Wahlen · Bern, Zürich und Orbe

Schweiz stimmt am Sonntag in einem weltweit ersten Referendum über eine Bevölkerungsgrenze von 10 Millionen ab

Am Sonntag entscheiden die Schweizer Bürger, ob eine Obergrenze von 10 Millionen ständigen Einwohnern gesetzlich verankert wird. Der von der rechtsgerichteten Schweizer Volkspartei vorangetriebene Vorschlag könnte das Land dazu zwingen, das Freizügigkeitsabkommen mit der EU zu kündigen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von TVN24, wiadomosci.radiozet.pl und rmf24.pl. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Bern, Zürich, Orbe · Schweiz

Der Abstimmungsvorschlag

Die Schweizer Stimmberechtigten gehen am 14. Juni zur Wahlurne und entscheiden über die von der EU-skeptischen Schweizer Volkspartei (SVP) ausgearbeitete Initiative «Nein zu 10 Millionen!». Im Falle einer Annahme müsste die Regierung die Asyl- und Aufenthaltsverfahren drastisch verschärfen, sobald die Bevölkerung 9,5 Millionen erreicht. Bei Erreichen von 10 Millionen Einwohnern müsste die Schweiz das seit über 20 Jahren geltende bilaterale Abkommen mit der Europäischen Union über die Personenfreizügigkeit kündigen.

Bevölkerungswachstum der Schweiz, 2002–2025Millionen
2002
7.3 Millionen
2025
9.1 Millionen

Daten aus dem Artikeltext

Rasantes Bevölkerungswachstum durch Einwanderung

Die Debatte wird durch einen starken Anstieg der Einwohnerzahl angeheizt. Zwischen 2002 und 2025 stieg die Bevölkerung der Schweiz von 7,3 Millionen auf 9,1 Millionen – ein Sprung von 1,8 Millionen. Fast 80 Prozent dieses Wachstums ist auf Einwanderung zurückzuführen. Laut OECD-Daten lag der Anteil der im Ausland Geborenen an der Bevölkerung im Jahr 2024 bei 32 Prozent. Italiener und Deutsche gehören zu den grössten Gruppen der Neuzugezogenen, und der Spiegel merkt an, dass Deutschland bei gleichem Wachstum heute rund 100 Millionen Einwohner hätte.

Anteil der im Ausland Geborenen an den Schweizer Einwohnern%
In der Schweiz geboren
68 %
Im Ausland geboren
32 %

Daten aus dem Artikeltext

Warnungen der Befürworter vor Wohnungsnot und Infrastrukturproblemen

Befürworter argumentieren, dass der Zustrom Wohnungsbau, Verkehr, Schulen und das Gesundheitswesen überlastet.

„Letztlich geht es darum, das zu schützen, was wir lieben, und sicherzustellen, dass die Schweiz ein wunderbarer Ort zum Leben bleibt.“

Yvan Pahud, SVP-Politiker und Mitinitiator des Referendums zur Bevölkerungsgrenze
In den Städten ist die Konkurrenz um Wohnungen gross.

„In Grossstädten grenzt die Anmietung einer Wohnung an ein Wunder.“

Damian Kaźmierczak, Polnischer Einwohner
Ein Bewohner von Orbe, Herve Tissot, äusserte Bedenken, dass die Akzeptanz Grenzen habe:

„Angesichts der Grösse unseres Landes haben wir genug Leute hier. Natürlich kann man sie aufnehmen, aber was dann? Sollen sie auf der Strasse leben, wie in Paris?“

Herve Tissot, Einwohner von Orbe

Opposition der Regierung und wirtschaftliche Risiken

Die Schweizer Regierung lehnt die Initiative ab und warnt davor, dass eine Bevölkerungsgrenze den Handel, den Arbeitsmarkt und den allgemeinen Wohlstand schädigen würde. Die Behörden betonen die humanitären Traditionen des Landes und weisen darauf hin, dass ein Ende der Freizügigkeit die Sicherheitskooperation mit der EU schwächen würde. Kritiker weisen zudem darauf hin, dass die Wirtschaft im gleichen Zeitraum des rasanten Bevölkerungswachstums um 24 Prozent gewachsen ist und die Schweiz nach den meisten Massstäben nicht überfüllt erscheint.

Was ein «Ja» bedeuten könnte

Analysten merken an, dass ein positives Votum keine Massenabschiebungen auslösen würde. Stattdessen wäre die Regierung, sobald die Schwelle von 9,5 Millionen erreicht ist, gesetzlich verpflichtet, Asyl- und Aufenthaltsbewilligungen einzuschränken. Die eigentliche Zäsur wäre der vorgegebene Austritt aus dem EU-Freizügigkeitsabkommen – ein Schritt, den einige Kommentatoren in seiner potenziellen Störung der Schweizer Beziehungen zur EU mit dem Brexit-Votum vergleichen.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

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