Makroökonomie · Berlin und Köln
Deutschland droht bis 2036 ein Arbeitskräftemangel von 4,3 Millionen
Deutschland werden bis 2036 4,3 Millionen Arbeitskräfte fehlen, 1,3 Millionen mehr als noch vor zwei Jahren prognostiziert. Grund sind die Verrentung der Babyboomer und eine geringere Zuwanderung, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ermittelt hat.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Frankfurter Allgemeine, Berliner Zeitung, ZEIT ONLINE und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das IW prognostiziert nun einen Fehlbestand von 4,3 Millionen Arbeitskräften bis 2036, verglichen mit knapp 3 Millionen in der Prognose von 2024.
Die deutsche Bevölkerung wird bis 2045 voraussichtlich auf 81,1 Millionen sinken, ein Rückgang um 2,9 %, bedingt durch langsamer werdende Zuwanderung und mehr Sterbefälle als Geburten.
Alle 14,1 Millionen Babyboomer, die derzeit noch unter der Rentenaltersgrenze liegen, werden bis 2036 aus dem Arbeitsmarkt ausgeschieden sein, was das Arbeitskräftepotenzial drastisch verringert.
Ostdeutschland steht bis 2035 ein Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um 7 % bevor, verschärft durch die Abwanderung junger Hochschulabsolventen, insbesondere in Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Das IW schlägt vor, die Fachkräftezuwanderung zu fördern, die Erwerbsbeteiligung zu erhöhen sowie Steuern und Sozialabgaben auf Arbeit zu senken.
Die wachsende Lücke
Eine neue Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass das Loch am Arbeitsmarkt weitaus tiefer sein wird als frühere Prognosen. Die Differenz zwischen Arbeitsmarkteinsteigern und Renteneintritten wird bis 2036 auf 4,3 Millionen Menschen anwachsen – rund 1,3 Millionen mehr als die Institutsprognose aus dem Jahr 2024.
„Am Ende wird ein Potenzial von mehr als vier Millionen Arbeitskräften fehlen.“
Vor zwei Jahren sprach das IW noch von einer Lücke von knapp drei Millionen. Die Korrektur folgt einer düstereren Bevölkerungsprognose auf Basis neuer Daten des Statistischen Bundesamtes. Die aktuelle Legislaturperiode sei „die letzte Chance, Maßnahmen zu ergreifen”, um den Einschlag abzufedern, so das IW.
- Schätzung 2024
- 3 Mio. Arbeitskräfte
- Schätzung 2026
- 4.3 Mio. Arbeitskräfte
Daten aus dem Artikeltext
Demografische Gegenwinde
Das Bevölkerungsbild Deutschlands hat sich drastisch eingetrübt. 2024 ging das IW noch von einem moderaten Wachstum bis 2040 aus, doch bis 2045 soll die Bevölkerung nun um 2,9 Prozent auf rund 81,1 Millionen Menschen schrumpfen. Ein Grund ist die gesunkene Nettozuwanderung, teilweise aufgrund der „Migrationswende” der Regierung und der schwachen Wirtschaft.
Der größte Treiber ist jedoch der Austritt der Babyboomer-Generation (Jahrgänge 1954 bis 1969). Derzeit sind noch 14,1 Millionen Boomer unterhalb der gesetzlichen Rentenaltersgrenze; diese Zahl wird bis 2030 auf 7,6 Millionen und bis 2036 auf null sinken. Dann werden nur noch 9,8 Millionen Menschen das Erwerbsalter erreichen, verglichen mit einer viel größeren Gruppe heute. Das Arbeitskräftepotenzial schrumpft von 55 Millionen im Jahr 2025 auf 51,2 Millionen (-6,9%) im Jahr 2036 und weiter auf 50,4 Millionen (-8,3%) im Jahr 2045.
- 2025
- 55 Mio. Menschen
- 2036
- 51.2 Mio. Menschen
- 2045
- 50.4 Mio. Menschen
Daten aus dem Artikeltext
Ostdeutschland am härtesten getroffen
Der Druck wird überproportional auf den ostdeutschen Bundesländern lasten. Während die Bevölkerung in Westdeutschland bestenfalls stabil bleiben könnte, wird die im Osten weiter zurückgehen, berichtet das Statistische Bundesamt. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird dort bis 2035 um rund 7 Prozent sinken, wobei Sachsen-Anhalt und Thüringen noch stärkere Verluste verzeichnen. Die hohe Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen, insbesondere von Studierenden und Hochschulabsolventen, verschärft die Situation.
„Der wirtschaftliche Aufholprozess ist nicht mehr selbstverständlich.“
Stellschrauben der Politik
Um den demografischen Engpass auszugleichen, drängt das IW auf eine Ausweitung der Fachkräftezuwanderung, eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung und eine Steigerung der Pro-Kopf-Arbeitszeit. Es empfiehlt zudem, Arbeit durch eine Senkung der Steuer- und Sozialabgabenlast auf Arbeitseinkommen attraktiver zu machen. Das Zeitfenster für Maßnahmen wird enger; bis die letzte Boomer-Kohorte 2036 das Rentenalter erreicht, wird sich die Struktur der Erwerbsbevölkerung dauerhaft verändert haben.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Frankfurter AllgemeineArbeitsmarkt: Rente von Babyboomern reißt größere Lücke
- Berliner ZeitungArbeitskräftemangel: Ostdeutschland besonders betroffen bis 2036
- ZEIT ONLINEIW-Bericht: Arbeitskräftemangel in Deutschland wird sich laut Studie verschlimmern
- DIE WELTBald fehlen 4,3 Millionen Arbeitskräfte - Lücke in Deutschland viel größer als erwartet
- Joachim Ragnitz
- Stellvertretender Leiter der ifo-Niederlassung Dresden und Autor eines Wettbewerbsfähigkeitsberichts über Ostdeutschland
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