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Fünf Jahre nach der Ahr-Flut: Wie Rheinland-Pfalz seinen Katastrophenschutz neu aufgestellt hat

Fünf Jahre nachdem 135 Menschen bei der Flut im Ahrtal starben, hat Rheinland-Pfalz die Warnketten, das Flussmanagement und die Katastrophenhilfe grundlegend überarbeitet, um eine Wiederholung zu verhindern.

Warnsysteme überarbeitet

Das Landesumweltministerium hat die Hochwasserinformationen überarbeitet. Die Website hochwasser.rlp.de zeigt nun Warnungen und Handlungsempfehlungen auf der Startseite an, und eine neue Vorwarnstufe wurde eingeführt. Hochwasserdaten können automatisch in Redaktionssysteme der Medien eingespeist werden. Ein digitaler Zwilling, der „Hydrozwilling“, hilft Gemeinden, Schutzszenarien zu modellieren, und ermöglicht es Anwohnern, lokale Risiken zu prüfen. Die Wasserstandsvorhersagen für die Ahr-Pegel wurden von 24 auf 48 Stunden verlängert und enthalten nun eine Unsicherheitsbandbreite. Die Pegel sind wasserdicht, und eine neue Station an der Hammermühle 2/Ahbach ist die erste in Deutschland, die per Satellit überträgt. Warnungen werden auch über die Nina-App und die Website naturgefahrenportal.de verbreitet.

Die Vorhersage solcher Extremereignisse ist nach wie vor mit sehr großen Unsicherheiten behaftet.

Landesamt für Umwelt

Mehr Raum für den Fluss

Anwohnern wurde geraten, beim Wiederaufbau Schlafräume in oberen Stockwerken oder auf Stelzen zu errichten. Entlang der Ahr wurden zusätzliche natürliche Rückhalteflächen geschaffen, und einige Ufergrundstücke dürfen nicht mehr bebaut werden. Uferrandstreifen müssen frei bleiben, auch für die vorübergehende Lagerung von Holz. Brücken werden so umgebaut, dass sie keine Trümmer, Autos und Gebäudeteile mehr zurückhalten, was die Katastrophe von 2021 verschlimmert hatte.

Katastrophenschutz neu strukturiert

Ein neues Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz dient nun als Kompetenzzentrum für die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr. Seine rund um die Uhr besetzte Lagezentrale fungiert als zentrale Warnstelle, kann jederzeit öffentliche Warnungen auslösen und kommuniziert direkt mit den Leitstellen. Drei Regionalstellen sind geplant, und eine Überprüfung sieht vor, dass die Behörde bis 2030 auf rund 300 Mitarbeiter anwächst. Die Polizei hat zwei neue Hubschrauber mit Rettungswinden erhalten – Ausrüstung, die in der Flutnacht fehlte. Die Gemeinden bleiben die ersten Einsatzkräfte, wurden aber mit Fahrzeugen, Ausrüstung und Schulungen versorgt. Ein Online-Portal (bks-portal.rlp.de) unterstützt die Integration von Spontanhelfern.

Führungswechsel vor Ort

Das Krisenmanagement des Kreises Ahrweiler unter dem früheren Landrat Jürgen Pföhler (CDU) wurde von einem Landtagsuntersuchungsausschuss und der Staatsanwaltschaft überprüft. Die Ermittlungen wurden mit der Begründung eingestellt, dass das extreme Ausmaß der Naturkatastrophe für die Kreisbehörden nicht konkret vorhersehbar gewesen sei. Unter seiner Nachfolgerin, der parteilosen Cornelia Weigand, habe sich der Kreis nach eigenen Angaben grundlegend neu aufgestellt. Es gibt nun ein kohärentes, schriftliches System ineinandergreifender Alarm- und Einsatzpläne für Hochwasser, Starkregen, Information und Warnung sowie Evakuierung.

Bad Neuenahr-Ahrweiler · Mainz

3 Quellen

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