
Schweizer Untersuchung: 21 Hunde im Tierquälerei-Fall Ramiswil unnötig eingeschläfert
Eine externe Untersuchung des Tierschutzskandals von Ramiswil hat ergeben, dass 21 der 122 im November 2025 eingeschläferten Hunde nicht hätten sterben müssen. Grund sei eine fehlende differenzierte Triage durch den solothurnischen Veterinärdienst.
Hintergrund
Im November 2025 durchsuchte der solothurnische Veterinärdienst einen Hof in Ramiswil und beschlagnahmte 122 Hunde, 43 Pferde und zwei Ziegen. Die Tiere waren in stark verwahrlostem Zustand: Hunde trugen Wunden, Pferde standen im Kot. Alle 122 Hunde wurden vor Ort eingeschläfert, 32 Pferde später versteigert und die übrigen Tiere vermittelt. Der Fall löste schweizweit Kritik aus; Tierschutzorganisationen stellten die Notwendigkeit der Massentötung infrage.
Untersuchungsergebnisse
Der Kanton beauftragte die Anwaltskanzlei Kellerhals Carrard mit einer externen Untersuchung. Der am 3. Juli 2026 vorgelegte Bericht ergab, dass 99 der Hunde korrekt als Herdenschutzhunde eingestuft wurden, die nicht vermittelt oder umgewidmet werden konnten – die Einschläferung war hier die richtige Entscheidung. Bei 21 Hunden wurde jedoch keine ausreichend differenzierte Triage durchgeführt, sodass Alternativen zur Tötung wahrscheinlich gewesen wären. Der Bericht kam zudem zu dem Schluss, dass die Eskalation nicht auf einen einzelnen Fehler zurückzuführen sei, sondern auf eine Kombination von Faktoren: zu viel administrativer Fokus, unzureichendes Risikobewusstsein und übermäßiges Vertrauen in den Tierhalter, der den Veterinärdienst wiederholt getäuscht hatte.
Offizielle Reaktion
Regierungsrätin Sibylle Jeker, Vorsteherin der Volkswirtschaftsdirektion, betonte, dass der Bericht in den kommenden Wochen und Monaten gründlich analysiert werde, um eine Wiederholung zu verhindern. Der Bericht bescheinigte dem Veterinärdienst dennoch, den Fall mit großem Engagement und Fokus auf das Tierwohl behandelt zu haben, und bezeichnete die Situation als außergewöhnlich herausfordernd.So etwas darf nie wieder passieren.
Nächste Schritte
Gegen den 57-jährigen Tierhalter läuft ein Strafverfahren. Der Kanton hat zugesagt, die Empfehlungen des Berichts umzusetzen, um die Risikobewertung zu verbessern und administrative Hürden in künftigen Tierschutzfällen abzubauen.
- Veterinärdienst beschlagnahmt 122 Hunde, 43 Pferde und 2 Ziegen; alle Hunde werden vor Ort eingeschläfert.
- Externer Untersuchungsbericht vorgelegt, der ergibt, dass 21 Hunde unnötig getötet wurden.


