
Ärzte ins Gefängnis Korydallos überstellt wegen Todes des griechischen Sängers Giorgos Mazonakis
Die griechischen Behörden überstellten die Ärzte Ilias Theodoropoulos und Ioanna Gaka ins Gefängnis Korydallos, nachdem eine 18-stündige Gerichtsverhandlung zum Tod des Sängers Giorgos Mazonakis stattgefunden hatte.
Überstellung ins Gefängnis Korydallos
Am Morgen des 17. September 2026 überstellten die griechischen Behörden zwei Ärzte ins Gefängnis Korydallos, nachdem sie aufgrund des Todes des Sängers Giorgos Mazonakis in Untersuchungshaft genommen worden waren. Ioanna Gaka, 56 Jahre alt, verließ die Sicherheitsunterdirektion Athen kurz nach 06:30 Uhr und traf vor 07:00 Uhr in der Frauenvollzugsanstalt Korydallos ein. Ihr Ehemann, der 58-jährige Klinikbesitzer Ilias Theodoropoulos, wurde vom Athener Polizeipräsidium (GADA) abtransportiert und erreichte Korydallos kurz nach 07:20 Uhr. Die Überstellungen erfolgten nach einer 18-stündigen Vernehmungssitzung, die in den frühen Morgenstunden des Mittwochs endete und den Ermittlungsrichter und den Staatsanwalt veranlasste, die formelle Untersuchungshaft anzuordnen. Die Haftbefehle wurden am Mittwochnachmittag endgültig erlassen, sodass die Überstellungen eingeleitet wurden, sobald die Justizvollzugsanstalten für die morgendliche Aufnahme öffneten. Gaka wurde einer Zelle zugewiesen, die zuvor von Eirini Mourtzoukou belegt war, die in die Justizvollzugsanstalt Theben verlegt wird.
Auf vorsätzliche Tötung hochgestufte Anklage
Die Justizbehörden stuften die Anklage gegen beide Ärzte von ‚tödlicher Gefährdung‘ auf ‚vorsätzliche Tötung mit Eventualvorsatz durch Unterlassen‘ hoch. Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass das Paar durch sowohl konkrete Handlungen als auch Unterlassungen während einer Plasmapheresebehandlung in ihrer Klinik in Kolonaki zum Tod von Mazonakis beigetragen hatte. Die Ermittler verwiesen auch auf spätere Handlungen der Angeklagten, die angeblich die Untersuchung der Umstände des Todes des Sängers behindert hätten. Die Verschärfung der Anklage erfolgte nach einem zweiten forensischen Bericht, der von der Abteilung für forensische Wissenschaften der griechischen Polizei (DEE) vorgelegt wurde. Der Bericht enthielt eine minutengenaue Aufzeichnung des Plasmapheresegeräts und stellte fest, dass der erste automatische Alarm etwa 50 Minuten bevor die Klinik einen Notruf an den Rettungsdienst EKAV absetzte, ertönte.
- Elektronische Überweisung von Theodoropoulos für einen anderen Patienten in der Klinik
- Theodoropoulos behauptet, Klinikpersonal habe ihn über Mazonakis‘ Herzstillstand informiert
- Justizbehörden ordnen Untersuchungshaft nach 18-stündigen Vernehmungen an
- Theodoropoulos beginnt einen Hungerstreik, während er im GADA-Hauptquartier festgehalten wird
- Ioanna Gaka verlässt die Sicherheitseinrichtung Athen in Richtung Frauenvollzugsanstalt Korydallos
- Ilias Theodoropoulos trifft nach Überstellung von der GADA im Gefängnis Korydallos ein
Umstrittenes Alibi und Klinik-Chronologie
Während seiner stundenlangen Aussage legte Theodoropoulos eine elektronische Überweisung mit dem Zeitstempel 16:05:57 als Alibi vor, um seinen Aufenthaltsort während des medizinischen Notfalls zu belegen. Das Dokument dokumentierte eine Untersuchung und Testverordnung für einen anderen Patienten, der mit Bauchschmerzen in der Klinik in der Karneadou-Straße vorstellig wurde. Theodoropoulos gab an, dass er um 16:00 Uhr in den Räumlichkeiten eingetroffen war und diesen Patienten untersuchte, als Mazonakis einen Herzstillstand erlitt. Laut Aussage des Arztes informierte ihn das Personal um 16:15 Uhr über den Herzstillstand, woraufhin er zur Hilfe eilte. Der Patient wurde als Entlastungszeuge benannt und hat vor dem Ermittlungsrichter ausgesagt, allerdings überprüfen die Justizbehörden den Zeitplan, da forensische Beweise darauf hindeuten, dass Mazonakis früher einen Herzstillstand erlitt.
Berufung der Verteidigung und Hungerstreik
Die Anwaltskanzlei Nikos Agapinos und Partner gab bekannt, dass sie im Namen von Theodoropoulos und Gaka Berufung gegen die Untersuchungshaftanordnung einlegt, mit der Begründung, dass die Entscheidung eine schwerwiegende Verletzung der Verfahrensrechte darstelle. Beide Ärzte haben alle Vorwürfe bestritten und betont, dass sie während des Vorfalls eine angemessene medizinische Versorgung geleistet hätten. Nach der Haftentscheidung begann Theodoropoulos im Polizeipräsidium einen Hungerstreik.
Ich möchte nicht, dass Sie mir Essen bringen, ich trete in einen Hungerstreik.
Theodoropoulos verweigerte am Mittwochnachmittag die Mahlzeiten und erklärte seine Absicht, den Protest auf Flüssigkeiten auszuweiten. Familienangehörige besuchten das Paar, während es in getrennten Zellen vor der Gefängnisüberstellung festgehalten wurde. Die Verteidiger beabsichtigen, in den kommenden Tagen die Haftbefehle vor dem Justizrat anzufechten.


