Ein russischer Öltanker hat am 30. März 2026 den kubanischen Hafen Matanzas erreicht und damit die erste Öllieferung auf die Insel seit Beginn der von den USA geführten Blockade im Januar gebracht. US-Präsident Donald Trump deutete eine faktische Lockerung der Maßnahme an und sagte an Bord der Air Force One, er habe gegen die Lieferung keine Einwände. Für Kuba verschafft die Fracht dem Land vorerst Luft in der schweren Energiekrise, die landesweite Stromausfälle und Ausfälle bei wichtigen Diensten ausgelöst hat.

Erste Lieferung seit Beginn der Blockade

Der Tanker Anatoly Kolodkin brachte am 30. März 2026 erstmals seit Januar wieder Öl nach Kuba.

Trump signalisiert Lockerung

Der US-Präsident sagte, er habe gegen die Lieferung keine Einwände, und stellte die Blockade damit faktisch infrage.

Kuba bleibt strukturell abhängig

Trotz der Lieferung bleibt die Energieversorgung der Insel nach Angaben mehrerer Quellen auf Importe angewiesen.

Der russische Öltanker Anatoly Kolodkin ist am 30. März 2026 im kubanischen Hafen von Matanzas eingetroffen und hat damit erstmals seit Beginn der von den USA geführten Blockade im Januar wieder Öl auf die Insel gebracht. Nach Angaben der russischen Interfax bestätigte die Ankunft des Tankers und bezeichnete die Ladung als „humanitäre Sendung“. US-Präsident Donald Trump signalisierte eine faktische Lockerung der Blockade und sagte Reporterinnen und Reportern an Bord der Air Force One, er habe gegen die Lieferung keine Einwände. Die Fracht verschafft Kuba vorerst eine Atempause in einer schweren Energiekrise, die landesweite Stromausfälle ausgelöst und zentrale Dienste wie Krankenhäuser und den öffentlichen Nahverkehr beeinträchtigt hat.

Die Energiekrise in Kuba begann nach BBC-Angaben nicht erst mit der Blockade vom Januar 2026. Sie habe ihre Ursachen unter anderem im Rückgang der Tourismuseinnahmen nach der Coronavirus-Pandemie und in wirtschaftlichem Missmanagement der Regierung. Venezuela sei lange Zeit Kubas wichtigster Öllieferant gewesen und habe Rohöl zu sehr günstigen Bedingungen geliefert, doch diese Vereinbarung sei zusammengebrochen, nachdem US-Streitkräfte den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro am 3. Januar 2026 festgesetzt hätten. Die heimische Ölproduktion Kubas decke nur rund 40.000 Barrel pro Tag, dem ein täglicher Bedarf von etwa 100.000 Barrel gegenüberstehe. Die Insel sei damit strukturell auf Importe angewiesen. Die letzte Öllieferung aus Mexiko sei am 9. Januar 2026 eingetroffen. Danach habe die Regierung Trump weitere Lieferungen faktisch unterbunden, indem sie mit Sanktionen gegen jedes Land gedroht habe, das Kuba mit Öl versorge.

Trump weist geopolitische Bedenken zurück und nennt Kuba „am Ende“ Trump stellte seine Entscheidung, den Tanker passieren zu lassen, in deutlichen Worten dar und wies den Eindruck zurück, damit werde dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geholfen. „Wir haben da draußen einen Tanker. Es macht uns nichts aus, wenn jemand eine Schiffsladung bekommt, weil sie sie brauchen (...) sie müssen überleben” — Donald Trump via BBC Er fügte hinzu, die Lieferung habe keinen strategischen Effekt. Die kubanische Regierung bezeichnete er als korrupt und das Land unabhängig davon, ob es das Öl erhalte oder nicht, als faktisch erledigt. „Wenn ein Land Kuba jetzt etwas Öl schicken will, habe ich kein Problem damit, ob es Russland ist oder nicht” — Donald Trump via The Independent Trump sagte laut The Independent außerdem, die Lieferung zuzulassen sei vorzuziehen, weil „die Menschen Wärme und Kühlung und all die anderen Dinge brauchen“. Laut BBC blieb unklar, ob Trumps Äußerungen eine vollständige Kehrtwende in der Blockadepolitik oder nur eine zeitlich begrenzte Ausnahme bedeuteten. Außenminister Marco Rubio und Trump hatten die Blockade zuvor als Maßnahme dargestellt, die der kubanischen Bevölkerung helfen solle. Kritiker verwiesen darauf, dass diese Darstellung in Spannung zu den humanitären Folgen des Treibstoffstopps stehe.

Russland stellt die Lieferung als humanitäre Hilfe dar Der russische Energieminister Sergej Ziwiljow begründete die Lieferung öffentlich mit humanitären Erwägungen und verwies auf die Folgen des internationalen Sanktionsdrucks für die Zivilbevölkerung in Kuba. „Kuba befand sich infolge des Sanktionsdrucks in einer schwierigen Lage. Deshalb schicken wir derzeit humanitäre Lieferungen nach Kuba” — Sergey Tsivilev via BBC Die Anatoly Kolodkin verließ nach Angaben von de Volkskrant, die sich auf Daten des Schifffahrtsdatenanbieters Kpler berief, bereits Anfang März den russischen Hafen Primorsk. Das Schiff steht seit Februar 2025 auf einer europäischen Sanktionsliste der EU für russische und belarussische Schiffe und unterliegt nach Angaben von The Independent auch Sanktionen der USA und des Vereinigten Königreichs im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Ein zweiter Tanker, die Sea Horse, der unter Hongkonger Flagge fahre und angeblich rund 200.000 Barrel russisches Öl geladen habe, sei ebenfalls auf dem Weg nach Kuba verfolgt worden, habe jedoch venezolanische Gewässer angelaufen, berichtete de Volkskrant. Von The Independent zitierte Fachleute schätzten, dass die Ladung der Anatoly Kolodkin etwa 180.000 Barrel Diesel ergeben könnte. Das würde Kubas Tagesbedarf für neun bis zehn Tage decken.

Stromausfälle und leere Apotheken prägen die verschärfte Lage Das Ausmaß der humanitären Lage in Kuba hat Warnungen internationaler Gesundheitsorganisationen und Berichte über große Not unter der Bevölkerung ausgelöst. Die Weltgesundheitsorganisation warnte in der vergangenen Woche laut BBC, dass Treibstoffknappheit die kubanischen Krankenhäuser vor große Probleme bei der Aufrechterhaltung von Notfall- und Intensivversorgung stelle. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel, der die Kommunistische Partei Kubas führt und die Insel seit 2021 regiert, verhandle mit der Regierung Trump über einen Ausweg aus der Krise, doch beide Seiten hätten politische und wirtschaftliche Bedingungen formuliert, die eine Einigung erschwerten, berichtete BBC. Die kubanische Regierung habe als Reaktion auf den Druck aus den USA eine teilweise Liberalisierung der staatlich gelenkten Wirtschaft angekündigt. Kubaner im Ausland — vor allem in den Vereinigten Staaten — dürften demnach Unternehmen auf der Insel besitzen, hieß es bei de Volkskrant. Das kubanische Staatsfernsehen begrüßte die Ankunft des Tankers und erklärte laut ANSA, Russland erfülle erneut die Verpflichtung zu materieller Hilfe für Kuba. Trotz der Lieferung wiesen Analysten, die NRC zitierte, darauf hin, dass das Öl nur für einige Wochen Entlastung bringe. Die strukturelle Energielücke der Insel bleibe ohne eine breitere diplomatische Einigung oder die Wiederaufnahme regelmäßiger Importe bestehen.

Kuba-Ölkrise — zentrale Ereignisse: — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Sergey Tsivilev — minister energii Rosji od 14 maja 2024 roku
  • Miguel Díaz-Canel — 17. prezydent Kuby i 8. pierwszy sekretarz Komunistycznej Partii Kuby
  • Marco Rubio — 72. sekretarz stanu Stanów Zjednoczonych i pełniący obowiązki doradcy ds. bezpieczeństwa narodowego
  • Nicolás Maduro — przywódca Wenezueli zatrzymany przez siły USA na początku 2026 roku

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