Das Pentagon hat nach einem Bericht der „Washington Post“ weitreichende Pläne für eine mehrwöchige Bodenoffensive gegen Iran ausgearbeitet. Im Fokus stehen demnach die Öl-Exportdrehscheibe Kharg Island und Küstenstellungen nahe der Straße von Hormus. Ob Präsident Donald Trump überhaupt Truppen entsenden wird, ist weiter offen.
Pentagon plant begrenzte Bodenoption
Laut „Washington Post“ geht es um eine mehrwöchige Offensive mit Spezialkräften und regulären Bodentruppen, nicht um eine Vollinvasion.
Weißes Haus sendet widersprüchliche Signale
Karoline Leavitt und Marco Rubio betonen, dass noch keine Entscheidung gefallen sei; Rubio schließt Bodentruppen aber nicht aus.
Iran droht mit Vergeltung
Mohammad Bagher Ghalibaf warnt vor Angriffen auf anrückende US-Truppen und spricht von einem „großen Weltkrieg“.
USS Tripoli verstärkt US-Präsenz
Das amphibische Angriffsschiff ist mit 3.500 Angehörigen der Marine und des Marine Corps in der Golfregion eingetroffen.
Hohe Kosten eines Bodeneinsatzes
Mehr als 300 Verletzte, 13 Tote und eine ablehnende US-Öffentlichkeit erhöhen das politische und militärische Risiko.
Das Pentagon hat nach einem Bericht der „Washington Post“ am 29. März 2026 weitreichende Pläne für eine mehrwöchige Bodenoffensive in Iran ausgearbeitet. Vorgesehen seien kombinierte Einsätze von Spezialkräften und regulären Bodentruppen, eine großangelegte Invasion sei nach Angaben nicht namentlich genannter US-Beamter, auf die sich die Zeitung beruft, derzeit jedoch nicht Teil der Planung. Präsident Donald Trump habe bislang keinen Bodeneinsatz autorisiert, und es sei weiter unklar, welche der Optionen des Pentagons er überhaupt billigen werde. Der Bericht erschien rund einen Monat nach den Luftangriffen der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran am 28. Februar 2026, mit denen die als Operation Epic Fury bekannt gewordene Kampagne begonnen hatte.
Die US-israelische Militärkampagne gegen Iran, die als Operation Epic Fury bezeichnet wurde, begann am 28. Februar 2026 mit koordinierten Luftangriffen. Ali Khamenei, Irans oberster Führer, wurde bei den ersten Angriffen getötet, und Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zu seinem Nachfolger ernannt. Der Konflikt hat sich seitdem über den Nahen Osten ausgeweitet, wobei iranische Vergeltungsschläge in mindestens sieben Ländern der Region gemeldet wurden. Der Krieg markierte eine deutliche Eskalation der seit Langem bestehenden Spannungen zwischen Washington und Teheran über Irans Atomprogramm sowie seine Raketen- und Drohnenfähigkeiten.
Weißes Haus hält sich alle Optionen offen Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte, dass es entsprechende Planungen im Pentagon gebe, machte aber keine Angaben zu einer Entscheidung des Präsidenten. „Es ist die Aufgabe des Pentagons, Vorbereitungen zu treffen, damit der Oberbefehlshaber möglichst frei handeln kann. Das bedeutet nicht, dass der Präsident bereits eine Entscheidung getroffen hat.” — Karoline Leavitt via Washington Post Außenminister Marco Rubio sagte nach einem Treffen der G7-Außenminister in Frankreich, die Vereinigten Staaten könnten alle Kriegsziele auch ohne Bodentruppen erreichen. Als Ziele nannte er die Zerstörung von Irans Raketen- und Drohnenfähigkeiten, Waffenfabriken, Marine und Luftwaffe. Einen Bodeneinsatz schloss Rubio jedoch nicht kategorisch aus. Trump selbst hatte noch am 20. März gesagt, er werde „nirgendwo Truppen einsetzen“, zugleich aber die täglichen Drohungen ausgeweitet, die Angriffe gegen Iran zu verschärfen. Die Regierung habe zudem eine Frist mit Blick auf angedrohte Schläge gegen iranische Energieanlagen mehrfach verlängert und dies mit dem Bedarf an mehr Zeit für Verhandlungen begründet. Ein früherer ranghoher Verteidigungsbeamter, der mit den Planungen vertraut sei, sagte der „Washington Post“: „Das ist keine Planung in letzter Minute.” — unnamed US official via Washington Post
Iran droht anrückenden US-Truppen mit Feuer und Vergeltung Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, warnte Washington am selben Tag der Veröffentlichung des Berichts, dem 30. Kriegstag, nachdrücklich. „Zweifeln Sie keine Sekunde an der Entschlossenheit unserer Soldaten.” — Mohammad Bagher Ghalibaf via Tasnim news agency Ghalibaf, der seit 2020 Parlamentspräsident ist und zuvor die Revolutionsgarden kommandiert hatte, warf den Vereinigten Staaten vor, öffentlich Gesprächsbereitschaft zu signalisieren, während im Verborgenen ein Bodenangriff vorbereitet werde. Er sagte, iranische Kräfte warteten ausdrücklich auf das Eintreffen von US-Bodentruppen. „Sie warten auf die Ankunft amerikanischer Truppen am Boden, um sie in Brand zu setzen und ihre regionalen Partner für immer zu bestrafen.” — Mohammad Bagher Ghalibaf via Tasnim news agency Den größeren Konflikt bezeichnete er als „großen Weltkrieg“ und sagte, Iran müsse sich auf „den kurvigen und schwierigen Weg, der vor uns liegt“, einstellen. Separat drohte die Iranische Revolutionsgarde mit Angriffen auf US-Universitäten in der Golfregion. Sie forderte Washington laut iranischen Medien auf, die angeblichen US-israelischen Angriffe auf iranische Universitäten bis Montagmittag offiziell zu verurteilen. Ghalibafs Äußerungen fielen an dem Tag, an dem sich die Außenminister von Saudi-Arabien, Ägypten, Pakistan und der Türkei in Islamabad treffen sollten, um über eine Deeskalation zu beraten.
