Gazas Zivilschutz birgt 112 Leichen aus den Trümmern von Sabra, darunter 40 Kinder, nach zweiwöchiger Suche
Palästinensische Zivilschutzteams gruben 136 Stunden lang mit bloßen Händen durch zerstörte Häuser in Sabra, südlich von Gaza-Stadt, um die Überreste zu bergen. Weitere 157 Menschen werden noch unter den Trümmern vermisst.
Bergungsoperation in Sabra
Palästinensische Zivilschutzteams schlossen am Samstag eine zweiwöchige Suchoperation im Viertel Sabra, südlich von Gaza-Stadt, ab und bargen die Überreste von 112 Menschen aus zerstörten Wohngebäuden. Die Teams gruben 136 Stunden lang, größtenteils mit bloßen Händen, durch eingestürzten Beton und verbogenes Metall. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz unterstützte die Bemühungen mit Koordination und Hilfe. Die Operation erforderte Zeit, geeignete Ausrüstung und die Koordination mehrerer Akteure, so das IKRK.
Seit mehr als zweieinhalb Jahren leben Tausende Familien in Gaza in Schmerz und Ungewissheit und warten auf die Chance, die Überreste ihrer Angehörigen zu bergen, um sie zu trauern und würdevoll zu bestatten.
Die Suche nach Vermissten und die Bergung menschlicher Überreste ist ein äußerst wichtiges humanitäres Anliegen.
- Suchoperation beginnt im Viertel Sabra
- Operation abgeschlossen; 112 Leichen geborgen
Die menschliche Bilanz
Unter den 112 geborgenen Leichen waren 40 Kinder, 38 Frauen und sieben Menschen mit körperlichen Behinderungen, so die Zivilschutzbehörde. Die restlichen 27 waren Männer oder Personen, deren Details nicht sofort angegeben wurden. Die Bergung so vieler verletzlicher Opfer spiegelt die schwere zivile Bilanz des Konflikts wider. Viele der Überreste bestanden aus Körperteilen, was die Identifizierung erschwerte.
- Kinder
- 40 Personen
- Frauen
- 38 Personen
- Menschen mit Behinderungen
- 7 Personen
- Andere
- 27 Personen
Vermisste und laufende Suche
Oberst Mohammed Abu Dan, der die Stätte für den Zivilschutz überwacht, sagte, dass 157 weitere Leichen vermutlich noch unter den Trümmern an derselben Stelle begraben liegen. Er beschrieb die Suchbedingungen als äußerst schwierig, da die Teams gezwungen waren, ohne angemessene Ausrüstung manuell durch schwere Trümmer zu sieben. Die genaue Zahl der Vermissten in ganz Gaza bleibt aufgrund des Ausmaßes der Zerstörung und des eingeschränkten Zugangs zu vielen Gebieten ungewiss.
Kriegskontext und anhaltende Gewalt
Der Krieg begann am 7. Oktober 2023, als Hamas-Milizionäre den Süden Israels angriffen, 1.221 Menschen töteten und 251 Geiseln nahmen. Seitdem hat das von der Hamas geführte Gesundheitsministerium mehr als 73.300 Tote in Gaza bestätigt, Zahlen, die die Vereinten Nationen für zuverlässig halten. Am selben Tag, an dem die Bergungsoperation abgeschlossen wurde, töteten israelische Luftangriffe mindestens vier Palästinenser bei getrennten Angriffen auf Gaza-Stadt und Deir al-Balah, darunter einen Mann und seine Frau, vier weitere wurden verletzt. Die Angriffe dauerten an, obwohl US-Präsident Donald Trump einen Durchbruch bei den Bemühungen zur Umsetzung eines Waffenstillstandsabkommens ankündigte. Medienbeschränkungen und eingeschränkter Zugang verhindern eine unabhängige Überprüfung der Opferzahlen und eine freie Berichterstattung über die Gewalt.


