
Aena verteilt Slots an den Flughäfen Madrid und Barcelona ab Sommer 2027 neu, um Überlastung zu vermeiden
Der spanische Flughafenbetreiber Aena wird ab Sommer 2027 die Passagierkapazität an den Terminals von Madrid-Barajas und Barcelona-El Prat begrenzen und neue Start-/Landerechte auf verkehrsschwache Zeiten verlegen, um eine Überlastung seiner beiden verkehrsreichsten Drehkreuze zu verhindern.
Überkapazitäten erzwingen Maßnahmen
Sowohl Madrid-Barajas als auch Barcelona-El Prat ächzen unter Rekordpassagierzahlen. Im Jahr 2025 wickelte Barajas 68,2 Millionen Reisende ab, knapp unter seiner Kapazitätsgrenze von 70 Millionen. El Prat hat mit 57 Millionen Passagieren im letzten Jahr die Obergrenze von 55,5 Millionen bereits überschritten. Der sommerliche Spitzenverkehr, wenn die Terminals am stärksten ausgelastet sind, veranlasste Aena, noch vor der Saison 2027 einzugreifen.
Aena strebt an, neue Slots innerhalb der Spitzenzeiten zu entzerren und zugunsten verkehrsarmer Zeiten zu vergeben.
Wie das neue Slot-System funktioniert
Bislang gab Aena die Flughafenkapazität ausschließlich auf Basis der Start- und Landebahnbewegungen an, ohne zwischen den Terminals zu unterscheiden. Ab Sommer 2027 wird der Betreiber terminalspezifische Grenzen veröffentlichen und zwischen Inlands-, Schengen- und Nicht-Schengen-Verkehr unterscheiden. Dadurch werden Fluggesellschaften, die neue Slots beantragen, gezwungen, verkehrsärmere Zeiten zu akzeptieren, wenn die Terminals während der Hauptverkehrszeiten bereits ausgelastet sind.
- Aena kündigt Plan zur Begrenzung der Terminalkapazität ab Sommer 2027 an
- Sommersaison 2027 beginnt; neue Slot-Vergaberegeln treten in Kraft
- DORA-3-Investitionen erweitern Terminalkapazität und heben die vorübergehenden Obergrenzen auf
Was unverändert bleibt
Historische Slot-Rechte der etablierten Fluggesellschaften bleiben unberührt. Die Umverteilung betrifft nur Airlines, die an einem der beiden Flughäfen während der Hauptverkehrszeiten oder -monate expandieren möchten. Aena hat die betroffenen Unternehmen bereits über den spanischen Slot-Koordinierungsausschuss (AECFA) informiert.
Vorübergehende Lösung bis DORA-3-Investitionen
Aena stellt die Maßnahme als Übergangslösung dar, bis der DORA-3-Investitionszyklus (2027–2031) physische Kapazitätserweiterungen ermöglicht. Der Plan sieht 4.477,4 Mio. Euro für Barajas und 1.765,2 Mio. Euro für El Prat vor, Teil eines landesweiten Programms von fast 10 Milliarden Euro. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, werden die terminalspezifischen Obergrenzen aufgehoben.
Ziel ist es, die Terminals effizienter zu gestalten, um einen Service höchster Qualität für die Passagiere zu gewährleisten.
Nächste Schritte
Aena wird in Kürze einen förmlichen Kapazitätsvorschlag bei der Generaldirektion für Zivilluftfahrt (DGAC) zur Veröffentlichung einreichen. Die Sommersaison 2027 dauert von Ende März bis Ende Oktober, sodass Fluggesellschaften und Koordinatoren etwa neun Monate Zeit haben, ihre Slot-Portfolios anzupassen.
- Madrid-Barajas (Verkehr)
- 68.2 Mio. Passagiere
- Madrid-Barajas (Kapazität)
- 70 Mio. Passagiere
- Barcelona-El Prat (Verkehr)
- 57 Mio. Passagiere
- Barcelona-El Prat (Kapazität)
- 55.5 Mio. Passagiere


