
Hamburger Wasserschutzpolizei kontrolliert 76 Boote, erhebt Anzeige gegen Kanufahrer mit 1,37 Promille Blutalkohol
Die Hamburger Wasserschutzpolizei hat auf Alster und Elbe 76 Wasserfahrzeuge und 82 Personen kontrolliert und 16 Verstöße festgestellt, darunter eine überladene Fähre mit 278 Passagieren und einen Kanufahrer mit 1,37 Promille Blutalkohol.
Polizei geht gegen Sommerbootsfahrer vor
Die Hamburger Wasserschutzpolizei hat einen ganzen Tag lang Sportboote und Hafenfähren auf Alster und Elbe in der sommerlichen Hochsaison kontrolliert. Die Beamten überprüften 76 Wasserfahrzeuge und 82 Personen und leiteten 16 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein. Die am vergangenen Wochenende durchgeführte Aktion richtete sich gegen Freizeitkapitäne und Wassersportler, die möglicherweise die Sicherheitsregeln auf den vielbefahrenen Wasserstraßen missachten.
Der schwerwiegendste Fall betraf den Kapitän einer Hafenfähre, der an den Landungsbrücken 278 Passagiere an Bord genommen hatte und damit die zulässige Kapazität von 250 überschritt. Die Polizei erstattete außerdem Strafanzeige gegen einen 34-jährigen Kanufahrer, der im Verdacht stand, ein Fahrzeug unter Alkoholeinfluss zu führen. Ein Atemtest ergab eine Blutalkoholkonzentration von 1,37 Promille. Der Mann war mit fünf Begleitern auf einem Seitenarm der Außenalster unterwegs. Ihm droht nun ein Strafverfahren.
Auf dem Rondeelteich
Der stern.de-Bericht beschreibt die Kontrollaktion im Detail. An einem Samstagnachmittag tauchten drei Polizeiboote auf dem Rondeelteich, einem Seitenarm der Alster, auf, wo zehn Beamte der Wasserschutzpolizei die Einhaltung der Alkoholgrenzwerte überprüften. Die Aktion war Teil eines sogenannten Thementags, bei dem die Wasserschutzpolizei auch den Hafen, die Dove-Elbe und die Unterelbe überwachte.
- Kontrollierte Wasserfahrzeuge
- 76
- Kontrollierte Personen
- 82
- Eingeleitete Verfahren
- 16
Sechs Männer in einem Kanu mit einer Kühltasche voller Getränke waren nicht erfreut, auf die Beamten zu treffen. Die Polizei vermutete, dass sie getrunken hatten, und forderte sie auf, in ein Testgerät zu pusten. Die Kanufahrer weigerten sich. Polizeihauptkommissar Stefan Fischer entschied daraufhin, die Kontrolle an Land fortzusetzen. Da die Privatvillen rund um den Rondeelteich nicht betreten werden konnten, einigten sich die Beamten und die Tatverdächtigen darauf, gemeinsam zu einer Anlegestelle an der Krugkoppelbrücke zu fahren.
Wer paddelt, ist Kapitän
Die Rechtslage ist für Laien tückisch. Mindestens vier der Männer im Kanu griffen zu Paddeln und trieben das Boot voran, ohne zu wissen, dass sie damit nach dem Gesetz zu Fahrzeugführern wurden. Die Alster ist eine offizielle Wasserstraße, das heißt, alle Bootsführer unterliegen denselben Alkoholgrenzwerten wie Autofahrer. Ab 0,5 Promille droht ein Bußgeld, ab 1,1 Promille wird die Tat zur Straftat.
- Bußgeldgrenze
- 0.5 Promille
- Strafbarkeitsgrenze
- 1.1 Promille
- Gemessener BAC des Kanufahrers
- 1.37 Promille
Kanus, Tretboote, Schlauchboote und Stand-up-Paddle-Boards werden alle als Kleinfahrzeuge eingestuft, erklärte die Wasserschutzpolizei. Wer sie führt, muss die Vorschriften einhalten. Gleiches gilt für den Konsum von Cannabis: Bootsführer müssen denselben Grenzwert wie Autofahrer einhalten, der bei 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blut liegt.
Eine Kampagne für ruhigere Gewässer
Die Polizei startete vor zwei Jahren die Kampagne „#AlsterFürAlle“, um das turbulente sommerliche Treiben auf der Alster unter Kontrolle zu bringen. Die Kampagne konzentriert sich auf die Einhaltung der Vorfahrtsregel, die Einhaltung des Alkoholgrenzwerts und das Verbot, von Brücken zu springen.
- Polizei startet Kampagne #AlsterFürAlle, um das sommerliche Treiben auf der Alster zu beruhigen
- Wasserschutzpolizei führt Thementag-Kontrollen auf Alster, Elbe und im Hafen durch
- Polizei veröffentlicht Ergebnisse: 76 Wasserfahrzeuge und 82 Personen kontrolliert, 16 Verfahren
Philip Becker, Leiter des Wasserschutzpolizeikommissariats 2, lobte seine Klientel vor Beginn der Kontrollstreife.
Wir können mit den Leuten reden, wir sind hier nicht konfrontativ unterwegs.
Becker, ein ehemaliger Schutzpolizeibeamter, hat schon gefährlichere Situationen erlebt. Bei einer Kontrolle in der Stadt drückte ihm ein Mann eine brennende Zigarette auf die Haut.


