Schleswig-Holstein hat beim Einkauf neuer Busse und anderer Fahrzeuge im öffentlichen Bereich die gesetzlichen Vorgaben deutlich übertroffen. Nach Angaben des Verkehrsministeriums waren zwischen dem 2. August 2021 und Ende 2025 fast zwei Drittel der neu beschafften Busse vollständig emissionsfrei. Auch bei anderen Fahrzeuggruppen lag das Land über den Mindestquoten.

Busse deutlich über Ziel

In Schleswig-Holstein lag der Anteil emissionsfreier E-Busse bei 61,9 Prozent und damit weit über dem gesetzlichen Mindestwert von 22,5 Prozent.

Auch andere Fahrzeuggruppen stärker als gefordert

Pkw, Kleinbusse, leichte Nutzfahrzeuge und Lastwagen übertrafen ebenfalls die Vorgaben, teilweise mit deutlichem Abstand.

Höhere Ziele bis 2030

Für den neuen Referenzzeitraum steigen die Quoten für saubere Busse, emissionsfreie Busse und Lastwagen weiter an.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums von Schleswig-Holstein waren zwischen dem 2. August 2021 und Ende 2025 61.9% (Anteil neuer Busse) — emissionsfreie E-Busse unter den neu beschafften Fahrzeugen des öffentlichen Fuhrparks. Damit lag das Land deutlich über dem gesetzlichen Mindestwert von 22,5 Prozent für den Referenzzeitraum. Zählt man Busse mit anderen nicht-fossilen Alternativantrieben wie Wasserstoff mit, lag der Anteil sauberer Busse bei 72,5 Prozent. Erfasst sind alle Straßenfahrzeuge, die öffentliche Auftraggeber des Landes in diesem Zeitraum von vier Jahren und sechs Monaten neu beschafft haben. Die Zahlen wurden am 28. März 2026 veröffentlicht und von der Deutschen Presse-Agentur verbreitet.

Kommunen werden für höhere Umstellungskosten gelobt Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen von der CDU, der seit Juni 2022 in Schleswig-Holstein für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus zuständig ist, führte das gute Ergebnis unmittelbar auf die Kommunen und ihre Unternehmen zurück. „Dieses positive Ergebnis ist in erster Linie den Kommunen und ihren Unternehmen zu verdanken, die im Sinne des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes nicht vor den zusätzlichen Kosten für die Umstellung auf saubere und emissionsfreie Straßenfahrzeuge zurückgeschreckt sind, zum Nutzen einer besseren Umwelt mit geringeren Luftschadstoffemissionen” — Claus Ruhe Madsen via dpa Mit seinen Äußerungen machte der Minister deutlich, dass der Wechsel zu elektrischen und alternativen Fahrzeugflotten finanzielle Belastungen mit sich bringt, die die Kommunen übernommen haben. Konkrete Förderzahlen nannte die Landesregierung im Zusammenhang mit den Ergebnissen nicht. Die Daten zeigen ein breiteres Muster der Erneuerung öffentlicher Fuhrparks im Verkehrsnetz des Landes.

Auch bei Autos und Lastwagen wurden die Vorgaben übertroffen Über die Busse hinaus übertrafen auch andere Fahrzeugklassen ihre gesetzlichen Mindestwerte, allerdings mit geringeren Abständen. Bei Pkw, Kleinbussen und leichten Nutzfahrzeugen lag der saubere Anteil bei 42,1 Prozent und damit über dem Ziel von 38,5 Prozent. Bei Lastwagen — dazu zählen auch Müllfahrzeuge — lag der Anteil bei 28,9 Prozent und damit fast dreimal so hoch wie der gesetzlich vorgeschriebene Mindestwert von 10 Prozent. Nach den vom Ministerium verwendeten Definitionen gelten Autos und leichte Fahrzeuge als sauber, wenn sie nicht mehr als 50 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Lastwagen und Busse zählen dazu, wenn sie mit alternativen Kraftstoffen fahren, die sich nicht mit fossilen Kraftstoffen mischen lassen. Die Ergebnisse in allen Kategorien zeigen, dass der öffentliche Sektor in Schleswig-Holstein die durch das Bundesrecht gesetzten Schwellen durchgehend übertroffen hat.

Emissionsfreie Busse (Ist): 61.9, Emissionsfreie Busse (Ziel): 22.5, Saubere Busse (Ist): 72.5, Saubere Busse (Ziel): 45, Pkw/Kleinbusse/leichte Transporter (Ist): 42.1, Pkw/Kleinbusse/leichte Transporter (Ziel): 38.5, Lastwagen (Ist): 28.9, Lastwagen (Ziel): 10

Strengere Ziele für 2030 setzen nun die nächste Marke Das Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz, das diese Ergebnisse ausgelöst hat, setzt nun höhere Vorgaben für den Zeitraum bis Ende 2030. Das Ziel für saubere Busse steigt von 45 Prozent auf 65 Prozent, während die Quote für emissionsfreie Busse von 22,5 Prozent auf 32,5 Prozent angehoben wird. Für Lastwagen steigt der Mindestwert von 10 Prozent auf 15 Prozent, während die Vorgabe für Pkw, Kleinbusse und leichte Nutzfahrzeuge bei 38,5 Prozent bleibt. Das Gesetz verpflichtet den öffentlichen Sektor, Fahrzeuge mit null oder geringen Emissionen zu beschaffen, um die Belastung des Verkehrssektors strukturell zu senken. Da Schleswig-Holstein im vorangegangenen Zeitraum bereits 61,9 Prozent emissionsfreie Busse erreicht hat, erscheint das neue Ziel von 32,5 Prozent bei emissionsfreien Bussen gut erreichbar. Das Ziel von 65 Prozent bei sauberen Bussen dürfte allerdings nur mit anhaltend hoher Beschaffungstätigkeit zu schaffen sein.

Ziele für saubere Fahrzeuge in Schleswig-Holstein: 2025 und 2030: Saubere Busse (before: 45% (Ziel bis 2025), after: 65% (Ziel bis 2030)); Emissionsfreie Busse (before: 22,5% (Ziel bis 2025), after: 32,5% (Ziel bis 2030)); Lastwagen (before: 10% (Ziel bis 2025), after: 15% (Ziel bis 2030)); Pkw, Kleinbusse, leichte Transporter (before: 38,5% (Ziel bis 2025), after: 38,5% (Ziel bis 2030))

Deutschland hat das Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz eingeführt, um eine Richtlinie der Europäischen Union umzusetzen, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, sicherzustellen, dass öffentliche Stellen einen Mindestanteil sauberer und emissionsfreier Fahrzeuge beschaffen. Das Gesetz trat am 2. August 2021 in Kraft und legte den ersten Referenzzeitraum fest, der bis Ende 2025 lief. Die Regelung zielt vor allem auf die Senkung von CO2- und Luftschadstoffemissionen im öffentlichen Nahverkehr und bei kommunalen Dienstleistungen. Schleswig-Holstein gehört zu den deutschen Ländern, die ihre Erfüllungsdaten zum Ende des ersten Referenzzeitraums öffentlich gemacht haben.

Mentioned People

  • Claus Ruhe Madsen — Minister gospodarki, transportu, pracy, technologii i turystyki w rządzie krajowym Szlezwiku-Holsztynu

Sources: 4 articles