Im Streit um die Straße von Hormus versucht Donald Trump nach Ablehnung durch Verbündete einen neuen Anlauf für internationale Unterstützung. Während Iran und Israel ihre Luftangriffe am 17. März 2026 fortsetzten, warben die USA zugleich für zusätzlichen diplomatischen Druck auf Teheran. Aus der Region kommen widersprüchliche Signale: Golfstaaten drängen auf Härte, Iran warnt Washington und mögliche Partner.
Trump sucht neues Gremium für Hormus
Nach Ablehnung durch Verbündete setzt Donald Trump laut Reuters auf eine Art internationales Aufsichtsgremium für die Straße von Hormus.
Rubio erhöht diplomatischen Druck auf Iran
Marco Rubio wies US-Diplomaten an, Verbündete zu einer Terrorlistung der iranischen Revolutionsgarden und der Hisbollah zu bewegen.
Iran warnt USA und Rumänien
Teheran erklärte, US-Bodentruppen führten zu „einem weiteren Vietnam“, und drohte Rumänien bei Unterstützung amerikanischer Einsätze mit der Einstufung als Angreifer.
Golfstaaten unterstützen harten Kurs
Mehrere arabische Golfstaaten fordern Washington nach Angaben von ANSA auf, den Druck auf Teheran nicht zu mindern.
Keine Details zu Trumps „board“
Zur Struktur oder möglichen Mitgliedern des vorgeschlagenen Gremiums für die Straße von Hormus lagen in den Berichten keine bestätigten Angaben vor.
Donald Trump sucht nach der Zurückweisung seines Kooperationswunsches zur Straße von Hormus nun nach einem neuen Ansatz. Nach Angaben von Reuters bemüht er sich um eine Art internationales Aufsichtsgremium für die Wasserstraße, das als „board“ beschrieben wird. Hintergrund sind die anhaltenden Luftangriffe zwischen Iran und Israel am 17. März 2026. Der Kurswechsel erfolgte, nachdem Trump Verbündete öffentlich dafür kritisiert hatte, dass sie seine früheren Bitten um Zusammenarbeit zurückgewiesen hatten, berichtete Reuters. Die sich ausweitenden militärischen Schlagabtausche zwischen Iran und Israel bilden den Hintergrund einer breiteren diplomatischen Krise, in die Washington, Teheran sowie mehrere regionale und europäische Akteure eingebunden sind. Mehrere arabische Golfstaaten haben den Vereinigten Staaten demnach nahegelegt, den Druck auf Iran nicht zu verringern. Teheran wiederum richtete eine Reihe von Warnungen sowohl an Washington als auch an mögliche Partner der USA. In die Lage einbezogen ist auch Rumänien. Iran erklärte, das Land könne als Angreifer eingestuft werden, falls es den Vereinigten Staaten gestatte, seine Militärbasen für Einsätze gegen Iran zu nutzen.
Rubio drängt Verbündete auf Einstufung von Revolutionsgarden und Hisbollah US-Außenminister und kommissarischer Nationaler Sicherheitsberater Marco Rubio wies amerikanische Diplomaten an, bei verbündeten Regierungen auf eine formelle Einstufung von Irans Revolutionsgarden und der Hisbollah als Terrororganisationen zu dringen. Darüber berichtete Reuters unter Verweis auf die am 16. März 2026 erteilte Anweisung. Der Schritt ist Teil eines koordinierten Versuchs, rund um die zentralen militärischen und paramilitärischen Strukturen Irans eine internationale Druckkulisse aufzubauen. Rubios Anweisung an Diplomaten erfolgte zu einem Zeitpunkt, als sich die breitere Konfrontation zwischen den USA und Iran verschärfte. Washington versucht demnach, Teheran diplomatisch zu isolieren, während die militärischen Angriffe zwischen Iran und Israel andauern. Die Vorgabe unterstreicht den zweigleisigen Ansatz der US-Regierung: militärischer Druck einerseits, diplomatischer Koalitionsaufbau andererseits. Zugleich machte Trumps Kritik an Verbündeten, die seinen Wunsch nach Zusammenarbeit in der Straße von Hormus zurückgewiesen hatten, Spannungen innerhalb des westlichen Bündnisses darüber sichtbar, wie mit der sich zuspitzenden Konfrontation umzugehen ist.
