Donald Trump hat am Sonntag erklärt, er habe „kein Problem“ damit, dass ein russischer Öltanker trotz der US-Brennstoffblockade Rohöl nach Kuba liefert. Das unter Sanktionen stehende Schiff Anatoly Kolodkin näherte sich der Nordküste der Insel und sollte bis Dienstag, 31. März, im Hafen von Matanzas anlegen. Die Äußerung weicht deutlich von der bisherigen Linie der Regierung ab, Kuba den Treibstoff abzuschneiden, um Druck auf Präsident Miguel Díaz-Canel auszuüben.
Trump weicht von bisheriger Kuba-Linie ab
Der US-Präsident sagte, er habe kein Problem mit der Ankunft des russischen Tankers in Kuba, obwohl Washington die Insel von Treibstoff abschneiden will.
Kreml begrüßt die Lieferung
Moskau stellte die Ankunft der Fracht als Erfolg dar, während Experten Zweifel an der Wirkung einer einmaligen Lieferung äußerten.
Kuba bleibt energiepolitisch unter Druck
Die Insel leidet weiter unter Stromausfällen, Treibstoffmangel und wirtschaftlicher Belastung. Die russische Lieferung verschafft nur vorübergehende Entlastung.
Donald Trump sagte am Sonntag, er habe „kein Problem“ damit, dass ein russischer Öltanker trotz der US-Brennstoffblockade Rohöl nach Kuba liefert, während das unter Sanktionen stehende Schiff Anatoly Kolodkin — mit Rohöl beladen — sich der Nordküste der Insel näherte und bis Dienstag, 31. März, im Hafen von Matanzas erwartet wurde. Trump äußerte sich an Bord von Air Force One auf dem Rückflug nach Washington von seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Die Erklärung bedeutete eine bemerkenswerte Abweichung von der erklärten Linie der Regierung, Kuba von Treibstofflieferungen abzuschneiden, um Druck auf die Regierung von Präsident Miguel Díaz-Canel auszuüben. Kuba erlebt seit Januar eine sich verschärfende Energie- und Wirtschaftskrise, nachdem US-Streitkräfte den venezolanischen Führer Nicolás Maduro festgesetzt und damit die wichtigste Ölversorgung der Insel unterbrochen hatten. Die Anatoly Kolodkin, gegen die sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Europäische Union Sanktionen verhängt haben, verließ am 8. März den russischen Hafen Primorsk und wurde nach Angaben der britischen Royal Navy von einem Schiff der russischen Marine durch den Ärmelkanal begleitet, bevor sich beide Schiffe trennten, als der Tanker in den Atlantik einlief.
Der Kreml „freut sich“, während der Tanker sich Matanzas nähert Der Kreml begrüßte die Entwicklung am Montag. Sprecher Dmitri Peskov sagte, Russland „freue sich“ über die Lieferung. „Wir freuen uns, dass diese Ladung Erdölprodukte auf der Insel ankommt, oder vielmehr, dass sie bereits angekommen ist” — Dmitri Peskov via BFMTV Jorge Piñón, Experte für den kubanischen Energiesektor an der University of Texas at Austin, sagte, ihn habe überrascht, dass die Vereinigten Staaten nicht versucht hätten, den Tanker abzufangen. Sobald das Schiff kubanische Gewässer erreiche, werde es für die amerikanische Regierung „nahezu unmöglich“ sein, es zu stoppen, sagte er. Nach Piñóns Angaben dauert es nach Ankunft der Ladung 15 bis 20 Tage, das Öl zu verarbeiten, und weitere 5 bis 10 Tage, um die Raffinerieprodukte zu verteilen. Die russische Fracht könnte zu 250.000 Barrel Dieselkraftstoff verarbeitet werden, genug, um den Bedarf Kubas für etwa 12,5 Tage zu decken. Tracking-Daten der spezialisierten Website MarineTraffic zeigten das Schiff am Sonntagabend rund 30 Kilometer vor der Ostküste Kubas in der Nähe der Gemeinde Banes. Es fuhr entlang der Nordküste der Insel in Richtung Matanzas, etwa 100 Kilometer östlich von Havanna. Der kubanische Staatssender Canal Caribe berichtete am Sonntag, Russland erfülle „erneut seine Verpflichtung, Kuba materielle Hilfe zu leisten“.
Trump nennt Kuba „am Ende“, lässt die Lieferung aber zu Trotz der genehmigten Lieferung milderte Trump seine grundsätzliche Haltung gegenüber der kubanischen Regierung nicht. Er wiederholte Drohungen und Vorhersagen eines baldigen Zusammenbruchs. „Kuba ist am Ende. Sie haben ein schlechtes Regime. Sie haben sehr schlechte und korrupte Führung, und ob sie nun einen Schiffsladung Öl bekommen oder nicht, spielt keine Rolle” — Donald Trump via AP Trump wies auch die Annahme zurück, dass die Genehmigung der russischen Lieferung Präsident Wladimir Putin nützen könnte. Russland verliere „eine Schiffsladung Öl, das ist alles“, sagte er. Seine Entscheidung stellte er als humanitäre Konzession dar und erklärte, kubanische Zivilisten benötigten „Heizung und Kühlung und all die anderen Dinge“. Trump erneuerte zudem Drohungen und sagte, Kuba „wird als Nächstes dran sein“. Die Regierung werde „innerhalb kurzer Zeit“ scheitern. „Innerhalb kurzer Zeit wird sie scheitern, und wir werden da sein, um zu helfen” — Donald Trump via France 24 Außenminister Marco Rubio ist eine zentrale Figur in der Kuba-Politik der Regierung, die Trump als deutlich aggressiver beschrieb als den Kurs jeder früheren US-Regierung gegenüber der Insel.
