
UN-Bericht: Drohnenangriffe töteten im Sudan in den ersten fünf Monaten 2026 über 1.000 Zivilisten
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, erklärte vor dem Menschenrechtsrat, dass die Drohnenkriegsführung massiv zugenommen habe und die Zahl der zivilen Opfer in dem seit drei Jahren andauernden Konflikt in die Höhe treibe.
UN melden über 1.000 zivile Todesopfer durch Drohnen
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, eröffnete am Montag eine Sitzung des Menschenrechtsrats in Genf mit Zahlen, die einen drastischen Anstieg der durch Drohnen verursachten Todesfälle belegen. Sein Büro dokumentierte zwischen Januar und Mai 2026 die Tötung von mehr als 1.000 Zivilisten im Sudan.
Im Sudan hat sich der schreckliche Konflikt ausgeweitet und verschärft, was durch eine deutliche Zunahme der Drohnenkriegsführung gekennzeichnet ist.
Drohnenkrieg wird zentral für den Konflikt
Sowohl die sudanesische Armee als auch die paramilitärischen Rapid Support Forces haben ihren Einsatz von Drohnen intensiviert. Das Armed Conflict Location and Event Location and Event Data Project (ACLED) gibt an, dass der Krieg mittlerweile von Drohnen dominiert wird, wobei beide Seiten ihre Taktiken schnell anpassen und sogar Drohnen-gegen-Drohnen-Gefechte führen. Langstreckendrohnen haben zudem humanitäre Konvois und kritische Energieinfrastruktur getroffen. Diese Entwicklung schürt Besorgnis über die wachsende Rolle von Fernwaffen ohne angemessene internationale Kontrolle.
- Krieg zwischen sudanesischer Armee und RSF bricht in Khartum aus
- RSF erobert El-Fasher, die letzte Armee-Hochburg in Darfur
- UN melden über 1.000 zivile Todesopfer durch Drohnenangriffe seit Januar 2026
Humanitäre Notlage verschärft sich
Über die Opfer durch Drohnen hinaus berichtete Türk, dass sexuelle Gewalt im gesamten Sudan „grassiert“. Die UN stufen den Sudan als die weltweit schlimmste humanitäre Krise ein: 13,6 Millionen Menschen sind vertrieben, 20 Millionen benötigen medizinische Hilfe und 21 Millionen sind dringend auf Nahrungsmittel angewiesen. Im benachbarten Tschad, das etwa eine Million sudanesische Flüchtlinge beherbergt, gab Médecins Sans Frontières am Montag bekannt, dass 18 Mitarbeiter wegen sexueller Ausbeutung und Missbrauchs entlassen wurden, die von sudanesischen Frauen gemeldet worden waren.
- Vertriebene
- 13.6 Millionen Menschen
- Medizinische Hilfe
- 20 Millionen Menschen
- Ernährungsunsicherheit
- 21 Millionen Menschen
Drei Jahre Krieg
Der Konflikt brach im April 2023 aus, als ein Machtkampf zwischen Armeechef Abdel Fattah al-Burhan und dem RSF-Anführer Mohamed Hamdan Dagalo in Gewalt umschlug. Die Schätzungen zur Gesamtzahl der Todesopfer gehen weit auseinander – von 56.000 laut ACLED bis hin zu mehr als 200.000. Mehrere Menschenrechtsorganisationen berichten von Massenvergewaltigungen und ethnisch motivierten Tötungen. Die Gewalt eskalierte zuletzt in Süd-Kordofan und im Bundesstaat Blauer Nil, nachdem die RSF im Oktober vergangenen Jahres El-Fasher, die letzte große Hochburg der Armee im westlichen Darfur, eingenommen hatten.
Forderung nach Regulierung autonomer Waffen
Türks Warnung folgt auf wachsende Forderungen nach internationalen Regeln für tödliche autonome Systeme.
Autonome Waffen dürfen kein Freibrief für Gräueltaten werden.


