Konflikte · Algier, Madama und Niamey

Algeriens Oberhaus billigt Truppenentsendung in den Niger – erster Auslandseinsatz seit 1973

Die Einheiten sollen nach Madama im Norden Nigers nahe der libyschen Grenze entsandt werden, um Energieanlagen zu schützen, darunter das Ölfeld Kafra der staatlichen Gesellschaft Sonatrach. Die Abstimmung erfolgte nach einer nichtöffentlichen Sitzung am Sonntag, 25. Oktober 2026.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Mediafax.ro, europa press, BBC und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Algier, Madama, Niamey · Algerien, Niger
Wie es dazu kam
  1. 30.08.Das algerische Verteidigungsministerium erklärt, es habe vier Su-30-Jets in den Niger entsandt
  2. 20.10.Nigers Verteidigungsminister Salifou Modi besucht Algier
  3. 25.10.Das Oberhaus billigt die Truppenentsendung in den Niger mit 148 Stimmen

Eine Abstimmung hinter verschlossenen Türen in Algier

Algeriens Oberhaus, der Rat der Nation, billigte am Sonntag, 25. Oktober 2026, einen Vorschlag, Militäreinheiten in den Nachbarstaat Niger zu entsenden. Die Sitzung fand hinter verschlossenen Türen statt. Ein Mitglied des Oberhauses, das nicht genannt werden wollte, sagte, 148 der 174 Mitglieder der Kammer seien anwesend gewesen und hätten einstimmig gestimmt, womit die von der Verfassung für einen Auslandseinsatz geforderte Zweidrittelmehrheit erreicht worden sei. Außenminister Ahmed Attaf stellte den Vorschlag im Namen von Präsident Abdelmadjid Tebboune vor, begleitet von Vertretern der Streitkräfte; anschließend sprachen sich die Sprecher der Parlamentsfraktionen dafür aus. Die Angaben zur Kammer gehen auseinander: Die meisten Berichte nennen das Oberhaus, ein Bericht beschreibt dagegen eine nichtöffentliche Plenarsitzung der Nationalversammlung, der unteren Kammer, mit denselben 148 Stimmen. Al Jazeera berichtete, die Nationalversammlung solle später am selben Tag eine eigene Sitzung abhalten.

Wohin die Truppen gehen sollen

Madama im Norden Nigers nahe der libyschen Grenze ist eine ehemalige französische Militärbasis, die während der Operation Barkhane genutzt wurde, des französischen Einsatzes gegen dschihadistische Gruppen in der Sahelzone. Die algerischen Einheiten sollen Energieanlagen schützen, darunter das Ölfeld Kafra der staatlichen Gesellschaft Sonatrach; die Abstimmung wird als Umsetzung eines bilateralen Abkommens dargestellt. Eine Sicherheitsquelle in Niger sagte, algerische Truppen seien dort noch nicht offiziell stationiert. Nigers Kabinettschef, General Bacharou Ibro Amadou, hält sich seit dem 19. Oktober in der Region Agadez auf; dort besuchte er Madama, sprach mit örtlichen Militärkommandeuren und reiste anschließend nach Dirkou, um Armee- und traditionelle Autoritäten zu treffen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Pläne für die Militärbasis.

Beziehungen nach einem angespannten Jahr

Die Beziehungen zwischen Algier und Niamey kühlten ab, nachdem Algerien sich gegen den Putsch von 2023 gestellt hatte, der General Abdourahamane Tiani im Niger an die Macht brachte. 2025 verschlechterten sie sich weiter, als die algerische Armee nahe der Grenze eine Militärdrohne aus Mali abschoss und Niger seinen Botschafter aus Algerien abberief. Seither haben sich die Beziehungen rasch verbessert. Tiani besuchte Algier im Februar, und Verteidigungsminister Salifou Modi reiste am 20. Oktober mit einer Delegation von Verteidigungsexperten in die algerische Hauptstadt. Bei diesem Besuch empfing ihn Generalstabschef Said Chanegriha, und beide Seiten unterzeichneten ein Protokoll über militärische Zusammenarbeit, dessen Einzelheiten nicht veröffentlicht wurden. Algerien hatte Niamey zudem Monate zuvor vier Militärhubschrauber übergeben und im Juli ein 40-MW-Kraftwerk in Betrieb genommen, das die nigrische Hauptstadt und ihr Umland versorgen soll.

Algiers Haltung und die Jets vom August

Ende August schickte Algerien nach Unruhen in der Hauptstadt Kampfjets in den Niger. Das algerische Verteidigungsministerium erklärte am 30. August, es habe vier Suchoi Su-30 entsandt, die in zwei Patrouillen zu je vier Flugzeugen gemeinsam mit einem Tankflugzeug auf dem Flughafen von Niamey gelandet seien. Tebboune bestätigte später, die Jets hätten geholfen, einen Putschversuch zu vereiteln, der Niamey erschütterte. Anfang Oktober sagte er im staatlichen Fernsehen, Algerien werde den Niger um jeden Preis schützen.

„Wir werden den Niger um jeden Preis schützen.“

Abdelmadjid Tebboune, Staatspräsident Algeriens

Er sagte außerdem, einige Länder, die er nicht nannte, hätten gegen den Niger intrigiert, und Algerien stehe an dessen Seite. Tebboune verwies auf Öl- und Bergbauabkommen zwischen beiden Ländern und warnte, einige versuchten, diese über Nacht zu zerstören.

„Es gibt Länder, deren Namen ich nicht nennen werde, die gegen den Niger intrigiert haben. Wir stehen an seiner Seite.“

Abdelmadjid Tebboune, Staatspräsident Algeriens

Der Sahel-Kontext und das Weitere

Niger, Mali und Burkina Faso werden allesamt von Militärräten regiert, die durch Putsche an die Macht kamen, und haben gemeinsam die Allianz der Sahelstaaten gegründet. Mit al-Qaida und dem Islamischen Staat verbündete bewaffnete Gruppen sind in der gesamten Region aktiv, und der Niger ist weiterhin Angriffen bewaffneter Gruppen ausgesetzt, auch nahe seinen Grenzen. Zuletzt kam es in der Grenzregion zwischen Burkina Faso, Mali und Niger zu Gefechten. Die Nationalversammlung muss noch über den Vorschlag entscheiden, und in den Berichten wurde kein offizieller Termin für den Beginn der Entsendung genannt.

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