
17 Vermisste nach Untergang eines vietnamesischen Frachters nahe umstrittenem Riff der Spratly-Inseln
Rettungskräfte haben bis Sonntagmittag 45 der 62 Besatzungsmitglieder geborgen, nachdem die Khoi Nguyen 18 bei stürmischem Wetter nahe dem Fiery Cross Reef, einem Brennpunkt der Territorialstreitigkeiten im Südchinesischen Meer, gesunken war.
Untergang in stürmischer See
Der unter vietnamesischer Flagge fahrende Frachter Khoi Nguyen 18, knapp 70 Meter lang und mit einer Bruttoraumzahl von 999 Tonnen, beförderte 62 vietnamesische Staatsangehörige, als er am Samstagabend in Schwierigkeiten geriet. Er setzte ein Notsignal ab, während er bei widrigem Wetter nahe dem Yongshu-Riff, auch bekannt als Fiery Cross Reef, im Spratly-Archipel navigierte. Das Schiff sank kurz darauf, wie das vietnamesische Außenministerium mitteilte. Ein chinesisches Such- und Rettungsschiff war das erste, das das vermeintliche Notsignal empfing, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.
Das Schiff sank während der Fahrt bei widrigen Wetterbedingungen.
Suche und Rettung
Die vietnamesischen Behörden erreichten den Ort und leiteten eine gemeinsame Operation mit chinesischen Kräften ein. Bis Sonntagmittag Ortszeit seien 45 der 62 Menschen an Bord geborgen worden, während 17 weiterhin vermisst würden, sagte Außenamtssprecherin Pham Thu Hang. Zuvor hatte der chinesische Staatsfernsehsender CCTV von 39 Geretteten und 23 Vermissten berichtet, was darauf hindeutet, dass die Operation noch andauerte. An dem Einsatz waren sechs chinesische Schiffe, ein Hubschrauber und ein vietnamesisches Schiff sowie nahe gelegene Handelsschiffe beteiligt.
Den vietnamesischen Such- und Rettungsteams gelang es mit Unterstützung der chinesischen Such- und Rettungskräfte, insbesondere Schiffe und Hubschrauber, sowie nahe gelegener Schiffe, 45 der 62 Menschen an Bord zu bergen.
- Ein weiteres vietnamesisches Schiff sinkt im Spratly-Gebiet; 33 Fischer gerettet, 3 vermisst.
- Khoi Nguyen 18 setzt Notsignal nahe Fiery Cross Reef ab; chinesisches Rettungsschiff reagiert zuerst.
- 45 Besatzungsmitglieder gerettet, 17 weiterhin vermisst; Suche mit chinesischen und vietnamesischen Mitteln fortgesetzt.
Ein umstrittenes Riff
Das Fiery Cross Reef liegt im Spratly-Archipel, einer Kette von Riffen, Inselchen und Atollen, die China kontrolliert, auf die aber auch Vietnam und die Philippinen Anspruch erheben. Peking beansprucht die Souveränität über den größten Teil des Südchinesischen Meeres, einschließlich der Gewässer nahe der Küsten der Nachbarstaaten, und beruft sich dabei auf historische Gründe. Es hat einen Schiedsspruch des Ständigen Schiedshofs in Den Haag von 2016 zurückgewiesen, der seine Ansprüche für rechtlich unbegründet erklärte. China hat die unter seiner Kontrolle stehenden Riffe in den Spratlys ausgebaut, Landebahnen für Militärflugzeuge, Marineeinrichtungen und andere Infrastruktur errichtet. Vietnam, die Philippinen, Malaysia, Taiwan und Brunei erheben alle überlappende Ansprüche auf die strategisch wichtige Wasserstraße.
Kritische Handelsroute
Rund 20 % des globalen Seeverkehrs passierten 2024 das Südchinesische Meer, so ein Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS). Die Seeroute dient als Transportweg für Energielieferungen und Industriegüter, was jeden Vorfall in dem Gebiet zu einer Sorge für die internationale Schifffahrt und die regionale Stabilität macht.
Zweiter Untergang innerhalb von drei Tagen
Der Unglück der Khoi Nguyen 18 folgte auf den Verlust eines weiteren vietnamesischen Schiffs am Freitag im Spratly-Gebiet. Dieses Schiff sank aufgrund rauer See, wobei 33 Fischer gerettet und drei weiterhin vermisst wurden, berichteten vietnamesische Medien. Die beiden Vorfälle ereigneten sich innerhalb von drei Tagen in denselben umstrittenen und oft stürmischen Gewässern.
