
Dritter Tunnelvortrieb auf dem schwierigsten Autobahnabschnitt Rumäniens durch die Karpaten beginnt
Der Bau des Balota-Tunnels auf dem Abschnitt Boița-Cornetu der rumänischen Autobahn A1 Sibiu-Pitești hat begonnen. Die Arbeiten laufen nun an drei Tunneln gleichzeitig. Projektleiter Cristian Pistol gab einen Gesamtfortschritt von 11,63 % bekannt und warnte, dass der nächste kritische Schritt die Einholung einer überarbeiteten Umweltgenehmigung des Umweltministeriums sei.
Der dritte von sieben geplanten Tunneln auf dem schwierigsten Abschnitt der Autobahn A1 ist angeschlagen worden. Die rumänische Straßenbaubehörde CNAIR treibt damit eines der größten Infrastrukturprojekte des Landes voran. Die Arbeiten am Balota-Tunnel begannen am 13. Juni 2026 und ergänzen die laufenden Bauarbeiten an den Tunneln Robești und Boița 1.
Drei Tunnel im Vortrieb
Der Abschnitt Boița-Cornetu ist 31,33 Kilometer lang, führt durch die Karpaten und verbindet Siebenbürgen mit der Walachei. Er umfasst sieben Tunnel mit einer Gesamtlänge von rund fünf Kilometern sowie 24 Brücken und 24 Viadukte, die zusammen etwa elf Kilometer lang sind. Der Auftrag im Wert von 4,25 Milliarden Lei (ohne MwSt.) wird aus dem rumänischen Verkehrsprogramm finanziert.
Vor Ort sind derzeit 562 Arbeiter und 155 Maschinen im Einsatz, und der Baufortschritt für den gesamten Abschnitt hat 11,63 % erreicht.
Tunnel-Fortschritt im Einzelnen
Der 500 Meter lange Balota-Tunnel: Die ersten 16 Meter sind ausgebrochen, das Ausgangsportal wird derzeit vorbereitet. Robești (900 Meter) ist zu 36 % fertiggestellt; der Ausbruch beider Röhren ist abgeschlossen, als Nächstes folgen Abdichtung und Betonierung. Boița 1 besteht aus zwei Röhren mit 264 und 247 Metern Länge, von denen 87 bzw. 21 Meter ausgebrochen sind, was einem Baufortschritt von 17,17 % entspricht.
- Balota (500 m)
- 0 %
- Robești (900 m)
- 36 %
- Boița 1 (264/247 m)
- 17.17 %
Personal und Ausrüstung mobilisiert
Insgesamt sind 562 Arbeiter und 155 Maschinen auf der Baustelle im Einsatz. Die Personenzahlen wurden vom Generaldirektor der CNAIR zusammen mit den aktuellen Fortschrittszahlen bekannt gegeben. Die drei aktiven Tunnelvortriebe verdeutlichen das Ausmaß der gleichzeitigen Aktivitäten auf diesem Gebirgsabschnitt.
Regulatorischer Engpass
Trotz der Dynamik auf der Baustelle liegt der nächste kritische Schritt außerhalb der Kontrolle des Auftragnehmers. Die gesamte Baustelle benötigt eine überarbeitete Umweltvereinbarung des Umweltministeriums – ein Dokument, das für die Erteilung der Baugenehmigungen für alle weiteren Arbeiten erforderlich ist.
Der kritische Schritt liegt nicht beim Bauherrn, sondern bei den Genehmigungen: Die Arbeiten hängen von der Erteilung der überarbeiteten Umweltvereinbarung durch das Umweltministerium ab, einer zwingenden Voraussetzung für die Baugenehmigungen auf der gesamten Baustelle.
Sobald die Umweltfreigabe vorliegt, können die Arbeiten auf den gesamten 31,33 Kilometer langen Korridor ausgeweitet werden. Die Autobahn soll die Reisezeiten zwischen West- und Südrumänien drastisch verkürzen und die Tonnagebeschränkungen auf der alten DN7 aufheben.


