
AfD wählt Weidel und Chrupalla auf Erfurter Parteitag wieder, strebt ersten Wahlsieg in einem Bundesland an – 20.000 protestieren
Die rechtspopulistische AfD hat am Samstag auf ihrem Bundesparteitag in Erfurt die Co-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla wiedergewählt. Die Partei liegt in Umfragen bei knapp 30 Prozent und strebt im September ihren ersten Wahlsieg in einem Bundesland an, in Sachsen-Anhalt. Rund 20.000 Antifaschistinnen und Antifaschisten blockierten Straßen und legten den Nahverkehr lahm, um die Versammlung zu verhindern.
Parteitag bestätigt Führungsduo
Die Alternative für Deutschland (AfD) hielt am 4. Juli 2026 ihren Bundesparteitag in Erfurt (Thüringen) ab und wählte die Co-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla wieder. Weidel, eine Volkswirtin mit internationaler Karriere, erzielte ein besseres Ergebnis als Chrupalla, ein ehemaliger Maler aus dem Osten, und besetzte Schlüsselpositionen in der Partei mit ihren radikaleren Verbündeten. Die Doppelspitze wurde ohne Gegenkandidaten bestätigt, was innere Stabilität signalisiert, trotz des zunehmend radikalen Profils der Partei.
Wir machen Politik für Deutsche; die anderen gegen die Interessen unseres Landes.
Umfragehoch und Ambitionen auf Landtagswahl
Die AfD liegt bundesweit bei knapp 30 Prozent und damit vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September auf Platz eins. Ein Sieg dort wäre das erste Mal seit dem Krieg, dass eine rechtspopulistische Partei ein deutsches Bundesland regiert. Chrupalla sagte den Delegierten, die Partei sei bereit, über die radikale Opposition hinauszugehen.
Wir werden regieren, zunächst in einem Land und dann in ganz Deutschland.
Der Europaabgeordnete Alexander Sell räumte die Herausforderung des Übergangs von der Protest- zur Regierungspartei ein und sagte, die Partei habe angesichts der Lage des Landes keine Wahl. Der Parteitag wurde als Machtdemonstration inszeniert, wobei die Führung betonte, die AfD sei „perfekt vorbereitet“, um ein Land zu regieren.
Proteste blockieren Erfurt
Ein Bündnis antifaschistischer Gruppen namens „Widerstand“ mobilisierte nach Polizeiangaben rund 20.000 Menschen, die in großen Buskonvois nach Erfurt strömten. Die Demonstranten blockierten Hauptstraßen und legten den öffentlichen Nahverkehr lahm, um den Parteitag zu verhindern. Trotz der Blockaden fand die Veranstaltung in der Messehalle, die pünktlich um 10 Uhr unter starkem Polizeischutz öffnete, ohne Zwischenfälle statt.
Brandmauer auf Bundesebene bleibt
Während die regionalen Aussichten der AfD steigen, ist ihr Weg zur Bundesmacht durch eine solide Brandmauer versperrt. Alle anderen Parteien lehnen eine Zusammenarbeit mit der Rechtspopulisten ab, sodass auf nationaler Ebene kein Koalitionspartner zur Verfügung steht. Die nächste Bundestagswahl ist in drei Jahren, und die Isolation der Partei macht die Regierungsübernahme in Gesamtdeutschland vorerst zu einer fernen Perspektive.


