
AfD baut Ausbildungskademie und Personalstamm für Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf
Die Alternative für Deutschland hat eine Verwaltungsakademie und einen 185.000 Euro schweren Arbeitskreis eingerichtet, um qualifizierte Beamte zu liefern, falls sie im September in die Landesregierung eintritt.
Gründung der Berliner Ausbildungskademie
Dreizehn Jahre nach ihrer Gründung baut die Alternative für Deutschland (AfD) ihre interne Infrastruktur aus, um sich auf eine mögliche Regierungsbeteiligung vorzubereiten. Der formelle Beginn der Initiative fiel auf Anfang 2023, den zehnten Jahrestag der Partei, als Co-Vorsitzende Alice Weidel ankündigte, dass die Organisation unternehmensähnliche interne Personalentwicklungsprogramme benötige, um Mitglieder auf Führungsaufgaben vorzubereiten. Zwei Jahre später gründete die Partei die Schwarz-Rot-Gold Akademie GmbH in Berlin. Laut ihres Handelsregistereintrags ist das Unternehmen im Bereich der Erwachsenenbildung tätig und bietet Qualifikationsschulungen für haupt- und ehrenamtliche Positionen in Politik und öffentlicher Verwaltung an. Die AfD hält spezifische Details zu Lehrplänen, Teilnehmeridentitäten und Auswahlverfahren vertraulich. Bundesschatzmeister Hannes Gnauck überwacht die operative Leitung der Ausbildungseinrichtung.
Verwaltungspersonal für Landesministerien
Die Ausbildungsinitiative konzentriert sich gezielt auf die Bereitstellung von Personal für die zweite und dritte Führungsebene der Verwaltung, darunter Büroleiter, Redenschreiber und Politikberater. Parteifunktionäre gehen davon aus, dass die Landesverbände ihr eigenes Spitzenpersonal wie Kabinettsminister stellen können, jedoch Personallücken im darunter liegenden Verwaltungsapparat haben werden. Um dem zu begegnen, führt die Akademie ein Register mit Kandidaten und deren spezifischen Qualifikationen. Ein Pool von mehreren Dutzend Dozenten unterrichtet in Fachgebieten wie Haushaltsrecht und Innenpolitik. Landesverbände betreiben bereits Einstiegsakademien für Nachwuchskräfte, sodass die Bundesakademie die zweite Stufe in der Ausbildungshierarchie darstellt. Gnauck skizzierte die operative Unterstützung der Akademie für Landesverbände, die vor Regierungswechseln stehen.
Die Akademie macht den Landesverbänden ein Angebot: Wenn sie nach der Wahl einen Büroleiter, einen Redenschreiber oder einen Fachreferenten für ein Sachgebiet suchen, dann können wir helfen.
- Alice Weidel kündigt anlässlich des zehnjährigen Parteijubiläums interne Personalschulungsprogramme an.
- Die Schwarz-Rot-Gold Akademie GmbH wird in Berlin gegründet, um politisches und verwaltungstechnisches Personal auszubilden.
- AfD-Führungskräfte halten eine Strategie-Sitzung in Berlin mit Vertretern der FPÖ ab.
- Weidel skizziert Ausbildungsziele und Sabotage-Abwehrstrategien auf dem Bundesparteitag.
- Sachsen-Anhalt hält seine Landtagswahl ab.
Strategische Arbeitsgruppe und Sabotageabwehr
Auf dem AfD-Bundesparteitag im Juli erläuterte Weidel zwei Hauptziele der Partei: die strategische Vorbereitung der Landesverbände auf Exekutivverantwortung und die Ausbildung von Führungskräften auf zweiter Ebene. Auf Bundesebene schuf die Partei ein spezialisiertes Gremium namens AG Regierungsbeteiligung. Die Parteiführung stellte 185.000 Euro jährlich zur Finanzierung von zwei neu geschaffenen Positionen bereit, die sich ausschließlich dieser Arbeitsgruppe widmen. Die Einheit ist für die Identifizierung politischer Fallstricke und die vorbereitende technische Ausarbeitung zuständig, damit potenzielle AfD-Gesetzesvorschläge nicht an Verfahrensfehlern scheitern. Die Arbeitsgruppe entwickelt auch rechtliche und politische Abwehrstrategien gegen mögliche Versuche, eine AfD-Regierung zu behindern. Auf dem Juli-Parteitag beschrieb Weidel diese Maßnahmen als Vorbereitungen gegen erwartete Regierungssabotage und schuf einen Rahmen, um Verwaltungsbehinderungen anzufechten.
Landtagswahltermin und österreichische Konsultationen
Diese Verwaltungsvorbereitungen fallen mit der Schlussphase des Landtagswahlkampfs in Sachsen-Anhalt zusammen, wo in gut zwei Wochen gewählt wird. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund könnte möglicherweise Ministerialpersonal benötigen, falls die Partei in die Landesregierung eintritt – ein Szenario, für das Gnauck zufolge der Bundesverband gerüstet ist. Um praktische Regierungserfahrungen zu sammeln, hat die AfD auch ihre rechte österreichische Schwesterpartei, die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), konsultiert, die auf jahrzehntelange Kabinettserfahrung zurückblickt. Im April kamen führende AfD-Vertreter aus dem Bundestag, den Landtagen und dem Europaparlament in Berlin zu einer Strategiekonferenz zusammen, an der ein ehemaliger FPÖ-Funktionär teilnahm. Das Treffen konzentrierte sich auf den Umgang mit öffentlichen Verwaltungen und die Bewältigung praktischer Hürden bei Regierungsübergängen.

