In Golders Green im Norden Londons sind in der Nacht zum 23. März 2026 vier Rettungswagen des jüdischen Freiwilligendienstes Hatzola bei einem Brandanschlag zerstört oder beschädigt worden. Die Polizei wertet den Fall als antisemitisches Hassverbrechen. Die Anti-Terror-Einheit übernahm die Ermittlungen, auch wenn die Tat bislang nicht offiziell als Terrorakt eingestuft ist.

Vier Rettungswagen zerstört

In Golders Green wurden in der Nacht zum 23. März 2026 vier Fahrzeuge des jüdischen Rettungsdienstes Hatzola bei einem Brandanschlag zerstört oder beschädigt.

Polizei wertet Tat als antisemitisches Hassverbrechen

Die Metropolitan Police sucht nach drei Verdächtigen. Die Anti-Terror-Einheit hat die Ermittlungen übernommen, obwohl der Fall noch nicht offiziell als Terrorakt eingestuft ist.

Bekennervideo wird geprüft

Eine proiranische Gruppe reklamierte den Angriff auf einem neu eingerichteten Telegram-Kanal für sich. Die Polizei hat die Echtheit des Anspruchs bislang nicht bestätigt.

Keine Verletzten, Anwohner evakuiert

Gasflaschen in den Fahrzeugen explodierten während des Brandes. Fensterscheiben eines Nachbargebäudes zerbarsten, Anwohner wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Angriff vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen

Im Vereinigten Königreich wurden 2025 insgesamt 3.700 antisemitische Vorfälle registriert, der zweithöchste Jahreswert des Community Security Trust.

Vier Rettungswagen des Hatzola, eines jüdischen freiwilligen Rettungsdienstes, sind in den frühen Morgenstunden des Montags, 23. März 2026, bei einem Brandanschlag im nordlondoner Stadtteil Golders Green zerstört worden. Die Polizei behandelt den Vorfall als antisemitisches Hassverbrechen. Einsatzkräfte wurden gegen 1.45 Uhr von der Feuerwehr alarmiert. Gegen 3.00 Uhr war das Feuer gelöscht, nachdem 40 (firefighters) — 40 Feuerwehrleute mit sechs Löschfahrzeugen im Einsatz gewesen waren. Während des Brandes explodierten Gasflaschen in den Rettungswagen. Dadurch gingen Fensterscheiben in einem benachbarten Wohngebäude zu Bruch, außerdem wurden Anwohner in der Umgebung vorsorglich evakuiert. Verletzt wurde niemand. Auf von der Polizei ausgewertetem Überwachungsmaterial ist zu sehen, wie drei vermummte Personen den Parkplatz neben einer Synagoge betreten, einen Rettungswagen in Brand setzen und anschließend fliehen. Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Tat als „zutiefst erschütternden antisemitischen“ Angriff und rief Zeugen dazu auf, sich bei der Polizei zu melden. Von britischen Medien veröffentlichte Fotos zeigen drei vollständig ausgebrannte Fahrzeuge und ein viertes beschädigtes Fahrzeug auf dem kleinen Parkplatz.

Anti-Terror-Einheit übernimmt, Bekennerschreiben nicht bestätigt Die Anti-Terror-Einheit der Metropolitan Police übernahm am Montag die Ermittlungen, obwohl der Vorfall bislang nicht offiziell als terroristische Tat eingestuft worden ist. Chief Superintendent Luke Williams bestätigte, dass nach drei Verdächtigen gesucht werde und der Fall als antisemitisches Hassverbrechen behandelt werde. Eine proiranische Gruppe mit dem Namen Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya veröffentlichte auf einem neu eingerichteten Telegram-Kanal ein Video, in dem sie die Verantwortung für den Angriff beanspruchte. Die Polizei erklärte jedoch, die Echtheit dieses Bekennens sei nicht bestätigt. „Die Überprüfung der Echtheit und Richtigkeit dieser Behauptung wird für das Ermittlungsteam Priorität haben, aber derzeit sind wir nicht in der Lage, sie zu bestätigen” — Luke Williams via Courrier international Nach mehreren Berichten hat die Gruppe auch Anschläge in Belgien und in den Niederlanden für sich reklamiert. Die Ermittlerin Sarah Jackson sagte, die Beamten werteten Videoaufnahmen aus Überwachungskameras aus und seien sich der im Internet kursierenden Videos bewusst. „Wir prüfen Aufnahmen von Überwachungskameras und kennen die Videos, die online verbreitet werden. In diesem frühen Stadium gehen wir davon aus, dass wir nach drei Verdächtigen suchen” — Sarah Jackson via France 24 Nach dem Angriff wurden in Golders Green zusätzliche Polizeistreifen eingesetzt.

Gemeindevertreter verurteilen Angriff auf lebensrettenden Dienst Oberrabbiner Ephraim Mirvis, der am Tatort sprach, bezeichnete das Feuer als einen „besonders niederträchtigen Angriff – nicht nur auf die jüdische Gemeinschaft, sondern auf die Werte, die wir als Gesellschaft teilen“. Zugleich sagte er, es handle sich um den jüngsten in einer Reihe antisemitischer Straftaten weltweit. Londons Bürgermeister Sadiq Khan nannte den Vorfall einen „feigen Angriff auf die jüdische Gemeinschaft“ und erklärte, er stehe in engem Kontakt mit der Polizei. Dean Cohen, Bezirksvertreter für Golders Green, sagte, der Ort des Angriffs auf dem Parkplatz einer Synagoge sei „besonders beunruhigend“ und werde Schockwellen durch die Gemeinde senden. Jüdische Anwohner aus der Umgebung, die am Montagmorgen von AFP befragt wurden, sagten, die gezielte Attacke auf ihre Gemeinschaft überrasche sie nicht vollständig, auch wenn die Wahl von Rettungswagen als Ziel viele erschüttert habe. „Es überrascht mich nicht, dass die jüdische Gemeinschaft zum Ziel wurde, das kommt immer wieder vor. Was mich allerdings überrascht, ist, dass sie Rettungswagen angegriffen haben” — Adam Waters via AFP Die 42 Jahre alte Anwohnerin Yael Gluck sagte, die Gemeinde sei „verängstigt“ und der Antisemitismus habe „zu stark zugenommen“. Die Freiwilligenorganisation Shomrim North West London verurteilte den Brand als „gezielte und zutiefst beunruhigende Tat, die einen unverzichtbaren Notdienst für die örtliche jüdische Gemeinschaft trifft“.

Angriff folgt auf Jahr mit Rekordzahl antisemitischer Vorfälle in Großbritannien Golders Green im London Borough of Barnet im Nordwesten der Hauptstadt hat eine große und seit Langem etablierte jüdische Gemeinschaft. Der Community Security Trust registrierte im Vereinigten Königreich im Jahr 2025 3.700 antisemitische Vorfälle. Das war der zweithöchste Jahreswert in der Geschichte der Organisation. Am 2. Oktober 2025, während des Feiertags Jom Kippur, tötete ein Angreifer bei einer Attacke vor einer Synagoge in Manchester zwei Menschen und verletzte drei weitere schwer. Dieser Angriff wurde als die schwerste Attacke gegen die jüdische Gemeinschaft in Europa seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 beschrieben. Zwei Männer wurden später deswegen zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Brandanschlag in Golders Green fügt sich in eine Entwicklung zunehmender antisemitischer Vorfälle in Großbritannien und Europa ein, die von Behörden und Gemeindeorganisationen mit wachsender Sorge verfolgt wird. 3700 (antisemitic acts) — Im Vereinigten Königreich wurden 2025 3.700 antisemitische Vorfälle erfasst, der zweithöchste jemals registrierte Wert. Hatzola, in den 1960er Jahren in Brooklyn in New York gegründet, um jiddischsprachige chassidische Gemeinschaften zu versorgen, arbeitet in Großbritannien als gemeinnützige Organisation mit dem staatlichen Gesundheitssystem zusammen und leistet kostenlose medizinische Nothilfe. Die Zerstörung von vier Fahrzeugen bedeutet einen unmittelbaren Einschnitt in die Notfallkapazitäten in einem dicht besiedelten jüdischen Viertel. Starmer rief die Öffentlichkeit zum Zusammenhalt auf und sagte, es sei „wirklich wichtig, dass wir in einem Moment wie diesem zusammenstehen“.

Mentioned People

  • Keir Starmer — Brytyjski polityk i prawnik, który od 2024 roku pełni urząd premiera Zjednoczonego Królestwa
  • Sadiq Khan — Brytyjski polityk, trzeci i urzędujący burmistrz Londynu od 2016 roku
  • Ephraim Mirvis — Brytyjski rabin ortodoksyjny urodzony w Republice Południowej Afryki, naczelny rabin Zjednoczonych Kongregacji Hebrajskich Wspólnoty Narodów
  • Luke Williams — Naczelnik policji kierujący śledztwem
  • Sarah Jackson — Śledcza kierująca analizą nagrań z monitoringu

Sources: 19 articles