
Erdbeben in Venezuela: Zahl der Toten steigt auf 1.450 – 17 Spanier tot, 150 Vermisste – Rettungskräfte arbeiten unter Hochdruck
Fünf Tage nach einem Doppelbeben im Norden Venezuelas liegt die offizielle Zahl der Toten bei 1.450, 3.150 Menschen wurden verletzt, 150 spanische Staatsangehörige werden noch vermisst. Die Rettungskräfte suchen unter eingestürzten Gebäuden unter erschwerten Bedingungen weiter nach Überlebenden.
Opfer und Vermisste
Fünf Tage nach einem Doppelbeben im Norden Venezuelas ist die offizielle Zahl der Toten auf 1.450 gestiegen, 3.150 Menschen wurden verletzt. Die Beben, die am Mittwoch, den 24. Juni, um 18:06 Uhr Ortszeit erschütterten, ließen fast 800 Gebäude einstürzen, 189 davon vollständig. Unter den Toten befinden sich 17 spanische Staatsangehörige, 150 Spanier werden noch vermisst. Zwölf spanische Staatsbürger konnten unter den Trümmern geortet werden. Die Vereinten Nationen schätzen, dass fast sieben Millionen Menschen betroffen sind; der materielle Schaden beläuft sich auf 6,7 Milliarden US-Dollar, was sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes entspricht.
Rettungsarbeiten und Herausforderungen
Rettungsteams, darunter internationale Brigaden mit Spürhunden, arbeiten sich durch Trümmerberge in La Guaira, dem am stärksten betroffenen Küstenstaat. Am Sonntag gelang es ihnen, 33 Überlebende aus den Trümmern zu ziehen. Die Grundversorgung wird nach und nach wiederhergestellt: In 75 Prozent des Gebiets fließt wieder Strom, in 68 Prozent wieder Wasser, und 90 Prozent der Straßen sind wieder passierbar. Die Arbeiten werden jedoch durch mangelnde Koordination, den Einsturz der einzigen Autobahn, die Caracas mit La Guaira verbindet, und einen gravierenden Mangel an Ausrüstung behindert. Die Regierung hat Gesichtsmasken verteilt, da der Verwesungsgeruch der Leichen ein Infektionsrisiko darstellt.
Wir werden weiterhin in den betroffenen Gebieten im Einsatz sein, mit großer Konzentration der nationalen Regierungsanstrengungen im Bundesstaat La Guaira.
Internationale Hilfe und Reaktionen
Die Europäische Union hat einen Nothilfefonds in Höhe von fünf Millionen Euro für die betroffenen Gebiete aktiviert, bestätigte EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Internationale Rettungsbrigaden unterstützen die örtlichen Teams, während die Schadensbewertung der UN das Ausmaß der Katastrophe in einem Land verdeutlicht, das bereits in einer politischen und wirtschaftlichen Krise steckt.
Politische Reaktionen
Die Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado kündigte an, sie werde „sehr bald“ nach Venezuela zurückkehren, und erklärte, ihre oberste Priorität sei es, Leben zu retten und den Betroffenen Trost zu spenden. In einem Interview mit Fox News betonte sie die Bedeutung von Zusammenhalt, um Schmerz und Trauer zu teilen.
Die Zeit ist gekommen. Meine oberste Priorität ist es, Leben zu retten und natürlich all jenen Trost und Hilfe zu spenden, die Schaden erlitten haben.
Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez dankte in einer aufgezeichneten Ansprache den Rettungskräften, Feuerwehrleuten, dem Zivilschutz und den Streitkräften und versprach, dass die Such- und Rettungsarbeiten ohne Unterbrechung fortgesetzt würden. Mit Beginn des fünften Tages schwinden die Hoffnungen, weitere Überlebende zu finden, doch die Behörden bestehen darauf, dass die Suche weitergeht.
- Doppelbeben erschüttert Nordvenezuela und verursacht weitreichende Zerstörung.
- Rettungsteams ziehen 33 Überlebende aus den Trümmern; Grundversorgung in La Guaira teilweise wiederhergestellt.
- Zahl der Toten erreicht 1.450; 17 spanische Staatsangehörige bestätigt tot, 150 vermisst.


