
Katastrophe in Washingtoner Papierfabrik: Zahl der Toten steigt auf acht, Bergung der Opfer dauert an
Bergungskräfte haben sechs weitere Leichen aus dem Nippon-Dynawave-Packaging-Werk in Longview, Washington, geborgen. Damit steigt die bestätigte Zahl der Toten auf acht, drei Arbeiter werden noch vermisst und gelten als tot, nachdem am Dienstag ein massiver Tank mit ätzender Weißlauge geborsten war.
Die Katastrophe
Ein katastrophaler Tankbruch im Nippon-Dynawave-Packaging-Werk in Longview, Washington, setzte am Dienstag mehr als 1,9 Millionen Liter (500.000 Gallonen) Weißlauge frei – eine hochkorrosive Chemikalienmischung aus Natriumhydroxid und Natriumsulfid, die verwendet wird, um Holz zu Papierbrei für Papierprodukte aufzuschließen. Der Tank, der ein Gesamtvolumen von über 3,4 Millionen Litern (900.000 Gallonen) hatte, stürzte teilweise ein und beschädigte Fahrzeuge, Gebäude und Anlagen. Der Vorfall ereignete sich während einer Frühschichtübergabe.
Wir haben heute Morgen erklärt, dass dieser Einsatz von der Rettungs- in die Bergungsphase übergeht.
Opfer und Bergungsarbeiten
Bis Donnerstag wurden sechs der neun Arbeiter, die als vermisst gemeldet waren, tot geborgen, wodurch sich die bestätigte Zahl der Toten auf acht erhöhte. Drei werden weiterhin vermisst, und die Behörden haben erklärt, dass es keine Hoffnung auf Überlebende gibt. Das erste bestätigte Opfer war Gilbert Bernal, ein Großvater und Elektriker im Werk. CJ Doran, 26 Jahre alt, ein Ehemann, der als spiritueller Führer seiner Familie beschrieben wird, gehört ebenfalls zu den vermutlich Toten. Acht Menschen wurden verletzt, darunter ein Feuerwehrmann, einige erlitten Verbrennungen oder Verletzungen durch das Einatmen von Dämpfen. Die Bergungsarbeiten verliefen aufgrund der anfänglichen Instabilität des Tanks und der gefährlichen chemischen Umgebung langsam und bedächtig.
Er war einer der wahrhaftig gütigsten Menschen, die man je getroffen hat. Er hätte dir das letzte Hemd gegeben, wenn du es gebraucht hättest.
Umwelt- und öffentliche Sicherheit
Die Feuerwehr bestätigte, dass ein Teil der Weißlauge in den Columbia River gelangte, der an das Werk angrenzt und Washington von Oregon trennt. Wasserproben zeigten erhöhte Konzentrationen im Fluss. Die Behörden erklärten jedoch, dass der Austritt die Luft oder das Trinkwasser in und um Longview, einer Stadt mit rund 40.000 Einwohnern, nicht verunreinigt habe. Schätzungsweise 95.000 Liter (25.000 Gallonen) Flüssigkeit verblieben im Tank, der inzwischen stabilisiert wurde.
Auswirkungen auf die Gemeinschaft
Longview, ursprünglich als Fabrikstadt von Holzmagnat R.A. Long gegründet, ist über Generationen eng mit der Papier- und Holzindustrie verbunden. Fast jeder fünfte Arbeitsplatz im Cowlitz County ist im verarbeitenden Gewerbe angesiedelt. Die Fabrik beschäftigt rund 550 Menschen, und viele Arbeiter stehen seit Jahrzehnten Seite an Seite. Die Abgeordnete Marie Gluesenkamp Perez, in deren Wahlkreis das Werk liegt, bezeichnete die Katastrophe als systemisch und verwies auf überdehnte Ressourcen und Kostendruck. Senatorin Patty Murray besuchte den Ort und versprach, auf Aufklärung zu drängen.
Alles ist so dünn gestreckt – natürlich muss es reißen. Das ist systemisch.
Reaktion der Behörden
Der Gouverneur von Washington, Bob Ferguson, sagte, der Bundesstaat bereite sich auf die möglicherweise tödlichste Industriekatastrophe seiner neueren Geschichte vor. Nippon Paper Group, das japanische Mutterunternehmen, sprach den trauernden Familien sein tiefstes Beileid aus. Die Ursache der Katastrophe wird noch untersucht, und die Behörden haben die Namen aller Opfer noch nicht bekannt gegeben, da noch keine Benachrichtigung der Familien erfolgt ist. Die geborgenen Personen müssen dekontaminiert werden, bevor sie an die Rechtsmedizin übergeben werden.
Wir bereiten uns darauf vor, dass dies die tödlichste Industriekatastrophe der neueren Geschichte des Bundesstaates Washington sein könnte.
- Tank mit Weißlauge birst während der Frühschichtübergabe im Nippon-Dynawave-Werk; zwei Tote bestätigt, neun Vermisste, acht Verletzte.
- Feuerwehr kündigt Übergang von Rettungs- zu Bergungsphase an; keine Überlebenden erwartet. Gouverneur Ferguson bezeichnet es als die möglicherweise tödlichste Industriekatastrophe in Washingtons neuerer Geschichte.
- Sechs weitere Leichen geborgen, bestätigte Todeszahl steigt auf acht. Drei Arbeiter weiterhin vermisst. Tank mit 95.000 Litern Restflüssigkeit stabilisiert.


