
Deutschland plant 20-prozentige Alkoholsteuererhöhung und ignoriert Forderung des Expertengremiums nach 40 Prozent
Finanzminister Lars Klingbeils Gesetzesentwurf sieht eine Erhöhung um 20 Prozent bei Spirituosen und Sekt vor, während eine Expertenkommission eine Erhöhung von über 40 Prozent gefordert hatte.
Klingbeils Steuervorschlag
Laut einem Gesetzesentwurf, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt, würde die Steuer auf reinen Alkohol von 13,03 € auf 15,64 € pro Liter steigen. Eine 0,7-Liter-Flasche mit 40% Spirituose (Wodka, Whisky, Rum) würde inklusive Mehrwertsteuer 87 Cent mehr kosten. Auch Sekt, Champagner, Likörweine und Alcopops sind von der 20-prozentigen Erhöhung betroffen.
Die Steuererhöhung dient der Konsolidierung des Bundeshaushalts für 2027 und des Finanzplans bis 2030.
Höhere Empfehlung der Expertenkommission
Die Expertenkommission von Gesundheitsministerin Nina Warken hatte eine deutlich stärkere Erhöhung gefordert – mehr als 40 % im Jahr 2027 und eine Verdoppelung der Steuer bis 2029. Klingbeils Entwurf lässt diese Stufen weg und bleibt bei einer Erhöhung um 20 %.
Ausnahmen und Haushaltsauswirkungen
Der Entwurf nimmt Bier und Wein aus. Die Biersteuer bleibt unverändert, während Wein weiterhin steuerfrei bleibt. Die zusätzlichen Einnahmen aus der Maßnahme werden auf rund 400 Millionen Euro pro Jahr geschätzt und sind für die Haushaltskonsolidierung vorgesehen.
- Expertenkommission des Gesundheitsministeriums empfiehlt >40% Alkoholsteuererhöhung.
- Finanzminister Klingbeils Gesetzesentwurf schlägt eine 20-prozentige Alkoholsteuererhöhung für 2027 vor.
- Geplante 20-prozentige Erhöhung auf Spirituosen und Sekt tritt in Kraft (Bier und Wein ausgenommen).
- Der Vorschlag der Kommission würde die Steuer im Vergleich zu 2026 verdoppeln.
Breiterer Kontext der Gesundheitsreform
Dieselbe Gesundheitsreformkommission hat auch eine höhere Zuckersteuer vorgeschlagen. Die umfassendere Reform zielt darauf ab, ein prognostiziertes Defizit von 15,3 Milliarden Euro im gesetzlichen Krankenversicherungssystem im nächsten Jahr abzuwenden.


