Am Donnerstagmorgen sind bei einem missglückten Abfahrtsversuch im Ärmelkanal zwei Männer und zwei Frauen ums Leben gekommen. Der Vorfall ereignete sich gegen 7:00 Uhr in der Nähe von Equihen-Plage südlich von Calais, als ein überladenes Schlauchboot kenterte. Einsatzkräfte konnten 37 weitere Personen retten, während die Behörden die gefährlichen Methoden von Schleusern für das Unglück verantwortlich machen.

Vier Todesopfer

Zwei Männer und zwei Frauen starben bei einem missglückten Abfahrtsversuch nahe Equihen-Plage im Pas-de-Calais.

Gefährliche Schleusertaktik

Die Behörden machen die sogenannte „Taxi-Boot“-Methode verantwortlich, bei der Migranten im Wasser zusteigen, um Küstenwachen zu entgehen.

Anstieg der Überquerungen

Im Jahr 2026 haben bereits rund 2.200 Menschen den Ärmelkanal überquert; im Vorjahr waren es insgesamt etwa 41.500 Personen.

Vier Migranten – zwei Männer und zwei Frauen – sind am Donnerstagmorgen ums Leben gekommen, nachdem ein motorisiertes Schlauchboot im Ärmelkanal vor der nordfranzösischen Küste nahe Equihen-Plage im Departement Pas-de-Calais gekentert war. Dies bestätigten die örtlichen Behörden. Der Vorfall ereignete sich gegen 7:00 Uhr, als eine Gruppe von Migranten versuchte, nach Großbritannien überzusetzen. Laut offiziellen Angaben führte ein missglückter Start dazu, dass die Insassen ins Wasser fielen. Ein Überlebender wurde wegen Unterkühlung behandelt, 37 weitere Personen wurden von den Rettungskräften am Strand versorgt, die mit einem Großaufgebot vor Ort waren. François-Xavier Lauch, der Präfekt von Pas-de-Calais, bestätigte die Zahl der Todesopfer bei einer Pressekonferenz in Equihen-Plage gegen 9:45 Uhr. Die Leichen der vier Opfer wurden im Wasser nahe dem Strand von Saint-Etienne-au-Mont an der Küste von Pas-de-Calais geborgen. Behörden machen „Taxi-Boot“-Methode der Schleuser verantwortlichBei dem Untergang handelte es sich um ein sogenanntes Taxi-Boot. Diese Methode wurde im vergangenen Jahr unter Menschenschmuggler-Netzwerken zunehmend üblich. Christian Fourcroy, der Bürgermeister von Equihen-Plage, der vor Ort war, erklärte gegenüber der Agence France-Presse, dass ein gescheiterter Abfahrtsversuch gegen 7:00 Uhr mehrere Menschen im Wasser zurückließ. Laut Fourcroy war das Boot überladen. Die Technik sei speziell darauf ausgelegt, die an den Stränden stationierten Sicherheitskräfte zu umgehen. „Diese verstorbenen Personen versuchten, an Bord eines Taxi-Boots zu gelangen” — François-Xavier Lauch via Ouest France, so Lauch, der zudem die Verantwortung der Schleuser an diesen Tragödien auf See anprangerte. Die Präfektur Pas-de-Calais hatte die Opferzahlen in einer ersten Mitteilung zunächst als vorläufig bezeichnet, bevor Lauch die Zahl von vier Toten am Vormittag bestätigte. Insgesamt versuchten laut dem Präfekten mindestens 40 Personen, das Boot zu erreichen. Zweiter tödlicher Vorfall innerhalb von neun Tagen an derselben KüsteDie Todesfälle am Donnerstag folgen auf ein ähnliches Ereignis am 1. April 2026, bei dem zwei Migranten während eines Taxi-Boot-Zustiegs nahe Gravelines im Departement Nord starben. Dies waren die ersten bekannten Todesfälle von Migranten auf See an der französisch-britischen Grenze seit Beginn des Jahres 2026. Am Mittwoch gab die Maritimbildung der Kanalküste und der Nordsee bekannt, dass sie am Vortag 102 Menschen von mehreren Booten gerettet hatte, die versuchten, das Vereinigte Königreich zu erreichen. Der Ärmelkanal gilt als eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt, was Überquerungen in kleinen, überfüllten Booten besonders riskant macht. Die französischen Rettungsdienste waren am Donnerstagmorgen im Volleinsatz und verteilten Rettungsdecken an die Überlebenden am Strand.Jüngste Tragödien bei Ärmelkanal-Überquerungen: — ; — ; — Bereits 2.200 Überquerungen in den ersten zwei Monaten des Jahres 2026Das Unglück am 9. April ereignete sich vor dem Hintergrund einer anhaltend hohen Zahl von Überquerungsversuchen. Daten des Migration Observatory der Universität Oxford zufolge überquerten allein in den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 etwa 2.200 Migranten den Ärmelkanal. Im gesamten Jahr 2025 wurden rund 41.500 Überquerungen gezählt. Die Taxi-Boot-Methode hat im vergangenen Jahr an Bedeutung gewonnen. Behörden warnen wiederholt, dass dieses Verfahren, bei dem Migranten ins Meer waten, um überladene Boote zu besteigen, sowohl chaotisch als auch lebensgefährlich ist.

Mentioned People

  • François-Xavier Lauch — Prefekt Pas-de-Calais i były koordynator wizyt oficjalnych prezydenta Emmanuela Macrona
  • Christian Fourcroy — Burmistrz Equihen-Plage, świadek operacji ratunkowej

Sources: 11 articles