Die G7-Außenminister haben sich bei ihrem Treffen nahe Paris überraschend auf eine gemeinsame Erklärung zum Krieg im Iran verständigt. Darin fordern sie ein sofortiges Ende der Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur, während US-Außenminister Marco Rubio einen Abschluss der Militäraktion in „Wochen, nicht Monaten“ für möglich hält.

Gemeinsame G7-Erklärung zum Iran-Krieg

Die Außenminister fordern ein sofortiges Ende der Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur und betonen die Sicherheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus.

Rubio setzt auf schnellen militärischen Abschluss

Der US-Außenminister spricht von einem möglichen Ende der Operation in „Wochen, nicht Monaten“ und lehnt eine amerikanische Anfrage nach Militärhilfe ab.

Berlin sieht Gesprächsbereitschaft, aber keine Entwarnung

Johann Wadephul verweist auf mögliche Gespräche mit Iran in Pakistan und warnt vor Folgen des Konflikts für die Ukraine und Europas Wirtschaft.

Merz bezweifelt Strategie für einen Regimewechsel

Der Bundeskanzler äußert Zweifel an der US-Linie und hält einen politischen Umbruch im Iran nicht für erreichbar.

Die G7-Außenminister haben sich bei ihrem Treffen nahe Paris am 27. März 2026 überraschend auf eine gemeinsame Erklärung zum Krieg im Iran verständigt. Darin fordern sie ein sofortiges Ende der Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur, während US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die Militäraktion könne in „Wochen, nicht Monaten“ abgeschlossen werden, ohne dass Bodentruppen nötig seien. Das Treffen, das der französische Außenminister Jean-Noël Barrot in der Zisterzienserabtei von Vaux-de-Cernay südwestlich von Paris ausrichtete, brachte die Außenminister der Vereinigten Staaten, Frankreichs, Deutschlands, Großbritanniens, Italiens, Japans und Kanadas zusammen. Rubio, der erst in der Nacht vor dem zweiten und letzten Verhandlungstag ankam, legte die US-Kriegsziele in deutlichen Worten dar. „Wenn wir mit ihnen fertig sind, werden sie schwächer sein als je zuvor” — Marco Rubio via ORF Zu den genannten Zielen gehört die Zerstörung der iranischen Luftwaffe, der Marine, der Produktion von Raketen und Drohnen sowie letztlich der Fähigkeit des Landes, eine Atomwaffe zu entwickeln. Die gemeinsame Erklärung, die mehrere Medien angesichts früherer US-Kritik an europäischen Verbündeten als unerwartet beschrieben, betonte zudem die Notwendigkeit einer sicheren und gebührenfreien Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus.

Rubio nennt iranischen Gebührenplan „illegal und inakzeptabel“ Rubio warnte direkt vor iranischen Plänen, für die Schifffahrt in der Straße von Hormus ein Gebührenmodell einzuführen, und bezeichnete den Vorschlag als illegal. „Das ist illegal und inakzeptabel. Die internationale Gemeinschaft muss das verhindern.” — Marco Rubio via Stern Er fügte hinzu, die Vereinigten Staaten würden ihren Beitrag zur Sicherung der Wasserstraße leisten, ohne zwangsläufig die Führung zu übernehmen, und verwies dabei auf eine Initiative Großbritanniens. Am Vortag hatten sich die Generalstabschefs von mehr als 30 Staaten getroffen, um über den Aufbau einer Koalition zur Sicherung der Schifffahrt durch die Meerenge zu sprechen. Rubio sagte, die Bemühungen sollten über die G7 hinausreichen, da Länder in ganz Asien und weltweit ein direktes Interesse am Ausgang hätten. Er schloss auch nicht aus, Waffen, die ursprünglich für die Ukraine bestimmt waren, in den Iran-Konflikt umzuleiten, falls amerikanische Interessen das erforderten. „Wenn wir etwas für Amerika brauchen, dann steht Amerika an erster Stelle” — Marco Rubio via Stern Zugleich betonte Rubio erneut, dass Washington von seinen Verbündeten in der aktiven Phase des Konflikts keine militärische Hilfe verlange. „Wir bitten niemanden um Hilfe. Wir erledigen die Arbeit.” — Marco Rubio via ORF

Das G7-Format geht auf einen Gipfel im Jahr 1975 im Château de Rambouillet zurück, das rund zehn Kilometer von Vaux-de-Cernay entfernt liegt. Dort kamen sechs große westliche Volkswirtschaften als Reaktion auf die Ölkrise jener Zeit zusammen. Kanada trat der Gruppe ein Jahr später bei, womit sie auf sieben Mitglieder anwuchs. Der aktuelle Krieg im Iran begann am 28. Februar 2026, als die Vereinigten Staaten und Israel die Operation Epic Fury starteten, bei der der damalige Oberste Führer Ali Khamenei bei den ersten Angriffen getötet wurde. Mojtaba Khamenei, sein Sohn, wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Der Konflikt hat erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft, besonders in Europa, und die laufenden diplomatischen Bemühungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine erschwert.

Deutscher Minister sieht keinen Riss und deutet Pakistan-Gespräche an Der deutsche Außenminister Johann Wadephul bezeichnete die Atmosphäre der Gespräche als konstruktiv und sagte, zwischen den G7-Partnern gebe es in der Iran-Frage keine Differenzen. „Das war ein wirklich ernstes, ein gutes Gespräch. Es gab und gibt von den Vereinigten Staaten von Amerika, insbesondere an uns, keine Forderung, vor dem Ende der Kampfhandlungen einen militärischen Beitrag zu leisten.” — Johann Wadephul via Der Tagesspiegel Wadephul, der dem Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz angehört, trat auch dem Eindruck eines transatlantischen Zerwürfnisses entgegen und verwies darauf, dass Deutschland Bereitschaft signalisiert habe, nach dem Ende der Kampfhandlungen zur Sicherung der Straße von Hormus beizutragen. Er teilte mit, dass Vorbereitungen für direkte Gespräche zwischen US-amerikanischen und iranischen Vertretern liefen, die nach seiner Darstellung in naher Zukunft wohl in Pakistan stattfinden würden. Wadephul warnte zudem gesondert, die Unterstützung für die Ukraine könne durch den Iran-Krieg ausgehöhlt werden, da Iran und Russland eng zusammenarbeiteten. „Da Iran und Russland in einem möglichst engen Maß zusammenarbeiten, müssen wir noch enger zusammenstehen.” — Johann Wadephul via N-tv Er wies außerdem darauf hin, dass die wirtschaftlichen Folgen der beiden Konflikte in der Ukraine und im Iran in Europa deutlich zu spüren seien.

Merz bezweifelt, dass die US-Strategie einen Regimewechsel erreicht Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich skeptisch dazu, ob die Vereinigten Staaten für den Iran-Konflikt über eine schlüssige Strategie verfügten, insbesondere mit Blick auf die Frage eines Regimewechsels. Bei einer Veranstaltung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Merz, er glaube nicht, dass dieses Ziel erreichbar sei. „Ich habe große Zweifel, ob es eine Strategie gibt und ob diese Strategie dann auch tatsächlich erfolgreich umgesetzt wird. Insofern kann das auch noch ein bisschen länger dauern. Es wird wahrscheinlich nicht besser.” — Friedrich Merz via Stern Rubio ließ seinerseits offen, ob am Ende Bodentruppen eingesetzt werden könnten, und sagte, die Vereinigten Staaten wollten sich die nötige Flexibilität bewahren, um Präsident Donald Trump möglichst viele Optionen zu geben. Die Frage von Bodentruppen gilt in den Vereinigten Staaten wegen der langen und kostspieligen Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan als politisch heikel. Auf diplomatischer Ebene bestätigte Rubio, dass es einen Nachrichtenaustausch mit der iranischen Führung gegeben habe und dass Teheran eine gewisse Bereitschaft gezeigt habe, über bestimmte Fragen zu sprechen, auch wenn noch kein Termin für Gespräche feststehe. „Das kann jederzeit geschehen. Bis dahin wird die Militäraktion fortgesetzt.” — Marco Rubio via ORF Barrot kündigte an, ein Folgetreffen der G7-Außenminister mit ihren Amtskollegen aus dem Golf-Kooperationsrat werde vorbereitet, während Rubio zusagte, den Rat der Außenminister der Europäischen Union zu unterrichten.

Mentioned People

  • Marco Rubio — 72. sekretarz stanu Stanów Zjednoczonych i pełniący obowiązki doradcy do spraw bezpieczeństwa narodowego
  • Johann Wadephul — federalny minister spraw zagranicznych Niemiec w rządzie Merza
  • Jean-Noël Barrot — francuski minister do spraw Europy i spraw zagranicznych
  • Friedrich Merz — 10. kanclerz Republiki Federalnej Niemiec
  • Donald Trump — prezydent Stanów Zjednoczonych

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