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Basketball·vor 3 Std.

Alba Berlin schockt Bayern München mit 20-Punkte-Comeback und holt 12. deutschen Basketballtitel

Mit einem 20-Punkte-Rückstand zur Halbzeit kämpfte sich Alba Berlin zurück, besiegte den FC Bayern München im entscheidenden fünften Spiel mit 84:81 und sicherte sich am Samstag die 12. deutsche Basketballmeisterschaft.

Eine atemberaubende Aufholjagd in der zweiten Halbzeit

Alba Berlin schien zur Pause erledigt. Nach einem ersten Viertel, das 25:20 für die Gastgeber endete, erzielten die Gäste im zweiten Abschnitt nur sieben Punkte, während Bayern eine 47:27-Führung zur Halbzeit aufbaute. Was folgte, war eine vollständige Rollenvertauschung. Die Berliner kämpften sich Ballbesitz für Ballbesitz heran, und sieben Minuten vor Schluss hatten Jonas Mattisseck (18 Punkte) und Justin Bean (18 Punkte) ihr Team mit 67:66 in Führung gebracht. Das Ende war knapp, aber Alba hielt dem Druck stand und gewann mit 84:81, was die Münchner Menge verstummte.

Spiel 4 bereitete die Bühne

Das entscheidende fünfte Spiel war nur nötig, weil Bayern zwei Tage zuvor in Berlin einen ebenso verblüffenden Zusammenbruch erlitten hatte. Am Freitag führten die Titelverteidiger im dritten Viertel mit zehn Punkten, nur einen Wimpernschlag davon entfernt, die Trophäe zu verteidigen, bevor Alba einen 26:2-Lauf startete, der das Spiel zu einem 71:61-Auswärtssieg machte. Bayern gelangen in jener Nacht nur 61 Punkte, eine Gesamtpunktzahl, die sie in der gesamten Saison nur einmal erreicht hatten (ebenfalls in Berlin, im Oktober). Die Niederlage erzwang eine Rückkehr nach München für ein alles entscheidendes fünftes Spiel.

Entscheidende Spiele der Finalserie
  1. Bayern baut im vierten Spiel eine 10-Punkte-Führung auf, Alba antwortet mit einem 26:2-Lauf, gewinnt 71:61 und erzwingt Spiel 5
  2. Alba überwindet einen 20-Punkte-Rückstand zur Halbzeit, gewinnt Spiel 5 mit 84:81 und sichert sich die Meisterschaft

Pesics Abschied wird verdorben

Das Meisterschaftsspiel war auch das letzte der langen Karriere von Trainer Svetislav Pesic. Der Veteran lief mit seiner üblichen Intensität an der Seitenlinie auf und ab, konnte seiner Mannschaft aber keinen Titel abringen.

In meiner Zeit bei Bayern habe ich noch nie eine Situation erlebt, in der wir völlig unser Konzept verloren haben.

Der Guard Justus Hollatz, ein Welt- und Europameister, spiegelte die Verwirrung wider.

Wir haben völlig den Faden verloren. Wir haben uns in eine Abwärtsspirale hineinziehen lassen und kamen nicht mehr raus.

Dramatik abseits des Spielfelds um Gavel

Abseits des Spielfelds wurde Bayerns Woche von einem öffentlichen Streit um Pesics Nachfolge bestimmt. Der Verein umwirbt Anton Gavel, der derzeit bei Bamberg bis 2027 unter Vertrag steht. Als Bayern sich Berichten zufolge weigerte, eine Ablösesumme zu zahlen, reichte Gavel seine Kündigung ein und berief sich auf einen Formfehler in seinem Bamberg-Vertrag, was den Mäzen des fränkischen Vereins, Michael Stoschek, erzürnte. Während des fünften Spiels sagte Mäzen Uli Hoeneß dem Sender Dyn, dass er nicht involviert sei, klang aber zuversichtlich.

Ich persönlich glaube, dass wir Anton Gavel nächstes Jahr hier als Trainer haben werden.

Hauptakteure

Andreas Obst war mit 24 Punkten der beste Werfer für Bayern, wurde aber im späteren Spielverlauf eingeschränkt. Für Alba erzielten Mattisseck und Bean jeweils 18 Punkte. Flügelspieler Michael Rataj, der von seiner Mannschaft gefordert hatte, "den Deckel draufzumachen", feierte mit den mitgereisten Berliner Fans. Die Meisterschaft ist Albas vierter Titel in sechs Spielzeiten (2020, 2021, 2022 und nun 2026), alle in München errungen.

München · Berlin

5 Quellen

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