
49.000 Migranten dringen innerhalb von 24 Stunden in die spanische Exklave Ceuta ein; 43 Leichen aus dem Meer geborgen
Mindestens 49.000 Migranten sind innerhalb von 24 Stunden aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta eingedrungen, und 43 Leichen wurden aus dem Meer geborgen. Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnete den Zustrom als Angriff auf die territoriale Souveränität Spaniens.
Mindestens 49.000 Migranten sind innerhalb von 24 Stunden aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta eingedrungen, so Schätzungen von Ministerien, die von spanischen Medien zitiert werden. Die Zahl, die vom Innenministerium nicht offiziell bestätigt wurde, entspricht mehr als der Hälfte der 85.000 Einwohner Ceutas. Unter den Eingedrungenen befinden sich mindestens 7.000 Minderjährige, die nun unter dem Schutz der Behörden der autonomen Stadt stehen.
Was in Ceuta passiert ist, ist ein Angriff und eine Verletzung der territorialen Souveränität Spaniens.
Ministerpräsident Pedro Sánchez, der mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska nach Ceuta reiste, machte Schleusernetze für die Massenankunft verantwortlich. Er sagte, die Krise sei durch eine bewusste Fehlinterpretation eines Urteils des Obersten Gerichtshofs ausgelöst worden, das die sofortige Rückführung von Migranten verbietet, die beim Schwimmen in die Exklave auf See abgefangen werden. Diese Auslegung, so Sánchez, habe sich „wie ein Lauffeuer in den Netzwerken verbreitet und eine Lawine der Art ausgelöst, die wir erleben“. Die Regierung beschleunigt die Ausweisungsverfahren für diejenigen, die in den letzten Tagen angekommen sind.
Die Guardia Civil meldete, dass 43 Leichen aus den Gewässern vor Ceuta geborgen wurden, womit sich die vorläufige Zahl der Todesopfer in diesem Jahr auf 73 erhöht. Die jüngsten Opfer gehörten zu denen, die versuchten, in das spanische Hoheitsgebiet zu schwimmen. Ceutas Präsident Juan Jesús Vivas bat die Zentralregierung, den nationalen Sicherheitsnotstand auszurufen.
EU-Vertreter betonten, dass keine Migrantenströme den europäischen Kontinent erreicht hätten. Der EU-Kommissar für Inneres, Magnus Brunner, schrieb, dass die Schengen-Kontrollen bei Abfahrten aus Ceuta und Melilla weiterhin voll funktionsfähig seien, und begrüßte die Zusammenarbeit zwischen Spanien und Marokko bei schnellen Rückführungen. Die EU-Kommissarin für den Mittelmeerraum, Dubravka Šuica, bezeichnete eine starke Zusammenarbeit zwischen der EU und Marokko als unerlässlich, um Schleusernetze zu bekämpfen. EU-Quellen zufolge kehrten viele Migranten freiwillig nach Marokko zurück, und die Lage entwickle sich weiter.

