Acea verdient im ersten Halbjahr dank Verkauf der Energiesparte 454 Mio. Euro – Prognose bestätigt
Der italienische Versorger Acea hat im ersten Halbjahr einen Anstieg des Nettogewinns um 101 % auf 454 Mio. Euro verbucht, begünstigt durch einen Gewinn von 268,5 Mio. Euro aus dem Verkauf seiner Energieretailsparte, und bestätigte die Jahresziele.
Gewinnsprung durch Spartenverkauf
Acea schloss das erste Halbjahr 2026 mit einem konsolidierten Nettogewinn von 454 Mio. Euro ab, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg spiegelt einen außerordentlichen Kapitalgewinn von 268,5 Mio. Euro aus der Veräußerung von Acea Energia, dem Energieeinzelhandelsgeschäft des Konzerns, wider. Ohne diesen Einmaleffekt stieg der wiederkehrende Nettogewinn um 16 % auf 176 Mio. Euro. Der Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Alessandro Rivera hat den Halbjahresfinanzbericht am 23. Juli gebilligt.
Die Ergebnisse bestätigen die Solidität unseres Wachstumskurses und eine wirtschaftlich-finanzielle Leistung, die im Einklang mit den Zielen des Konzerns steht. Dies zeigt die Wirksamkeit unserer Strategie und das Engagement unserer Mitarbeiter. Die Bestätigung der Prognose für 2026 belegt die Fähigkeit von Acea, weiterhin Werte für alle Interessengruppen zu schaffen.
Umsatz- und Betriebsentwicklung
Die konsolidierten Pro-forma-Umsätze erreichten 1,55 Mrd. Euro, ein Anstieg von 2 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Die regulierten Aktivitäten trugen rund 1,2 Mrd. Euro bei und blieben im Jahresvergleich weitgehend stabil. Das Pro-forma-EBITDA lag bei 721 Mio. Euro, ein Rückgang von 2 %, während das wiederkehrende Pro-forma-EBITDA um 4 % auf 719 Mio. Euro stieg, gestützt durch die regulierten Geschäfte. Die Nettofinanzierungskosten beliefen sich auf 69,6 Mio. Euro, nahezu unverändert gegenüber 66,9 Mio. Euro im gleichen Zeitraum 2025. Die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten des Konzerns stiegen leicht von 2,07 % auf 2,16 %.
- Umsatz 2025
- 1520 Mio. Euro
- Umsatz 2026
- 1550 Mio. Euro
- EBITDA 2025
- 736 Mio. Euro
- EBITDA 2026
- 721 Mio. Euro
- Nettogewinn ausgewiesen 2025
- 226 Mio. Euro
- Nettogewinn ausgewiesen 2026
- 454 Mio. Euro
- Nettogewinn wiederkehrend 2025
- 152 Mio. Euro
- Nettogewinn wiederkehrend 2026
- 176 Mio. Euro
Wassergeschäft bleibt Wachstumsmotor
Finanzvorständin Valentina Bracaglia wies darauf hin, dass das Wassergeschäft weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber von Acea sei. Im ersten Halbjahr stärkte der Konzern seine Führungsposition in diesem Sektor durch Auftragsvergaben in Italien und im Ausland. Zudem wurde die Übernahme von Aquanexa, dem führenden Betreiber von Dienstleistungen im Wassersektor, abgeschlossen – ein Schritt, den CEO Fabrizio Palermo als strategisch für den Ausbau der Präsenz des Konzerns in komplementären Dienstleistungen bezeichnete.
Im Wasserbereich haben wir unsere Führungsposition durch Auftragsvergaben in Italien und im Ausland gestärkt. Im Stromsektor wurde der Verkauf von Acea Energia erfolgreich abgeschlossen, im Einklang mit den im Strategieplan definierten Zielen. Wir haben unseren Wachstumskurs zudem durch die Übernahme von Aquanexa, dem ersten Betreiber von Dienstleistungen im Wassersektor, beschleunigt und unsere Präsenz im Wassersektor um zusätzliche Dienstleistungen gestärkt, die wir perspektivisch als strategisch erachten.
Prognose und Ausblick
Das Management bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr 2026. Es strebt ein EBITDA-Wachstum von 3 % bis 5 % gegenüber dem bereinigten Wert von 1.365 Mio. Euro im Jahr 2025, Bruttoinvestitionen von rund 1,5 Mrd. Euro (1,2 Mrd. Euro netto nach öffentlichen Zuschüssen) und eine Nettoverschuldungsquote (Net Debt/EBITDA) von 3,5–3,6 an. Co-Geschäftsführer Pier Francesco Ragni erklärte, der Konzern werde bei Gelegenheit M&A-Möglichkeiten in seinen Kerngeschäften verfolgen. Die Nettofinanzverschuldung belief sich am 30. Juni 2026 auf 5,18 Mrd. Euro, ein Anstieg gegenüber 4,96 Mrd. Euro zum Jahresende 2025, hauptsächlich aufgrund von Asset-Rotation, Investitionen, Dividendenzahlungen und Steuerabflüssen.
Governance-Änderungen stehen bevor
Auf Antrag von Roma Capitale, die einen Anteil von 51 % hält, beschloss der Verwaltungsrat, eine außerordentliche und ordentliche Hauptversammlung für den 7. und 8. September 2026 (erster und zweiter Termin) einzuberufen. Die Tagesordnung umfasst die Änderung von Artikel 15.1 der Satzung, die Erweiterung des Verwaltungsrats von 13 auf 14 Mitglieder und die Ernennung eines neuen Direktors.