Teheran warnt vor „einem weiteren Vietnam“ bei Einsatz von US-Bodentruppen Iran warnte am 16. März 2026, dass jede Entsendung amerikanischer Bodentruppen für die Vereinigten Staaten zu „einem weiteren Vietnam“ führen werde. Darüber berichtete ANSA. Ebenfalls am selben Tag erklärte Teheran laut ANSA, Rumänien werde als angreifender Staat betrachtet, falls es den Vereinigten Staaten erlaube, rumänische Militärbasen für Einsätze gegen Iran zu nutzen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi wies zudem einen Bericht von Axios zurück, wonach es zuletzt Kontakte zwischen Teheran und Washington gegeben habe. Sein letzter Kontakt mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff habe vor Beginn des aktuellen Konflikts stattgefunden, meldete ANSA unter Berufung auf Araghchi. Araghchi, der seit August 2024 iranischer Außenminister ist, machte keine näheren Angaben zum Zeitpunkt dieses früheren Kontakts. Die Dementis und Warnungen deuten insgesamt darauf hin, dass Teheran sowohl die militärische als auch die diplomatische Dimension der Krise zu steuern versucht. Die Führung weist Darstellungen über mögliche inoffizielle Gesprächskanäle zurück und versucht zugleich, Drittstaaten von einer Unterstützung amerikanischer Einsätze abzuhalten.
Die Straße von Hormus ist seit langem ein Brennpunkt der Spannungen zwischen den USA und Iran. Teheran hat wiederholt damit gedroht, die Wasserstraße als Reaktion auf westliche Sanktionen oder militärischen Druck zu schließen. Die Revolutionsgarden werden von den Vereinigten Staaten seit 2019 als ausländische Terrororganisation eingestuft. Die von Iran unterstützte Hisbollah wird von den USA und der EU seit Jahrzehnten als Terrororganisation eingestuft. Der aktuelle Konflikt zwischen Iran und Israel folgt auf eine längere Phase gegenseitiger Angriffe und von Stellvertretern geführter Auseinandersetzungen, die sich in den vorangegangenen Jahren verschärft hatten.
Golfstaaten drängen Washington zu hartem Kurs gegen Teheran Mehrere arabische Golfstaaten haben die Vereinigten Staaten nach Angaben von ANSA aufgefordert, ihre Operationen nicht einzustellen und den Druck auf Iran nicht zu lockern. ANSA berief sich dabei auf mit den regionalen Abläufen vertraute Quellen. Die Unterstützung aus den Golfstaaten verweist auf einen Unterschied zu einigen westlichen Verbündeten, die beim Umfang und Tempo amerikanischer Maßnahmen zurückhaltender gewesen sind. Reuters berichtete, Trump sei gewarnt worden, sein Vorgehen könne iranische Vergeltung gegen amerikanische Verbündete in der Golfregion auslösen. Dieses Risiko scheinen Regierungen am Golf in Kauf zu nehmen, wenn sie sich davon ein entschiedeneres Ergebnis gegenüber Teheran versprechen. Die konkurrierenden Erwartungen an Washington – Zurückhaltung bei Verbündeten in Europa, Ermutigung aus den Golfstaaten und iranische Abschreckungsdrohungen – bringen die Regierung Trump in eine komplexe diplomatische Lage. Trumps vorgeschlagenes „board“ für die Straße von Hormus wirkt vor diesem Hintergrund wie der Versuch, nach der anfänglichen Ablehnung erneut multilaterale Unterstützung zu organisieren. Bestätigte Einzelheiten zu Struktur oder Mitgliedschaft dieses Gremiums lagen in den zugrunde liegenden Berichten allerdings nicht vor. Die sich überlagernden militärischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Dimensionen der Krise sprechen dafür, dass die Konfrontation kaum rasch beigelegt werden dürfte, zumal jeder Beteiligte eigene und teils widersprüchliche Ziele verfolgt.