Angelique Kidjo erhält Stern auf dem Hollywood Walk of Fame als erste schwarze afrikanische Sängerin
Die fünffache Grammy-Gewinnerin Angelique Kidjo enthüllte am Dienstag ihren Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Sie reiht sich damit in die Riege von rund 2.800 Persönlichkeiten auf dem Gehweg von Los Angeles ein, während Künstlerkollegen und beninische Würdenträger ihre vier Jahrzehnte umspannende Karriere würdigten.
Zeremonie in Los Angeles
Die fünffache Grammy-Gewinnerin Angelique Kidjo erhielt am Dienstag, dem 18. August 2026, einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und ist damit die erste schwarze afrikanische Sängerin, der diese Auszeichnung zuteilwird. Die 66-jährige beninisch-französische Künstlerin enthüllte die Gedenkplakette auf dem berühmten Gehweg von Los Angeles vor einer Versammlung von Filmstars, Musikgrößen und Unterstützern. Kidjo reiht sich in das Verzeichnis von rund 2.800 Persönlichkeiten ein, die auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt werden – darunter Michael Jackson, die Beatles und der französische Sänger Charles Aznavour. Nach einleitenden Worten von Gastrednern dankte Kidjo ihrer Familie und ihrem Management-Team, bevor sie für das versammelte Publikum ein spontanes Lied vortrug. In ihrer Rede sprach die Sängerin über die grundlegende Rolle des afrikanischen Kontinents für die Entwicklung der globalen Musik.
Wir Afrikaner wissen nicht, was wir der Welt gegeben haben. Ohne uns ist keine Musik auf diesem Planeten möglich.
Würdigungen aus der Branche
Der Chef der Recording Academy, Harvey Mason Jr., würdigte bei der Zeremonie Kidjos internationales Vermächtnis und bezeichnete die beninische Sängerin als eine seltene Künstlerin, deren Werk verschiedene Kulturen verbindet. Mason erklärte, der Stern auf dem Gehweg sei ein dauerhaftes Zeugnis für Kidjos Karriere, während ihr weiterreichender Einfluss in den Barrieren sichtbar sei, die sie für internationale Künstlerinnen und Künstler abgebaut habe. Auch der Schauspieler Willem Dafoe, der 1986 in dem Film „Platoon“ mitwirkte, hielt eine Rede, in der er Kidjos Live-Auftritte, ihre Bühnenpräsenz und ihren Tanz lobte und sie als die „hart arbeitendste Frau im Showgeschäft“ bezeichnete. Dafoe lenkte die Aufmerksamkeit auf Kidjos humanitäres Engagement über die Batonga Foundation, eine von ihr gegründete Organisation, die Bildungs- und Führungsmöglichkeiten für Mädchen und junge Frauen in ganz Afrika fördert.
Das ist keine bloße Promi-Beteiligung; es ist eine Erweiterung dessen, was sie mit ihrer Musik tut. Sie rührt uns, reißt uns mit und erinnert uns daran, dass wir alle miteinander verbunden sind und dass Liebe und Verständnis der Weg sind.
Vier Jahrzehnte musikalischer Entfaltung
Kidjos internationale Karriere begann Anfang der 1980er Jahre, als der Produzent Chris Blackwell, bekannt für seine Arbeit mit Bob Marley, auf sie aufmerksam wurde. In einer mehr als vier Jahrzehnte umspannenden Karriere mit 18 Studioalben integrierte die beninische Sängerin vielfältige globale Klänge in afrikanische Musikstrukturen und verband traditionelle Rhythmen mit Jazz, Funk, Rap, klassischen Arrangements wie Ravels Bolero und Pop-Stücken der Talking Heads. In den letzten Jahren erweiterte Kidjo ihren kollaborativen Horizont, indem sie Titel gemeinsam mit den nigerianischen Afrobeats-Musikern Davido und Burna Boy aufnahm. Ihre internationale Stellung brachte ihr zahlreiche Auszeichnungen außerhalb des Tonstudios ein, darunter Nennungen in der Liste der 100 einflussreichsten Menschen des Time-Magazins, der BBC-Liste der 50 bedeutendsten Persönlichkeiten Afrikas und der Liste der 100 inspirierendsten Menschen der Welt der Zeitung The Guardian.
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Nationale und internationale Resonanz
Die Hollywood Chamber of Commerce gab die Auswahl Kidjos für die Walk-of-Fame-Ehrung bereits im Sommer 2025 bekannt, vor der offiziellen Enthüllung am Dienstag. Nach der Zeremonie veröffentlichte der beninische Präsident Romuald Wadagni eine Erklärung auf Facebook, in der er Kidjo dafür lobte, die Rhythmen, Kreativität und Würde Benins auf die Weltbühne getragen zu haben. Kidjo widmete die Ehrung ihrer Heimatnation und den afrikanischen Musikerkollegen, die weiterhin für internationale Anerkennung kämpfen. Zu dem Meilenstein befragt, sagte Kidjo gegenüber der Agence France-Presse, dass sie zwar die erste afrikanische Sängerin mit einem Walk-of-Fame-Stern sei, aber zuversichtlich sei, dass in den kommenden Jahren viele weitere Künstlerinnen und Künstler vom Kontinent folgen würden.


