Mittelalter-Musikfestival montalbâne kehrt mit antiken Flöten und katalanischen Sibyllen-Gesängen nach Freyburg zurück
Die 36. Ausgabe des Mittelalter-Musikfestivals montalbâne im deutschen Freyburg widmet sich vom 19. bis 21. Juni dem Thema „Das Unbekannte“ und präsentiert unter anderem eine rekonstruierte, 5.000 Jahre alte chinesische Tonflöte sowie eine katalanisch-norwegische Chorpremiere.
Festival kehrt unter dem Motto „Das Unbekannte“ zurück
Das Mittelalter-Musikfestival montalbâne, was „weißer Berg“ bedeutet, findet vom 19. bis 21. Juni 2026 bereits zum 36. Mal in Freyburg an der Unstrut in Sachsen-Anhalt statt. Das diesjährige Motto lautet „Das Unbekannte“ – das Programm beleuchtet verborgene, mystische und rätselhafte Aspekte der mittelalterlichen Kultur. Festivalleiterin Susanne Ansorg erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Veranstaltung auf einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit mittelalterlicher Musik, ihren Wurzeln und ihrer Aufführungspraxis basiert und sich damit bewusst von populären Mittelaltermärkten oder historischen Stadtfesten abhebt.
Diese Musik hat ihre Wurzeln in sakralen, kirchlichen und volkstümlichen Traditionen.
Rekonstruierte Instrumente, von Knochenflöten bis zur 5.000 Jahre alten Tonflöte
Die Musiker spielen auf originalgetreuen Rekonstruktionen mittelalterlicher Instrumente: Einhandflöten, Knochenflöten, Blockflöten und Querflöten kommen zum Einsatz. Eine besondere Neuheit in diesem Jahr ist die Rekonstruktion einer etwa 5.000 Jahre alten Tonflöte aus China. Die Organisatoren betonen, dass jeder Klang auf musikwissenschaftlicher Forschung basiert und nicht auf Fantasie. Musiker und Enthusiasten aus ganz Europa und den Vereinigten Staaten reisen zu dem Festival an, das sich einen Ruf für sein forschungsorientiertes Programm erarbeitet hat.
Samstagshöhepunkt mit katalanischen Sibyllen-Gesängen und einem alten norwegischen Traum
Das Herzstück des Festivals ist das Konzert „El Cant de la Sibil·la & Draumkvedet“ am Samstagabend in der Stadtkirche St. Marien. Unter der musikalischen Leitung von Arianna Savall und Petter Udland Johansen verbindet es katalanische Sibyllen-Gesänge mit einem alten norwegischen Traumgedicht. Erstmals wirkt dabei ein eigens zusammengestellter, zwölfköpfiger Chor aus Festivalteilnehmern mit. Neben dem Hauptkonzert umfasst das Programm fünf weitere Konzerte, einen Vortrag mit Musik, eine Lesung mit Musik sowie einen Festgottesdienst.
Das Programm umfasst fünf Konzerte, einen Vortrag mit Musik, eine Lesung mit Musik sowie einen Festgottesdienst mit Musikern des Festivals. Besucher können zudem mit Künstlern und Experten ins Gespräch kommen und mehr über mittelalterliche Musik und deren Aufführungspraxis erfahren.
Stabile Besucherzahlen und wachsendes Budget
Die Veranstalter erwarten an den drei Tagen rund 1.200 Besucher aus ganz Deutschland. Im vergangenen Jahr lockte das Festival etwa 1.100 Gäste an; die Besucherzahlen sind seit Jahren relativ stabil. Die Gesamtkosten der diesjährigen Ausgabe belaufen sich auf rund 60.000 Euro, wobei das Land Sachsen-Anhalt, die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt und die Sparkasse Burgenlandkreis maßgebliche Unterstützung leisten.
- 2025
- 1100
- 2026
- 1200
Eine Burg auf weißem Fels
Das Festival verdankt seinen Namen dem weißen Fels, auf dem Schloss Neuenburg hoch über der Weinstadt Freyburg und dem Fluss Unstrut thront. Die mittelalterlichen Säle der Burg bieten eine authentische akustische und visuelle Kulisse für die Konzerte und unterstreichen den wissenschaftlichen Geist der Zusammenkunft.


