
Friedrich Merz bezeichnet Niederlage in Sachsen-Anhalt als schlimmste seit Jahrzehnten nach AfD-Sieg mit 43.8%
Bundeskanzler Friedrich Merz hat versprochen, die verfassungsrechtlichen Standards zu wahren und die Strukturreformen fortzusetzen, nachdem die Christlich Demokratische Union bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf 17.2% gefallen ist.
Landtagswahlergebnisse in Sachsen-Anhalt
Bei der Landtagswahl am 6. September 2026 im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt gewann die Alternative für Deutschland (AfD) 43.8% der Stimmen. Die regierende Christlich Demokratische Union (CDU) unter Ministerpräsident Sven Schulze verlor 20 Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2021 und landete mit 17.2% auf dem zweiten Platz. Damit fehlten der AfD nur drei Sitze zur absoluten Mehrheit im Landtag in Magdeburg, was die Partei an die Schwelle zur erstmaligen Führung einer Landesregierung seit 1945 brachte. Die Verfassungsschutzbehörden in Sachsen-Anhalt haben den dortigen AfD-Landesverband offiziell als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft.
- AfD
- 43.8 %
- CDU
- 17.2 %
Reaktion der Bundes-CDU und Führungsüberprüfung
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz traf sich am 7. September 2026 mit dem Bundesvorstand der Partei in Berlin, bevor er gemeinsam mit Schulze auftrat. Merz bezeichnete die Niederlage als die schwerste, die die CDU seit Jahrzehnten erlitten habe, und erklärte, das Ergebnis habe die Partei in ihren Grundfesten erschüttert. Gegenüber Parteikollegen sagte er, die Niederlage könne nicht allein auf regionale Faktoren in Ostdeutschland oder den Landtagswahlkampf zurückgeführt werden, und räumte ein, dass ihn die Verlust persönlich getroffen habe. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann und führende Parteimitglieder unterstützten Merz nach dem Treffen und lehnten Forderungen nach einer Debatte über seine Bundesführung ab. Schulze erklärte, er sei sehr enttäuscht über das Ergebnis, betonte aber, dass die Partei die demokratische Entscheidung der Wähler akzeptiere.
Wir sind alle zutiefst erschüttert. Wir haben es nicht in dieser Form erwartet. Natürlich müssen wir es akzeptieren.
Kommunikation der bundesweiten Wirtschaftsreformen
In einer Rede in der Parteizentrale ging Merz auf die Wirtschaftspolitik der Regierung und den Führungsansatz ein, die während des Landtagswahlkampfs in die Kritik geraten waren. Der Kanzler räumte ein, dass seine Regierung es versäumt habe, ihre Strukturreformpläne verständlich zu erklären, und sich zu sehr auf mathematische und wirtschaftliche Begründungen gestützt habe. Er stellte fest, dass viele Bürger in ganz Deutschland mit schwierigen persönlichen Situationen konfrontiert seien und tiefe Sorgen um die Zukunft hätten. Merz erklärte, dass die Bundesminister eine emotionale Verbindung zur Bevölkerung herstellen müssten, während sie die Notwendigkeit nationaler Reformen erläuterten, bekräftigte jedoch, dass die Regierung ihren geplanten politischen Fahrplan nicht aufgeben werde.
Meine Entschlossenheit, den Reformkurs fortzusetzen, ist unerschütterlich.
Verfassungsschutz und künftige Wahlen
Merz schloss eine Koalition oder formelle Absprachen mit der AfD aus und argumentierte, die Partei arbeite auf die politische Vernichtung der CDU hin. Er sagte einem in- und ausländischen Publikum, die Bundesregierung verfüge über die rechtlichen Mechanismen, um das Grundgesetz zu verteidigen, und betonte, dass Verfassungsstandards und Minderheitenschutz nicht Gegenstand politischer Verhandlungen seien. Unterdessen drängten die Bundesvorsitzenden der AfD, Alice Weidel und Tino Chrupalla, die Landtagsfraktion in Magdeburg, die Regierungsmacht anzustreben, und betrachteten das Land als Testfall für die Bundestagswahl 2029. Deutschland stehen zwei weitere Landtagswahlen bevor, die in zwei Wochen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stattfinden sollen.