USS Tripoli trifft ein, während die Zahl der Verletzten über 300 steigt Die USS Tripoli, ein amphibisches Angriffsschiff der America-Klasse, ist am 27. März 2026 in der Golfregion eingetroffen, wie ein auf der Plattform X veröffentlichtes Statement des zuständigen Kommandos mitteilte. 3.500 (Angehörige) — An Bord der USS Tripoli befinden sich 3.500 Marine- und Marine-Corps-Angehörige Das Schiff führt zudem Transport- und Kampfflugzeuge mit. Seit Beginn des Krieges am 28. Februar seien 13 US-Soldaten getötet worden, darunter bei einem Flugzeugabsturz im Irak, einem Drohnenangriff auf den Hafen von Shuaiba in Kuwait und einem Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan in Saudi-Arabien, berichtete die „Washington Post“. Mehr als 300 Soldaten seien bei iranischen Vergeltungsschlägen in mindestens sieben Ländern des Nahen Ostens verletzt worden. Von Militäranalysten, die in der Berichterstattung zitiert werden, heißt es, ein Bodeneinsatz würde US-Truppen einem deutlich gefährlicheren Bedrohungsumfeld aussetzen als Luftoperationen, darunter iranischen Drohnen, Raketen, direkten Feuergefechten und improvisierten Sprengsätzen. Eine in der Berichterstattung zitierte Umfrage ergab, dass 62 (Prozent) — 62 Prozent der US-Bevölkerung den Einsatz von Bodentruppen in Iran ablehnen. Ein US-Beamter schätzte, die Sicherung der in Betracht gezogenen Ziele würde „Wochen, nicht Monate“ dauern, ein anderer nannte als möglichen Zeitraum „wenige Monate“.
Wichtige Ereignisse im US-Iran-Konflikt: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Marco Rubio — 72. sekretarz stanu Stanów Zjednoczonych i pełniący obowiązki doradcy ds. bezpieczeństwa narodowego
- Karoline Leavitt — 36. rzeczniczka Białego Domu
- Mohammad Bagher Ghalibaf — przewodniczący parlamentu Iranu i były oficer wojskowy
Sources: 47 articles
- Iran-Krieg: Die Huthis unterstützen den Iran mit Raketenangriffen (Handelsblatt)
- Iran-Krieg im Liveticker: +++ 16:00 Außenminister beraten in Pakistan +++ (N-tv)
- Naher Osten - Angriffe im Iran dauern an - Spekulationen über US-Bodeneinsatz (SRF News)
- Iran-Krieg im Liveticker: +++ 15:41 Bahrain verhängt Nachtfahrverbot für Schiffe +++ (N-tv)
- Iran wird Truppen "in Brand setzen": Ghalibaf warnt USA vor Bodenoffensive (Berliner Zeitung)
- Iran-Krieg im Liveticker: +++ 15:11 Iran meldet 35 Festnahmen in der Provinz Lorestan +++ (N-tv)
- Iran-Krieg im Liveticker: +++ 14:30 Golfstaaten melden weitere Angriffe +++ (N-tv)
- Iran: ++ "Unsere Raketen sind in Stellung" - Teheran warnt die USA vor möglicher Bodenoffensive ++ Liveticker - WELT (DIE WELT)
- Iran: Pentagon bereitet wochenlange Bodenoffensive im Iran vor (Handelsblatt)
- USA bereiten laut Bericht wochenlange Bodenoffensive vor (stern.de)