
Griechische Polizei zerschlägt Betrugsring, der sich als DEDDIE-Mitarbeiter ausgab und über 1,6 Millionen Euro erbeutete
Die griechischen Behörden haben sieben Mitglieder einer familiären Bande festgenommen, die sich als DEDDIE-Mitarbeiter und Buchhalter ausgab, um Bürger um mehr als 1,6 Millionen Euro zu betrügen.
Die Operation
Am Nachmittag des 1. Juli 2026 durchsuchten Beamte der Direktion zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, unterstützt von einem OPKE-Team, ein Grundstück in Zefyri im Westen Attikas. Darin fanden sie das Callcenter der Gruppe, von dem aus die Mitglieder täglich Dutzende betrügerische Anrufe getätigt hatten. Sieben Personen wurden festgenommen, darunter die beiden mutmaßlichen Anführer und die Anrufer. Ihnen wird vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung gebildet und gewerbsmäßig, gemeinschaftlich und fortgesetzt Betrug begangen zu haben, wobei die illegalen Erlöse 120.000 Euro übersteigen.
Vorgehensweise
Die Gruppe besorgte sich Telefonnummern aus öffentlichen Telefonverzeichnissen und rief dann täglich potenzielle Opfer an. Sie gaben sich als DEDDIE-Mitarbeiter oder Buchhalter aus und nutzten Vorwände wie ausstehende Steuererklärungen, die Notwendigkeit, Bargeld und Wertsachen zu versichern, oder einen angeblichen Stromausfall. Sie überredeten die Opfer, Geld und Schmuck zu sammeln und an vereinbarten Stellen innerhalb oder außerhalb ihrer Häuser abzulegen. Andere Mitglieder holten die Gegenstände dann ab und behaupteten, sie müssten gezählt oder geschätzt werden.
Familiengeführter Betrugsring
Die Ermittler beschrieben die Organisation als „Familienbetrieb": Alle Mitglieder waren miteinander verwandt und stammten aus derselben sozialen Gruppe. Die Anführer koordinierten und überwachten die Operationen, während die Anrufer für die Suche nach Opfern, die Aktivierung von Telefonanschlüssen und die Tätigung der betrügerischen Anrufe zuständig waren. Um einer Entdeckung zu entgehen, verlegte die Gruppe häufig ihr Callcenter und wechselte die Telefonleitungen; zudem hatte sie Überwachungskameras und Sicherheitsrollläden an ihren Einsatzorten installiert.
Sichergestellte Beweise und zur Schau gestellter Reichtum
Bei den Durchsuchungen beschlagnahmte die Polizei 13 Mobiltelefone, drei Prepaid-Telefonpakete, 13 herausgerissene Seiten aus Telefonverzeichnissen mit handschriftlichen Notizen, die Opfer markierten, Goldschmuck und ein Auto. Auf Fotos, die von den Handys der Verdächtigen sichergestellt wurden, posierten sie provokativ mit Geldbündeln, Goldmünzen und Luxusuhren, die sie mit der Beute gekauft und in sozialen Medien zur Schau gestellt hatten. Die Gesamtbeute aus den Betrugsfällen wird auf über 1,6 Millionen Euro geschätzt. Die Verdächtigen wurden einer Staatsanwältin vorgeführt; die Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung der Aktivitäten der Gruppe dauern an.


