
AfD und BSW entwerfen gemeinsamen Antrag in Sachsen-Anhalt für ein Ende der Russland-Sanktionen
AfD und BSW wollen im Landtag von Sachsen-Anhalt einen gemeinsamen Antrag einbringen, der ein Ende der Russland-Sanktionen und die Aussetzung der deutschen Militärhilfe für die Ukraine fordert.
Gemeinsamer Landtagsantrag
Nach der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Landtags von Sachsen-Anhalt bringen die Alternative für Deutschland (AfD) und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ihren ersten gemeinsamen Antrag im Landesparlament ein. Der Entwurf trägt den Titel „Friedensgespräche statt Kriegsausweitung in der Ukraine“ und behauptet, die europäischen Sanktionen gegen Moskau sowie die deutschen Finanz- und Militärlieferungen an Kiew seien gescheitert. Die Fraktionen verfügen zusammen über eine Mehrheit der Mandate, um die Resolution während einer eigens anberaumten Sondersitzung in Magdeburg zu verabschieden. Nach den Bestimmungen des Antrags sollen die Landtagsabgeordneten die Landesregierung zu sofortiger Diplomatie drängen, einen Waffenstillstand fordern und sich für Friedensverhandlungen mit der russischen Regierung einsetzen. Das Dokument verlangt zudem eine unverzügliche Aufhebung der Wirtschaftssanktionen und eine vollständige Normalisierung des bilateralen Handels zwischen Deutschland und Russland.
Bundesratsinitiative und rechtliche Grenzen
Der Antragsentwurf weist die Landesregierung in Magdeburg an, alle rechtlichen Möglichkeiten zu nutzen, insbesondere über eine Initiative im Bundesrat, um eine weitere Eskalation in der Ukraine zu stoppen. Nach den vorgeschlagenen Maßnahmen sollen alle Waffenlieferungen an die Ukraine eingestellt und die Finanzhilfen beendet werden – mit Ausnahme humanitärer Hilfe. Entscheidungen über Außenpolitik, Verteidigungshilfe und Sanktionsregime fallen jedoch in die Zuständigkeit der Bundesregierung in Berlin und der Institutionen der Europäischen Union in Brüssel. Zudem sind Beschlüsse des Landtags rechtlich nicht bindend für die Exekutive, wie ein Urteil des Landesverfassungsgerichts Sachsen-Anhalt aus dem Jahr 2025 bestätigt. Der geschäftsführende Ministerpräsident Sven Schulze von der Christlich Demokratischen Union (CDU) trifft daher keine gesetzliche Pflicht, die Maßnahme in die Länderkammer einzubringen.
Statements der Parteispitzen
Der BSW-Fraktionsvorsitzende Thomas Schulze erklärte, die Initiative erfülle Zusagen, die seine Partei im Landtagswahlkampf gemacht habe.
Wir lösen dieses Wahlversprechen jetzt ein. Magdeburg sendet ein friedenspolitisches Signal nach Berlin.
Die stellvertretende BSW-Fraktionsvorsitzende Claudia Wittig verteidigte die schnelle Zusammenarbeit mit der AfD in der Außenpolitik und betonte zugleich, dass ihre Fraktion andere Positionen der AfD nicht unterstütze.
Wir brauchen wieder eine Politik, die mehr an Köthen als an Kiew denkt.
Wittig fügte hinzu, Deutschland sei zum wichtigsten Geldgeber des Konflikts geworden, und erklärte, das Land könne sich die anhaltenden Feindseligkeiten nicht länger leisten. Sie räumte ein, dass die geplante Resolution nicht rechtzeitig für die Bundesratssitzung am 16. Oktober 2026 fertig werde, deutete aber an, dass das BSW erwarte, die Initiative in der darauffolgenden Bundessitzung einzubringen.
Zeitplan für die Sondersitzung
Die außerordentliche Plenarsitzung folgt auf die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten am 6. Oktober 2026, womit er als erstes AfD-Mitglied ein deutsches Landesparlament führt. AfD-Abgeordnete reichten den förmlichen Antrag auf die außerordentliche Sitzung ein, und Rausch bestätigte, dass das Parlament zusammentreten wird, um über den Antrag zu debattieren. Nach § 55 der Geschäftsordnung des Landtags muss eine Sondersitzung einberufen werden, wenn mindestens ein Viertel der Abgeordneten dies verlangt. Die Geschäftsordnung verpflichtet den Landtagspräsidenten, das Plenum unverzüglich einzuberufen und die Sitzung innerhalb von zwei Wochen nach Eingang des förmlichen Antrags anzusetzen. AfD und BSW haben als Termin für die Sondersitzung ausdrücklich Mittwoch, den 14. Oktober 2026, beantragt.
- Tobias Rausch wird zum Landtagspräsidenten gewählt – als erstes AfD-Mitglied an der Spitze eines deutschen Landesparlaments.
- AfD und BSW stellen ihren gemeinsamen Antragsentwurf vor und beantragen eine außerordentliche Plenarsitzung.
- Beantragter Termin für die Sondersitzung des Landtags in Magdeburg zur Debatte über den Antrag.
- Sitzung des Bundesrates in Berlin, die nach Angaben des BSW mit dem Antrag nicht mehr erreicht wird.


