Konflikte · Shirka und Addis Abeba

Bewaffnete Angriffe in Äthiopiens Oromia töten mehr als 40 Menschen – Kirche spricht von über 60

Bewaffnete Männer haben am Samstag, 24. Oktober, eine orthodoxe Kirche und Häuser im Distrikt Shirka in Äthiopiens Region Oromia angegriffen, rund 270 Kilometer südlich von Addis Abeba. Die gemeldeten Opferzahlen reichen von mehr als 40 bis über 60.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Nasz Dziennik, BBC, Notícias ao Minuto und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Shirka, Addis Abeba · Äthiopien
Wie es dazu kam
  1. Juli 2026Bericht des Äthiopischen Menschenrechtsrats zählt 458 Tote in der Region binnen vier Jahren
  2. 24.10.Bewaffnete greifen Dörfer im Distrikt Shirka an, darunter eine orthodoxe Kirche
  3. 26.10.Orthodoxe Kirche meldet mehr als 60 Getötete, Anwohner nennen 51 und mehr als 40

Angriffe auf Dörfer in Shirka

Bewaffnete Männer haben am Samstag, 24. Oktober mehrere Dörfer in Oromia angegriffen, der bevölkerungsreichsten Region Äthiopiens mit rund 40 Millionen Einwohnern. Anwohner und ein Vertreter der Kirche sagten gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse, die Bewaffneten hätten eine orthodoxe Kirche und die umliegenden Häuser im Distrikt Shirka angegriffen, rund 270 Kilometer südlich von Addis Abeba. Die Heilige Synode der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche erklärte, 20 Häuser seien niedergebrannt worden, machte aber keine Angaben dazu, wer dafür verantwortlich ist. Sicherheitskräfte erreichten den Ort, doch nach Angaben eines Kirchenvertreters konnten sie den Angriff auf drei Gebiete des Distrikts nicht stoppen. Viele Anwohner sind seitdem geflohen.

Opferzahlen und Beisetzungen

Die Angaben unterscheiden sich je nach Quelle. Ein Anwohner sagte AFP, die Gesamtzahl liege bei 51 Menschen, andere Befragte nannten mehr als 40 Tote und erklärten, die Leichen seien in Massengräbern beigesetzt worden. Ein am Montag, 26. Oktober, veröffentlichter Bericht nannte unter Berufung auf die orthodoxe Kirche mehr als 60 Getötete. Ein Augenzeuge, der mit BBC Amharisch sprach, sagte, fünf der Toten seien Kinder. Keine dieser Zahlen ist unabhängig bestätigt.

Schilderungen der Kirche und der Anwohner

Ein Anwohner beschrieb einen Hinterhalt und sagte, die Familien seien ohne Vorwarnung aus allen vier Richtungen eingekreist worden. Ein Kirchenvertreter nannte die Angriffe ein Massaker. Die Kirche erklärte, Angriffe auf Christen hätten zugenommen, und sie habe wiederholt Bedenken wegen der Unsicherheit bei den Behörden auf verschiedenen Regierungsebenen vorgebracht, ohne dass bislang eine Lösung gefunden worden sei. In einer auf Facebook veröffentlichten Erklärung heißt es:

„Solche Taten untergraben die Werte gegenseitigen Respekts und friedlichen Zusammenlebens, auf denen das Land beruht.“

Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche

Bewaffnete Gruppen und die Reaktion der Regierung

Ein nicht namentlich genannter lokaler Beamter machte die Allianz für das Überleben für die Angriffe verantwortlich, eine neu gegründete Rebellenkoalition, zu der auch die Oromo-Befreiungsarmee (OLA) gehört. Die OLA hat sich öffentlich nicht geäußert und frühere Angriffe dieser Art bestritten. Addis Abeba stuft die OLA als terroristische Organisation ein. Die Regionalbehörden haben zugesagt, die Täter zu verfolgen. Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte zuvor erklärt, Gewalt gegen Zivilisten und religiöse Einrichtungen sei Teil eines Plans, das Land zu destabilisieren. Die OLA weist diese Vorwürfe zurück und erklärt, sie kämpfe für mehr Rechte des Oromo-Volkes.

Zahlen der Menschenrechtsbeobachter und der weitere Konflikt

Der Äthiopische Menschenrechtsrat, eine Nichtregierungsorganisation, berichtete im Juli 2026, in den vier Jahren davor seien in der Region 458 Menschen bei Angriffen getötet worden. Der Angriff vom 24. Oktober gehört zu den tödlichsten in diesem Zeitraum. Der Rat erklärte, bewaffnete Gruppen hätten wiederholt lokale Gemeinschaften ins Visier genommen, insbesondere Anhänger der orthodoxen Kirche, bei Angriffen, die er als religiös motiviert einstuft. Frühere Berichte dokumentierten auch Angriffe auf Muslime in der Region, und von der BBC mehrfach befragte Anwohner beschrieben die Gewalt als zugleich ethnisch und religiös motiviert. Die Äthiopische Menschenrechtskommission erklärte, sie beobachte die Lage und prüfe die Einzelheiten, ohne weitere Informationen zu nennen.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen