
ABB übernimmt britischen Ventilhersteller Rotork für 5,5 Mrd. USD in bar – Ausländische Kaufwelle bei Londoner Aktien hält an
Der Schweizer Industriekonzern zahlt 503 Pence pro Aktie für den britischen Spezialisten für Ventile und Durchflussregelung und reiht sich damit in eine Rekordwelle ausländischer Übernahmen von in London notierten Unternehmen ein.
Der Deal
ABB, der in Zürich ansässige Technologiekonzern mit über 100.000 Beschäftigten, gab am Donnerstag bekannt, dass er den britischen Hersteller von Industriekomponenten Rotork zu einem Unternehmenswert von rund 5,5 Mrd. USD (4,1 Mrd. Pfund) übernehmen wird. Das reine Barangebot von 503 Pence pro Aktie wurde von ABB und Rotork bestätigt, obwohl die Financial Times von 506 Pence berichtete. Die Aktionäre von Rotork haben zudem Anspruch auf eine Zwischendividende von bis zu 3 Pence pro Aktie.
Wir sind von der überzeugenden strategischen Passung der Transaktion überzeugt.
Der Vorstand von Rotork hat die Übernahme einstimmig befürwortet und empfiehlt den Aktionären die Annahme. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von rund 60 % auf den Dreimonats-Durchschnittskurs der Rotork-Aktie. Am Mittwoch schloss die Rotork-Aktie bei 290 Pence, ein Plus von 0,8 %.
- Rotork-Schlusskurs (15. Juli)
- 290 Pence
- ABB-Angebot pro Aktie
- 503 Pence
Strategische Begründung
Rotork ist einer der weltweit größten Hersteller von Sicherheitsvorrichtungen, die Ventile in Pipelines öffnen und schließen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf elektrische Stellantriebe und Durchflussregelsysteme, die in der Öl-, Gas-, Chemie- und Wasserindustrie eingesetzt werden. ABB erklärte, das Geschäft ergänze das bestehende Automatisierungsportfolio und bringe etablierte Positionen in der kritischen Durchflussregelungs- und Messtechnik mit sich. Der Schweizer Konzern beabsichtigt, Rotork in seine Automatisierungssparte einzugliedern, die er unter anderem mit den Erlösen aus dem jüngsten Verkauf seiner Robotik-Sparte ausbaut.
Finanzielle Auswirkungen
Rotork erzielte 2025 einen Umsatz von rund 1,0 Mrd. USD bei einer operativen EBITA-Marge von 24,6 %, so ABB. Die Übernahme soll den Umsatz von ABB um etwa 3 % steigern und die operative EBITA-Marge sofort verbessern. ABB plant, die Transaktion aus vorhandenen Barmitteln, zugesagten Kreditlinien und den Erlösen aus dem Verkauf der Robotik-Sparte zu finanzieren.
Marktkontext
Der Kauf reiht sich in eine Rekordserie ausländischer Käufer ein, die in diesem Jahr auf in London notierte Unternehmen abzielen, angelockt von niedrigen Bewertungen und der internationalen Reichweite vieler britischer Firmen. Der Deal bewertet Rotork mit dem 17-fachen des Umsatzes von 2025, basierend auf den Umsatzzahlen von 1,0 Mrd. USD und dem Unternehmenswert von 5,5 Mrd. USD.
Wie es weitergeht
Die Transaktion soll in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der Zustimmung der Rotork-Aktionäre und der üblichen behördlichen Genehmigungen. Eine Aktionärsabstimmung wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
- ABB kündigt vereinbartes Barangebot für Rotork zu 503 Pence pro Aktie an
- Abstimmung der Rotork-Aktionäre erwartet
- Abschluss der Transaktion erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen


