Israel will im Südlibanon eine Sicherheitszone bis zum Litani einrichten und kontrollieren. Nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz sollen vertriebene libanesische Zivilisten vorerst nicht zurückkehren dürfen, bis Israel den Norden des Landes als gesichert ansieht. Der Vorstoß würde sich über rund 30 Kilometer nördlich der Grenze und über etwa zehn Prozent des libanesischen Staatsgebiets erstrecken.
Sicherheitszone bis zum Litani
Israel will im Südlibanon eine von seinen Streitkräften kontrollierte Zone bis zum Litani schaffen, etwa 30 Kilometer nördlich der Grenze.
Rückkehr Vertriebener vorerst blockiert
Libanesische Zivilisten sollen nach den Angaben von Israel Katz nicht in das Gebiet zurückkehren dürfen, bis Nordisrael als sicher gilt.
Vorbild sind Einsätze in Gaza
Katz verwies ausdrücklich auf das „Rafah- und Beit-Hanoun-Modell“, bei dem Gebäude in Grenznähe geräumt und zerstört wurden, um einen Puffer zu schaffen.
Hohe Opfer- und Fluchtzahlen
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mehr als 1.000 Menschen getötet; mehr als eine Million Menschen wurden vertrieben.
Politische Folgen in Beirut
Der Libanon erklärte den iranischen Botschafter zur Persona non grata, während die Regierung zugleich an der Entwaffnung der Hisbollah festhält.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat am 24. März 2026 angekündigt, dass israelische Truppen im Südlibanon eine Sicherheitszone bis zum Litani einrichten und kontrollieren werden. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze. Vertriebene libanesische Zivilisten sollen nach diesen Plänen nicht in das Gebiet zurückkehren können, solange Israel den Norden des eigenen Landes nicht als gesichert betrachtet. Katz äußerte sich dazu bei einer Lagebesprechung mit ranghohen Militärkommandeuren, darunter der Generalstabschef der israelischen Streitkräfte Generalleutnant Eyal Zamir. Der Minister sagte, fünf Brücken über den Litani seien bereits von israelischen Streitkräften zerstört worden. Diese Brücken seien nach seiner Darstellung von der Hisbollah für den Transport von Kämpfern und Waffen genutzt worden. Nach einem Bericht von El Periódico umfasst die Zone rund zehn Prozent des libanesischen Staatsgebiets. Ob die militärische Kontrolle nur vorübergehend oder auf Dauer angelegt sein soll, ließ Katz offen. Einen Zeitplan für einen möglichen Rückzug nannte er nicht.
Israel hatte den Südlibanon bereits von 1982 bis zum Jahr 2000 besetzt und sich nach einem langen Konflikt mit der Hisbollah zurückgezogen. Ein Waffenruheabkommen vom November 2024 sah vor, dass sich die Hisbollah hinter den Litani zurückzieht. Zugleich sollte das Gebiet zwischen dem Fluss und der israelischen Grenze entmilitarisiert werden. Dort sollten nur UNIFIL und die libanesische Armee operieren dürfen. In den Monaten danach warfen sich beide Seiten regelmäßig Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Die jetzige Eskalation begann am 28. Februar 2026, als Streitkräfte der Vereinigten Staaten und Israels Angriffe auf Iran flogen und dabei der Oberste Führer Ali Khamenei getötet wurde. Am 2. März 2026 feuerte die Hisbollah nach Angaben des Berichts als Vergeltung Raketen auf den Norden Israels ab. Das löste den nun laufenden israelischen Bodenvorstoß und die Luftangriffe im Libanon aus.
Katz stellte die Militärstrategie im Südlibanon ausdrücklich als an Einsätzen Israels im Gazastreifen orientiert dar. Er verwies dabei auf das von ihm so bezeichnete „Rafah- und Beit-Hanoun-Modell“, bei dem Gebäude in Grenznähe geräumt und abgerissen wurden, um einen defensiven Puffer zu schaffen. Das libanesische Gesundheitsministerium teilte nach Angaben der BBC mit, seit Beginn dieser Phase des Konflikts seien mehr als 1.000 Menschen getötet worden. Darunter seien mindestens 118 Kinder und 40 Beschäftigte im Gesundheitswesen. Das Ministerium unterscheidet in seinen Zahlen nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern. Im gesamten Libanon seien mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Das hat Warnungen vor einer schweren humanitären Krise ausgelöst. Libanons Präsident Joseph Aoun bezeichnete die israelischen Pläne als eine „Politik der Kollektivbestrafung gegen Zivilisten“. Nach Angaben von La Vanguardia wurden zwei israelische Soldaten bei den Kämpfen getötet.
Key events in the Lebanon escalation: — ; — ; — ; —
Finanzminister hatte den Litani bereits als neue Grenze Israels bezeichnet Die Ankündigung von Katz erfolgte einen Tag, nachdem Finanzminister Bezalel Smotrich öffentlich gefordert hatte, der Litani solle Israels neue Grenze zum Libanon werden. Das Gebiet südlich des Flusses solle in eine „sterile Sicherheitszone“ umgewandelt werden. Katz schloss sich dieser Gebietsforderung nicht ausdrücklich an. Er stellte die Zone vielmehr als Sicherheitsmaßnahme dar und nicht als Annexion. Zugleich machte er keine Angaben dazu, wann oder ob israelische Truppen sich wieder zurückziehen würden. Die libanesischen Behörden gingen gleichzeitig diplomatisch vor. Nach Angaben von El Periódico erklärten sie den iranischen Botschafter in Beirut zur Persona non grata und forderten ihn auf, das Land vor Sonntag zu verlassen. Die Hisbollah, die in den 1980er Jahren als Reaktion auf die israelische Besatzung des Libanon entstanden war, setzt nach Angaben von La Vanguardia ihre täglichen Raketen- und Drohnenangriffe auf israelisches Gebiet fort und kämpft in Dörfern im Süden gegen israelische Truppen. Die libanesische Regierung hat erklärt, sie wolle die Hisbollah entwaffnen. Die Organisation weigert sich jedoch, über die Zukunft ihrer Waffen zu sprechen. Katz sagte bei seiner Unterrichtung mit Blick auf das aus seiner Sicht untätige Vorgehen der libanesischen Regierung: „Das Prinzip ist klar: Gibt es Terror und Raketen, gibt es keine Häuser und keine Bewohner – und die israelischen Streitkräfte sind im Inneren.” — Israel Katz via BBC
Mentioned People
- Israel Katz — izraelski minister obrony i członek izraelskiego gabinetu bezpieczeństwa
- Eyal Zamir — szef Sztabu Generalnego Sił Obronnych Izraela
- Bezalel Smotrich — izraelski minister finansów od 2022 r. i lider partii Religijny Syjonizm
- Ali Khamenei — drugi najwyższy przywódca Iranu od 1989 r. do zamachu, w którym zginął w lutym 2026 r.
Sources: 12 articles
- Israel Plans to Control Large Parts of Southern Lebanon, Defense Minister Says (The New York Times)
- Israel to control large buffer zone in southern Lebanon, its defence minister says (BBC)
- Israel mantendrá el control del sur del Líbano y no permitirá el retorno de la población, según el ministro de Defensa (El Periódico)
- Israel se dispone a controlar el sur del Líbano tras destruir los puentes usados por Hezbolá (20 minutos)
- Krieg im Nahen Osten: Israel will Libanon bis Litani-Fluss kontrollieren (tagesschau.de)
- Israel anuncia que ocupará gran parte del sur de Líbano (LaVanguardia)
- Líbano pode tornar-se uma "segunda Gaza"? Israel destrói pontes, isola o sul e prepara frente de guerra duradoura (Jornal Expresso)
- Israel afirma que vai criar zona de segurança no sul do Líbano (Notícias ao Minuto)
- Israel confiesa su deseo de "controlar" todo el sur del Líbano hasta el río Litani (RTVE.es)
- Israel continúa con su ocupación en el sur de Líbano y afirma que controlará los puentes y la zona del río Litani (LaSexta)