
AfD kehrt auf 28 % in deutscher Umfrage zurück und eröffnet Rekordabstand von sieben Punkten zur CDU/CSU, während Merz‘ Zustimmung auf 14 % fällt
Deutschlands größte Oppositionspartei erreicht erst zum zweiten Mal in Forsa-Umfragen 28 %, während die Unterstützung für die regierende CDU/CSU auf ein Nachwahl-Tief von 21 % fällt. Fast drei Viertel der Wähler erwarten eine weitere Verschlechterung der Wirtschaft.
Die Alternative für Deutschland ist in Forsas wöchentlichem RTL/ntv-Trendbarometer auf ihren stärksten je gemessenen Wert zurückgekehrt, erreicht 28 % und baut den größten jemals in der Reihe gemessenen Vorsprung vor der Union auf.
Die Top-Linien-Zahlen
Die AfD legte im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zu, während die CDU/CSU um einen Punkt auf 21 % fiel, was einen Abstand von sieben Punkten ergibt. Der Wert von 28 % wurde zuletzt Mitte Mai gemessen. Die 21 % der Union sind der niedrigste Wert im Trendbarometer seit der Bundestagswahl im Februar 2025, obwohl sie diesen Wert im Juni bereits zweimal erreicht hatte.
- AfD
- 28 %
- CDU/CSU
- 21 %
- Grüne
- 16 %
- Linke
- 12 %
- SPD
- 12 %
- FDP
- 4 %
- Sonstige
- 7 %
Die Grünen blieben mit 16 % stabil auf Platz drei und setzen ihren langsamen Aufwärtstrend von ihrem Bundestagswahlergebnis von 11,6 % fort. Sowohl die Linke als auch die SPD erreichten 12 %, wobei die Linke den einprozentigen Vorsprung verlor, den sie letzte Woche hatte. Die SPD liegt seit März mindestens vier Punkte unter ihrem historisch schwachen Wahlergebnis von 16,4 %. Die FDP blieb bei 4 % und liegt seit fast zwei Monaten unter der 5-Prozent-Hürde. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wird nicht mehr separat aufgeführt, da seine Unterstützung unter 3 % gefallen ist, innerhalb der Fehlertoleranz von 2,5 Prozentpunkten der Umfrage. Kleinere Parteien kommen zusammen auf 7 %. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt bei 27 %, deutlich über dem Nichtwähleranteil von 17,9 % bei der Bundestagswahl 2025.
- Bundestagswahl: CDU/CSU 28,5 %, AfD 20,8 %, SPD 16,4 %, Grüne 11,6 %, Linke 8,8 %, FDP 4,3 %
- Mitte Mai: AfD erreicht erstmals 28 % in Forsa-Umfrage
- Juni: CDU/CSU fällt zweimal auf 21 %
- Befragungszeitraum beginnt; BSW bereits unter 3-Prozent-Hürde
- Befragungszeitraum endet; AfD bei 28 %, CDU/CSU bei 21 %
Merz auf neuem persönlichem Tief
Die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz fiel um einen Punkt auf nur 14 %, während die Unzufriedenheit um zwei Punkte auf 85 % stieg. Unter den CDU/CSU-Anhängern sind 48 % mit seiner Arbeit zufrieden und 50 % nicht. Nur 19 % der SPD-Anhänger äußern Zufriedenheit.
Eine separate Forsa-Umfrage für Stern und RTL fragte, ob die Union mit einem anderen Kanzler mehr Unterstützung erhalten würde: 43 % aller Befragten sagten ja, 51 % nein. Im eigenen Lager der Union war das Bild gespalten: 46 % sehen einen Wechsel als vorteilhaft an, 48 % widersprechen. Der Tagesspiegel merkte an, dass die jüngste Kabinetts- und Personalumbildung des Kanzlers sowie die innerparteiliche Kritik an seinem Kommunikationsstil bei diesen Schritten eine Rolle beim jüngsten Rückgang gespielt haben könnten.
Kompetenzvakuum
Auf die Frage, welche Partei am besten geeignet ist, die Probleme des Landes zu lösen, antworteten 56 % der Befragten, dass sie keiner vertrauen, ein Anstieg um drei Punkte im Vergleich zur Vorwoche. Die AfD liegt bei dieser Frage mit 14 % vorn (minus ein Punkt), gefolgt von der CDU/CSU mit 12 % (ebenfalls minus ein Punkt). Die Grünen und die Linke liegen unverändert bei 6 %, während die SPD um einen Punkt auf 4 % fiel. Forsas Daten zeigen, dass keine Partei breites Vertrauen in ihre Problemlösungsfähigkeit genießt.
Wirtschaftsdüsternis
Die Erwartungen an die Wirtschaft haben sich weiter eingetrübt. Ganze 73 % der Befragten glauben, dass sich die Lage verschlechtern wird, zwei Punkte mehr als in der Vorwoche. Nur 11 % erwarten eine Verbesserung. Forsa bezeichnete den wirtschaftlichen Ausblick als den pessimistischsten, den es in diesem Jahr bisher verzeichnet hat.
Forsa befragte im Auftrag von RTL Deutschland 2.501 Personen zwischen dem 28. Juli und dem 3. August. Die statistische Fehlertoleranz beträgt plus/minus 2,5 Prozentpunkte.


