf dem Marsch trug die Aufschrift „Finanziert Sozialhilfe, nicht Krieg“. Eine weitere Botschaft des Bündnisses betonte, dass nachhaltige Entwicklung die beste Garantie für eine sichere und stabile Gesellschaft und damit für Konfliktprävention sei.

Stimmen aus der Menge

Ein Demonstrant namens Chris, der vor dem Abmarsch interviewt wurde, sagte: „Überall hört man den Klang von Stiefeln, und wir wollen den Krieg vermeiden.“ Er verband die innenpolitischen Härten mit den Vorbereitungen auf einen Konflikt und argumentierte, dass junge Menschen bald keine Arbeitsplätze und keinen Zugang zu erschwinglicher Bildung mehr hätten und dadurch zu Zielen für Rekrutierungen würden.

Zeitlicher Rahmen vor dem Gipfel

Die Demonstration war bewusst so gelegt, um vor dem für den 18. und 19. Juni in Brüssel anberaumten Treffen des Europäischen Rates ein Signal zu senden. Die Organisatoren erklärten, sie wollten den Widerstand gegen die Aufrüstungsagenda der EU vereinen und zum Ausdruck bringen und gleichzeitig die ihrer Ansicht nach damit verbundenen sozialen Kompromisse aufzeigen.

Brüssel

5 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft