Der polnische Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek hat am 31. März 2026 bei der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, die Aufhebung der parlamentarischen Immunität von Mariusz Kamiński beantragt. Dem PiS-Politiker werden Amtsmissbrauch und unrechtmäßige Ermittlungen während seiner Zeit als Chef der Antikorruptionsbehörde zwischen 2007 und 2009 vorgeworfen. Die Ermittlungen der Regionalstaatsanwaltschaft Lublin konzentrieren sich dabei auf die Operation „Krystyna“.
Antrag auf Immunitätsaufhebung
Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek fordert das EU-Parlament auf, die Immunität von Mariusz Kamiński (PiS) aufzuheben.
Vorwürfe des Amtsmissbrauchs
Es geht um unrechtmäßige CBA-Ermittlungen (Operation „Krystyna“) gegen das Ehepaar Kwaśniewski zwischen 2007 und 2009.
Unrechtmäßiger Immobilienkauf
Dem Ex-CBA-Chef wird vorgeworfen, einen verdeckten Immobilienkauf in Kazimierz Dolny ohne gesetzliche Grundlage angeordnet zu haben.
Politische Reaktion
Kamiński weist die Vorwürfe als politisch motiviert zurück und verweist auf eine abgelehnte Aufhebung seiner Immunität durch den Sejm im Jahr 2014.
Polens Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek hat am 31. März 2026 ein Gesuch an die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, übermittelt, um die parlamentarische Immunität des EU-Abgeordneten Mariusz Kamiński aufzuheben. Kamiński gehört der Partei PiS an. Der Antrag bezieht sich auf mutmaßlichen Amtsmissbrauch in den Jahren 2007 bis 2009, als Kamiński Leiter des Zentralen Antikorruptionsbüros war. Die von der Regionalstaatsanwaltschaft Lublin geleiteten Ermittlungen befassen sich mit operativ-aufklärerischen Maßnahmen unter dem Codenamen „Krystyna“, die ohne sachliche oder rechtliche Grundlage durchgeführt worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft beabsichtigt, Kamiński in diesem Zusammenhang in zwei separaten Punkten anzuklagen. Kamiński reagierte umgehend und wies das Gesuch als politisch motiviert zurück.
Zwei Anklagepunkte wegen CBA-Maßnahmen gegen Ehepaar Kwaśniewski Der erste Vorwurf umfasst den Zeitraum von Juni 2007 bis zum 13. Oktober 2009 und betrifft laut Anklage die Einleitung und Genehmigung unbegründeter operativer Kontrollen. Nach Angaben der Landesstaatsanwaltschaft soll Kamiński CBA-Beamte angewiesen haben, Maßnahmen unter dem Codenamen „Krystyna“ durchzuführen, eilige Überwachungsanordnungen erlassen und beim damaligen Generalstaatsanwalt Anträge auf Genehmigung dieser Kontrollen eingereicht haben. Die Staatsanwaltschaft gab an, Ziel dieser Aktivitäten sei das vorsätzliche Vorhaben gewesen, Strafverfahren gegen Jolanta und Aleksander Kwaśniewski, den ehemaligen polnischen Präsidenten und seine Ehefrau, herbeizuführen. Der zweite Anklagepunkt betrifft den Juli 2009, als Kamiński eine verdeckte Operation zum heimlichen Erwerb einer Immobilie in Kazimierz Dolny eingeleitet und angeordnet haben soll, obwohl die rechtlichen Voraussetzungen dafür fehlten. Laut Landesstaatsanwaltschaft erwarb ein verdeckter Ermittler des CBA das Anwesen von einem als Marek M. identifizierten Mann, jedoch ohne das eigentliche Ziel zu erreichen. Im Immunitätsantrag heißt es, Kamińskis Handeln sei „von Anfang an darauf ausgerichtet gewesen nachzuweisen, dass das Anwesen dem Ehepaar Kwaśniewski gehört“. Entgegen gesetzlicher Bestimmungen habe die Operation nicht der Aufklärung einer bereits begangenen Straftat gedient, sondern zur künstlichen Schaffung eines neuen kriminellen Sachverhalts geführt.
Mariusz Kamiński leitete das Zentrale Antikorruptionsbüro ab 2006 und war laut offizieller Biografie über mehrere Legislaturperioden Mitglied des polnischen Sejm (III., IV., V., VII., VIII., IX. und X. Amtszeit). Seit 2024 vertritt er die PiS im Europäischen Parlament. Die Affäre um die Villa Kwaśniewski ist seit fast zwei Jahrzehnten ein regelmäßiger Streitpunkt in der polnischen Politik. Kamiński verwies darauf, dass der Sejm – damals unter einer Koalition aus Bürgerplattform und Volkspartei – bereits 2014 die Aufhebung seiner Immunität in derselben Angelegenheit abgelehnt habe.
Staatsanwaltschaft: Maßnahmen entbehrten jeder Grundlage Przemysław Nowak, Sprecher der Landesstaatsanwaltschaft, erklärte, dass die fraglichen CBA-Aktivitäten weder eine sachliche noch eine rechtliche Grundlage gehabt hätten. Nowak präzisierte, Ziel der Operation sei lediglich die Bestätigung einer vom CBA gesetzten These gewesen: Dass die tatsächlichen Eigentümer der Immobilie in Kazimierz Dolny die Kwaśniewskis seien und diese über den Strohmann Marek M. gehalten werde. Die Staatsanwaltschaft vertritt die Position, dass keine Beweise für diese These gefunden wurden. Der an Roberta Metsola weitergeleitete Antrag argumentiert, dass die Maßnahmen nicht der Täterermittlung dienten, sondern de facto ein neues kriminelles Ereignis konstruierten. Das Europäische Parlament muss nun entscheiden, ob Kamińskis Immunität aufgehoben wird, bevor formale Anklage erhoben werden kann.
Kamiński kritisiert Vorgehen und verweist auf Präzedenzfall von 2014 Kamiński reagierte auf der Plattform X auf den Antrag und bezeichnete das Vorgehen als Ausdruck politischer Feindseligkeit. „„Dieser Żurek scheint mich sehr zu mögen. Er hat gerade einen weiteren Antrag auf Aufhebung meiner Immunität an das Europäische Parlament geschickt. Er hat ein schreckliches Verbrechen entdeckt. Vor fast 20 Jahren habe ich als Chef des CBA eine Untersuchung des Vermögens der Kwaśniewskis und eine Klärung der Angelegenheit der Villa in Kazimierz angeordnet.“” — Mariusz Kamiński via Do Rzeczy Er betonte, dass der Sejm im Jahr 2014 die Zustimmung zur Aufhebung seiner Immunität in genau diesem Fall verweigert habe. Diese Entscheidung hätte die Angelegenheit abschließen müssen. Er charakterisierte die erneuten Ermittlungen als Akt des politischen Hasses. Waldemar Żurek ist seit 2025 Justizminister und Generalstaatsanwalt in der Regierung von Premierminister Donald Tusk. Der Fall wird nun im Europäischen Parlament weiterbehandelt, wobei der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres, dem Kamiński selbst angehört, eine verfahrenstechnische Rolle einnehmen könnte.
Mentioned People
- Waldemar Żurek — Minister Sprawiedliwości w trzecim rządzie Donalda Tuska i Prokurator Generalny od 2025 roku
- Mariusz Kamiński — Poseł do Parlamentu Europejskiego i były szef Centralnego Biura Antykorupcyjnego
- Roberta Metsola — Przewodnicząca Parlamentu Europejskiego
- Aleksander Kwaśniewski — Były Prezydent RP
- Jolanta Kwaśniewska — Była Pierwsza Dama RP
- Przemysław Nowak — Rzecznik prasowy Prokuratury Krajowej
Sources: 3 articles
- Wniosek o uchylenie immunitetu Kamińskiego. Wraca sprawa willi w Kazimierzu (www.gazetaprawna.pl)
- Żurek uderzył w Kamińskiego. Ma odpowiedzieć za akcję sprzed prawie 20 lat (naTemat.pl)
- "Ależ ten Żurek mnie lubi". Kamiński: Straszną zbrodnię wykrył (Do Rzeczy)
- Żurek wysłał do PE wniosek o uchylenie immunitetu Kamińskiego! (wpolityce.pl)
- Ruch ws. immunitetu Mariusza Kamińskiego. Jest wniosek do PE (polsatnews.pl)
- Kamiński bez ochrony PE? Żurek wysłał wniosek o uchylenie immunitetu! (FAKT24.pl)
- Wniosek o uchylenie immunitetu europosłowi PiS. Znane szczegóły (Wprost)
- Jest wniosek o uchylenie immunitetu Mariusza Kamińskiego (rmf24.pl)
- Polityk PiS straci immunitet? Żurek skierował wniosek (Do Rzeczy)
- Jest wniosek o uchylenie immunitetu Mariuszowi Kamińskiemu (TVN24)