Kuba ist seit rund 25 Jahren auf venezolanische Öllieferungen angewiesen. Diese Beziehung wurde zu einer tragenden Säule der Energieinfrastruktur der Insel. Die US-Ölblockade gegen Kuba verschärfte sich deutlich, nachdem US-Streitkräfte am 3. Januar 2026 den venezolanischen Führer Nicolás Maduro festgesetzt hatten und damit Caracas als wichtigsten Brennstofflieferanten Havannas abgeschnitten wurde. Die letzte Öllieferung nach Kuba vor dem Eintreffen der Anatoly Kolodkin kam am 9. Januar aus Mexiko. Danach stellte Mexiko unter Druck des Weißen Hauses die Brennstofflieferungen ein. Die Insel hat seit Ende 2024 sieben landesweite Stromausfälle erlebt, darunter allein zwei im März 2026, was seltene öffentliche Proteste auslöste. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel verhängte Notfallmaßnahmen zur Rationierung von Treibstoff und warnte, „jeder äußere Aggressor werde auf unzerbrechlichen Widerstand treffen“.
Insel mit 9,6 Millionen Menschen leidet unter Stromausfällen, Rationierung und gestrichenen Flügen Die humanitären Folgen der Blockade für die Bevölkerung Kubas mit 9.6 (Millionen Menschen) — Kubas Bevölkerung, die die Energiekrise erduldet sind erheblich. Treibstoffmangel legt Krankenhäuser lahm, bremst den öffentlichen Nahverkehr aus und treibt die Benzinpreise deutlich nach oben. Einige Fluggesellschaften haben Flüge nach Kuba ausgesetzt, was die fragile Wirtschaft des Landes weiter belastet. Díaz-Canel führte nach Beginn der Blockade durch Washington strenge Benzinrationierungen ein, und die alternden Kraftwerke tun sich schwer, die Nachfrage zu decken. Das hat die Serie landesweiter Stromausfälle ausgelöst. Ein separater humanitärer Hilfskonvoi brachte zuletzt mehr als 50 Tonnen Medikamente, Lebensmittel, Solarmodule und andere Güter per Flugzeug und Schiff nach Kuba. Zwei Segelboote — die „Friend Ship“ und die „Tiger Moth“ — legten am 20. März von Isla Mujeres im Südosten Mexikos mit neun Menschen und humanitären Hilfsgütern an Bord in Richtung Kuba ab. Die mexikanische Marine startete eine Such- und Rettungsmission, nachdem der Kontakt zu den Booten abgebrochen war. Ein Sprecher der Flottille sagte am Samstag jedoch, die mexikanische Marine habe beide Segelboote geortet und die Crews seien in Sicherheit. Die Ankunft der Anatoly Kolodkin verschafft zwar vorübergehend Entlastung, ist aber nur eine teilweise und kurzfristige Antwort auf ein Energiedefizit, das Experten zufolge nur durch anhaltende Lieferungen behoben werden kann.
Matanzas
MarineTraffic
Primorsk
Kubas Ölkrise — wichtige Ereignisse: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Dmitri Peskov — rzecznik Kremla
- Marco Rubio — 72. sekretarz stanu Stanów Zjednoczonych i pełniący obowiązki doradcy ds. bezpieczeństwa narodowego
- Jorge Piñón — ekspert z University of Texas at Austin
- Vladimir Putin — prezydent Rosji
- Nicolás Maduro — przywódca Wenezueli schwytany przez siły USA w styczniu 2026 roku
Sources: 15 articles
- Le Kremlin se félicite de l'arrivée d'un pétrolier russe à Cuba (Mediapart)
- Le Kremlin se "réjouit" de l'arrivée d'un pétrolier russe à Cuba défiant le blocus de Washington (mais Trump est d'accord) (BFMTV)
- Un pétrolier russe sous sanctions attendu mardi pour livrer du pétrole à Cuba, Trump ne voit "aucun problème" (Le Figaro.fr)
- Russian tanker nears blockaded Cuba, Trump shrugs off 'a boat of oil' (France 24)
- Donald Trump ne s'oppose pas à l'arrivée d'un pétrolier russe à Cuba, malgré le blocus imposé par les Etats-Unis (Le Monde.fr)
- Petroleiro russo alvo de sanções aproxima-se de Cuba apesar do bloqueio (Notícias ao Minuto)
- Taïwan, pétrolier russe à Cuba et vol de tableaux en Italie : les informations de la nuit (Courrier international)
- US to allow Moscow to send oil to Cuba - reports (RTE.ie)
- " Aucun problème, qu'il s'agisse de la Russie ou non " : un pétrolier russe sous sanctions autorisé par Trump à Cuba (Le Parisien)
- Cuba : un pétrolier russe sous sanctions attendu mardi, défiant le blocus américain (Ouest France)