
Zweiter Zeuge sagt aus: Angeklagte besuchte Fabians Leiche in der Nacht vor der Meldung; aufgezeichneter Anruf offenbart Alibi-Absprache
Ein Nachbar sagte dem Rostocker Landgericht, dass Gina H. ihn in der Nacht zum 13. Oktober 2025 zu dem Teich führte, in dem der achtjährige Fabian lag – einen Tag bevor sie die Polizei rief. Ein im Gerichtssaal abgespieltes Telefonat zeigte, wie sie mit demselben Zeugen Alibis abstimmte.
Zweiter Zeuge schildert nächtlichen Besuch
Olaf K. sagte aus, dass Gina H. ihn am Abend des 13. Oktober 2025 anrief und bat, sie zu einem Teich bei Klein Upahl zu fahren. Das Paar sei gegen Mitternacht angekommen, so seine Aussage, und habe den Leichnam des Jungen gesehen.
Die Angeklagte zeigte keine Emotionen und lachte später auf der Rückfahrt, wobei sie ihm sagte, sie könne nicht mehr weinen und das Gefühl schlage oft in Lachen um. Sie bemerkte, dass der Leichnam verbrannt oder angezündet worden sei. Als sie vorschlug, die Polizei zu verständigen, antwortete der Zeuge:Das ist zu 100 Prozent Fabian.
Sie verbrachten etwa eine Minute am Tatort und besprachen die Angelegenheit erst am nächsten Morgen.Was willst du der Polizei sagen? Niemand wird uns glauben.
Ein früherer Besuch am selben Abend
Bereits am Tag zuvor hatte ein anderer Zeuge dem Gericht berichtet, dass er noch am selben Abend mit Gina H. am Teich gewesen sei. Der 37-Jährige hatte das Gefühl, sie habe ihn absichtlich dorthin geführt.
Er betonte, er äußere sich nicht zu ihrer Schuld oder Unschuld, doch der Bericht untermauerte die zeitliche Abfolge mehrerer ungemeldeter Besuche vor der offiziellen Entdeckung.Sie hat ihn benutzt, um seine Spuren am Teich zu hinterlassen.
Alibi-Abstimmung auf Band
Der Prozess hörte auch ein aufgezeichnetes Telefonat vom 21. Oktober 2025, in dem Gina H. und der zweite Zeuge ihre Aussagen für den 10. Oktober, den Todestag Fabians, abstimmten. In der Aufnahme äußerte die Angeklagte Angst vor einer Verhaftung, falls der Zeuge der Polizei etwas sage, das nicht übereinstimme. Das Gespräch wurde in einem voll besetzten Gerichtssaal abgespielt, während die Staatsanwaltschaft zu beweisen versucht, dass die Angeklagte versuchte, ihre Taten zu vertuschen.
Mutter verlässt Gerichtssaal
Fabians Mutter Dorina L. verließ den Gerichtssaal, während die Entdeckung der Leiche beschrieben wurde, begleitet von psychologischen Betreuern, wie die Bild berichtete. Die Szene unterstrich die emotionale Belastung der Aussage für die Familie des Opfers.
Anklage und Prozessstand
Gina H. wird wegen heimtückischen Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Fabian aus seinem Haus in Güstrow gelockt, sechsmal erstochen und seinen Leichnam angezündet zu haben. Sie vermuten, dass die Angeklagte glaubte, der Junge stehe einer Wiederbelebung ihrer Beziehung zu seinem Vater im Wege, von dem sie sich im August 2025 getrennt hatte. Sie befindet sich seit dem 7. November 2025 in Untersuchungshaft und hat sich im Prozess, der im April begann und voraussichtlich bis September dauern wird, nicht geäußert. Es gilt die Unschuldsvermutung.
- Fabian stirbt (mutmaßlicher Tattag)
- Erster Zeuge besucht Teich mit Gina H.
- Olaf K. besucht Teich mit Gina H. gegen Mitternacht
- Gina H. meldet Leichenfund
- Gina H. wird in Untersuchungshaft genommen
- Prozess beginnt am Landgericht Rostock
- Erster Zeuge sagt aus
- Zweiter Zeuge sagt aus; Alibi-Anruf abgespielt


