
AfD-Chefin Alice Weidel skizziert Pläne zum Austritt aus Schengen und Euro sowie zur Abschiebung syrischer Flüchtlinge
In einem ZDF-Fernsehinterview schlug die Co-Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Alice Weidel, vor, die nationalen Grenzen zu schließen, die Eurozone zu verlassen und 1,3 Millionen syrische Flüchtlinge zurückzuführen, falls ihre Partei an die Macht kommt.
Schengen-Austritt und Grenzschließungsvorschläge
Alice Weidel, Co-Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) neben Tino Chrupalla, skizzierte die Regierungsagenda ihrer Partei in einem Interview im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) am 23. August 2026. Weidel kündigte an, dass Deutschland, falls die AfD die Regierungsmacht übernimmt, das Schengen-Abkommen formell kündigen, seine nationalen Grenzen schließen und die Euro-Währung aufgeben werde. Sie erklärte, dass das Schengen-System nur funktioniere, wenn die Außengrenzen sicher und die Binnengrenzen offen seien – Bedingungen, die ihrer Ansicht nach heute nicht gegeben seien. Zur Verteidigung der vorgeschlagenen Grenzschließung verwies Weidel auf Migrationsereignisse in Ceuta als Beispiel für Einreisen, die ihre Partei vollständig unterbinden wolle.
Wir werden die Grenzen schließen, wir werden auch den Schengen-Raum verlassen, damit Menschen wie die aus Ceuta nicht zu uns kommen. Dieses Abkommen muss gekündigt werden.
Rückführungen von Flüchtlingen und Euro-Austritt
Im Rahmen der Migrationsagenda der AfD würde Deutschland die sofortige Abschiebung der im Land lebenden syrischen Flüchtlinge durchführen. In der Sendung zitierte deutsche Aufzeichnungen zeigen, dass derzeit 1,3 Millionen syrische Flüchtlinge in Deutschland leben. Weidel kündigte an, dass eine AfD-Regierung alle 1,3 Millionen syrischen Staatsangehörigen in ihr Heimatland zurückführen werde. In der Wirtschaftspolitik bestätigte Weidel das formelle Programmziel der Partei, Deutschland aus der Eurozone zurückzuziehen. Sie argumentierte, dass die gemeinsame Währung von Natur aus instabil geworden sei, und behauptete, dass es den deutschen Haushalten vor der Einführung des Euro finanziell viel besser gegangen sei, und brachte die gemeinsame Währung mit der Verarmung der Arbeiterfamilien in Verbindung.
Der Euro ist eine instabile Währung geworden. Deutschland ging es vor der Einführung des Euro viel besser. Wir sehen eine weit verbreitete Verarmung der Arbeiterklasse.
Regionale Umfragedominanz und Wahlkalender
Die politischen Ankündigungen erfolgen, während die AfD in Wählerumfragen vor den für September 2026 in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin angesetzten Landtagswahlen starke Positionen verzeichnet. In Sachsen-Anhalt führt die AfD die Wählerbefragungen mit 42 % Zustimmung an und hat einen Vorsprung von 20 Prozentpunkten vor der zweitplatzierten Christlich Demokratischen Union (CDU), die 22 % erreicht. Die Partei führt auch in Meinungsumfragen in Mecklenburg-Vorpommern und erwartet Gewinne im Berliner Abgeordnetenhaus. Bundesweit behauptet die AfD einen nationalen Vorsprung von bis zu acht Prozentpunkten vor dem Bündnis aus CDU/CSU, die nächsten Bundestagswahlen sind für 2029 angesetzt.
- AfD
- 42 %
- CDU
- 22 %
Führungskritik und nationale Regierungsambitionen
Weidel zeigte sich zuversichtlich über die innenpolitische Dynamik der AfD und erklärte, die Partei sei auf dem Weg zum Sieg auf regionaler und bundesstaatlicher Ebene. Sie übte scharfe Kritik an der derzeitigen Regierungskoalition und den etablierten Politikern und behauptete, sie schadeten Deutschland entweder durch Inkompetenz oder vorsätzliches Handeln. Weidel zielte insbesondere auf den Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union, Friedrich Merz, und den Co-Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei, Lars Klingbeil, ab und erklärte, keiner der beiden Politiker sei in der Lage, das Land zu regieren. Sie bestand darauf, dass die CDU nie wieder eine Bundestagswahl gewinnen werde, und erklärte, die AfD werde sich an der Regierung sowohl der Bundesländer als auch des gesamten Landes beteiligen.
Ich bin mit der politischen Situation in Deutschland zufrieden. Wir sind auf dem Weg zum Sieg. In Sachsen-Anhalt werden wir eine Regierung bilden. Die CDU wird nie wieder Bundestagswahlen gewinnen.
- Alice Weidel skizziert AfD-Regierungsagenda im ZDF
- Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin
- Geplante Bundestagswahlen

