
ARD-Umfrage: AfD erreicht Rekordhoch von 28 %, Union fällt auf 21 %, Regierungszufriedenheit bei 13 %
Die AfD erreicht 28 Prozent im ARD-Deutschlandtrend, ihr höchster Wert aller Zeiten, während die CDU/CSU auf 21 Prozent fällt und 85 Prozent der Deutschen ihre Unzufriedenheit mit der Bundesregierung äußern.
Umfrageumkehr
Die ARD-Deutschlandtrend-Umfrage von Infratest dimap, die von Montag bis Mittwoch dieser Woche unter 1.297 Wahlberechtigten durchgeführt wurde, zeigt die AfD bei 28 Prozent, ein Plus von einem Punkt gegenüber Juli und der höchste jemals für die Partei in der Reihe gemessene Wert. Die CDU/CSU fiel um einen Punkt auf 21 Prozent, ihr schwächstes Ergebnis seit November 2021 und der fünfte monatliche Rückgang in Folge. Der Abstand von sieben Punkten zwischen beiden ist der größte, der in einer Deutschlandtrend-Umfrage gemessen wurde. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 waren die Verhältnisse umgekehrt: Die Union erreichte 28,5 Prozent und die AfD 20,8 Prozent.
- Union erreicht Allzeittief von 20 % im Deutschlandtrend
- Union bei 21 %, ihr niedrigster Wert bis zur aktuellen Umfrage
- Bundestagswahl: Union 28,5 %, AfD 20,8 %
- AfD 28 % (Rekordhoch), Union 21 % (fünfter monatlicher Rückgang in Folge)
Andere Parteien stagnieren
Die übrigen Parteien blieben im Vergleich zum Vormonat unverändert: die Grünen bei 15 Prozent, die SPD bei 12, die Linke bei 11 und die FDP bei 4, was die Fünf-Prozent-Hürde im Bundestag verfehlen würde. Sonstige Parteien kommen zusammen auf 9 Prozent. Die Ergebnisse sind über verschiedene Meinungsforschungsinstitute hinweg konsistent: Forsa und Insa zeigen beide die AfD bei 28 und die Union bei 21, YouGov 27 zu 20, und Allensbach berichtet eine engere Lücke von 26,5 zu 24. Infratest dimap gibt eine Fehlermarge von zwei bis drei Prozentpunkten an.
- AfD
- 28 %
- CDU/CSU
- 21 %
- Grüne
- 15 %
- SPD
- 12 %
- Linke
- 11 %
- FDP
- 4 %
- Sonstige
- 9 %
Regierungszufriedenheit nahe Tiefststand
Nur 13 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, während 85 Prozent Unzufriedenheit äußern. Bundeskanzler Friedrich Merz schneidet auf persönlicher Ebene geringfügig besser ab, mit 14 Prozent Zufriedenheit und 84 Prozent Unzufriedenheit. Eine Kabinettsumbildung durch Merz änderte die Wahrnehmung nicht: 57 Prozent erwarten, dass die Regierung genauso schlecht arbeiten wird wie zuvor, 11 Prozent erwarten eine Verschlechterung, und nur 12 Prozent erwarten eine Verbesserung. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) war der Einzige, der zulegte, seine Zufriedenheit stieg um 6 Punkte auf 28 Prozent.
Öffnung zur Zusammenarbeit mit der AfD
Die Einstellungen zur Zusammenarbeit mit der AfD haben sich verschoben. Der Anteil der Befragten, die jede Zusammenarbeit ausschließen, fiel gegenüber Juni um 4 Punkte auf 37 Prozent. 32 Prozent bevorzugen eine fallweise Entscheidung, ein Plus von 1 Punkt, und 27 Prozent befürworten aktiv eine Zusammenarbeit, plus 3 Punkte. Unter den Unionsanhängern befürworten 48 Prozent eine fallweise Entscheidung, während 44 Prozent jede Zusammenarbeit ablehnen. AfD-Anhänger befürworten die Zusammenarbeit mit 84 Prozent überwältigend. Anhänger der Grünen (77 Prozent), der Linken (74 Prozent) und der SPD (61 Prozent) bleiben dagegen. In Ostdeutschland, wo die AfD ihre Hochburgen hat, möchten 38 Prozent die Partei wie jede andere behandelt sehen, was ungefähr dem AfD-Zustimmungswert in der Region entspricht.
- Jede Zusammenarbeit ausschließen
- 37 %
- Fallweise entscheiden
- 32 %
- Zusammenarbeit anstreben
- 27 %
Migration und Grenzkontrollen
Obwohl 59 Prozent der Befragten einen europäischen Ansatz in der Migrationspolitik befürworten, ein Rückgang um 2 Punkte gegenüber Januar 2025, unterstützen 71 Prozent eine Verlängerung der deutschen Grenzkontrollen über September hinaus. 24 Prozent lehnen die Verlängerung ab. Die Kontrollen wurden erstmals 2024 von der vorherigen Koalitionsregierung eingeführt und wurden dreimal verlängert, zuletzt im Februar bis Mitte September. Dobrindt bekräftigte das Bekenntnis der Regierung zur Beibehaltung „flexibler und angepasster innerstaatlicher Grenzkontrollen“. Die Unterstützung für die Verlängerung reicht von AfD-Wählern (94 Prozent) über Unionswähler (77 Prozent) bis hin zu SPD-Wählern (74 Prozent), während Anhänger der Linken (35 Prozent) und der Grünen (33 Prozent) dies nur zu etwa einem Drittel unterstützen. Die Hälfte der Befragten befürwortet Pläne für Abschiebezentren außerhalb der EU.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (55 Prozent, plus 7 Punkte gegenüber Dezember 2024) wünscht sich einen grundlegenden Wandel. Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind für September angesetzt, wobei die AfD in beiden Ländern in Umfragen führt.


