
Ausbruch des Ätna strandet Tausende Touristen – Flughafen Catania streicht über 200 Flüge
Der Ätna ist seit Freitag ausgebrochen und schickt Aschewolken, die den Flughafen Catania zur Streichung oder Umleitung von mehr als 200 Flügen zwangen und schätzungsweise 30.000 Reisende auf Sizilien auf dem Höhepunkt der Sommerferienzeit strandeten.
Fünfter Tag der Eruption
Der Ätna, Europas aktivster Vulkan, stößt seit Freitag, dem 7. August, große Mengen Asche und glühende Gesteinsbrocken aus – am 11. August ist der fünfte Tag in Folge mit intensiver Aktivität. Das Italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) berichtet von dicken Lavaströmen, die aus zwei Schloten auf 2.360 und 2.750 Metern Höhe austreten. In der Nacht vom 10. auf den 11. August öffnete sich ein neuer Schlot auf etwa 1.900 Metern. Der am weitesten fortgeschrittene Lavastrom, der noch mit Magma versorgt wird, erreichte laut INGV etwa 1.370 Meter Höhe. Am Krater Voragine hielt die intensive explosive Aktivität an, die große Aschemengen freisetzte, die sich auf der Südseite des Vulkans, in mehreren Dörfern und in Catania selbst absetzten. Der Vulkan, der mehr als 3.300 Meter hoch ist, wird aufgrund seiner häufigen Ausbrüche seit Jahrzehnten genau überwacht.
- Ausbruch beginnt; Ätna stößt große Mengen Asche und glühende Gesteinsbrocken aus
- Neuer Schlot öffnet sich auf etwa 1.900 Metern Höhe
- Nur ein Inlandsflug startet von Catania; alle Landungen bis 19:00 Uhr ausgesetzt; rote Warnstufe in Kraft
Flughafen Catania lahmgelegt
Der Flughafen Catania, der größte Siziliens und am Fuß des Vulkans in einer Stadt mit 300.000 Einwohnern gelegen, arbeitet unter der höchsten roten Warnstufe. Am Morgen des 11. August konnte nur ein einziger Inlandsflug abheben. Alle Landungen wurden bis 19:00 Uhr ausgesetzt. Seit Beginn des Ausbruchs wurden mehr als 200 Flüge umgeleitet oder ganz gestrichen. Flugzeuge auf dem Rollfeld wurden mit Schutzplanen abgedeckt, um die Triebwerke vor Asche zu schützen, und die Start- und Landebahnen müssen wiederholt von Vulkanasche gereinigt werden. Der Flughafen wickelt normalerweise mehr als 12 Millionen Passagiere pro Jahr ab. Die Behörden treffen Schließungsentscheidungen auf der Grundlage von Windrichtung und Aschekonzentration, oft sehr kurzfristig.
Tausende gestrandet
Schätzungsweise 30.000 Menschen sind von den Beeinträchtigungen betroffen, wie aus Berichten hervorgeht. Viele Touristen mussten ihren Aufenthalt auf der Insel verlängern, aber da die Unterkünfte ausgebucht sind, mussten einige Familien die Nacht am Flughafen verbringen, wo chaotische Szenen gemeldet wurden. Viele Passagiere beklagten sich, dass das Flughafenpersonal überfordert sei. Ein Tourist sagte der italienischen Tageszeitung La Repubblica: „Wir wurden unserem Schicksal überlassen. Wenn ich in ein Schlauchboot gestiegen wäre, wäre ich sicherlich früher angekommen.“ Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erlebte die Störung aus erster Hand: Ein normalerweise zweieinhalbstündiger Flug von Catania nach Berlin wurde zu einer zweieinhalbtägigen Reise.
Touristen suchen Alternativen
Da der Flughafen Catania weitgehend geschlossen ist, haben viele Reisende versucht, den Flughafen Palermo auf der anderen Seite der Insel zu erreichen oder mit Zügen von Sizilien wegzukommen. Beide Alternativen sind ausgebucht. Die Störung kommt auf dem Höhepunkt der Sommerferienzeit, wenn viele ausländische Besucher, darunter viele Deutsche, auf der Insel sind. Einige Touristen sollen gesagt haben, dass Reisen mit einem Schlauchboot schneller gewesen wäre als die verfügbaren Transportmöglichkeiten.
Rettungs- und Sicherheitsbedenken
Der Ausbruch hat auch Schaulustige angezogen. Hunderte Menschen strömen in den Abend- und Nachtstunden in das Gebiet, um die rot glühenden Lavaströme zu beobachten, wobei viele versuchen, so nah wie möglich an das Naturschauspiel heranzukommen. Ein Paar aus Catania, beide 20 Jahre alt, verirrte sich nach der Beobachtung des Ausbruchs von einem Aussichtspunkt aus und musste von Rettungskräften gerettet werden, nachdem es in unzugängliches Gelände geraten war. Sie alarmierten die Retter, die sie orteten und sicher aus dem Gebiet brachten. Solche Rettungseinsätze sind während des aktuellen Ausbruchs häufiger geworden. Die Behörden haben davor gewarnt, sich unvorbereitet in das anspruchsvolle Gelände rund um den Vulkan zu begeben. Der italienische Schauspieler Filippo Laganà berichtete auf Instagram, dass die Not der Touristen ausgenutzt werde, obwohl die vollständigen Details seines Berichts in den Quellen nicht verfügbar waren.
- Schlot 1
- 2360 m
- Schlot 2
- 2750 m
- Neuer Schlot
- 1900 m
- Lavastromfront
- 1370 m


