Bei israelischen Luftangriffen im Süden des Libanon sind am Samstag, dem 28. März 2026, drei Journalisten in einem klar gekennzeichneten Pressefahrzeug und neun Sanitäter bei fünf getrennten Angriffen getötet worden. Libanesische Regierungsvertreter und internationale Gesundheitsorganisationen sprachen von schweren Verstößen gegen den Schutz von Medienleuten und Rettungskräften im Krieg. Israel begründete einen der Angriffe mit dem Vorwurf, ein Reporter habe für die Hisbollah gearbeitet.

Drei Journalisten bei Angriff auf Pressefahrzeug getötet

Ali Shaib, Fatima Fatouni und Mohamed Fatouni kamen bei einem Angriff auf der Straße von Jezzine ums Leben. Eine vierte Person starb ebenfalls.

Israel erhebt schwere Vorwürfe gegen Reporter

Das Militär erklärte, Ali Shaib sei Teil einer Hisbollah-Geheimdiensteinheit gewesen. Die betroffenen Sender wiesen das zurück.

WHO meldet 51 getötete Gesundheitspersonal im März

Nach Angaben der WHO war der März 2026 der zweittödlichste Monat für Gesundheitspersonal im Libanon seit Beginn der Beobachtung im Oktober 2023.

Israels Luftangriffe im Süden des Libanon haben am Samstag, dem 28. März 2026, drei Journalisten getötet, die in einem klar gekennzeichneten Pressefahrzeug unterwegs waren. Bei fünf getrennten Angriffen kamen außerdem neun Sanitäter ums Leben. Libanesische Regierungsvertreter und internationale Gesundheitsbehörden reagierten mit scharfer Kritik.

Ali Shaib, ein Reporter von Al-Manar, sowie Fatima Fatouni und ihr Bruder Mohamed Fatouni, beide für Al Mayadeen tätig, wurden getötet, als vier Präzisionsraketen ihr Fahrzeug auf der Straße von Jezzine trafen, wie Al Mayadeen berichtete. Nach Angaben der libanesischen Nationalen Nachrichtenagentur starb bei demselben Angriff eine vierte Person. Als Sanitäter am Ort des Geschehens eintrafen, wurden auch sie beschossen; einer von ihnen wurde getötet, berichtete Al Jazeera.

Israels Militär bezeichnet getöteten Reporter als Hisbollah-Geheimdienstmitarbeiter Das israelische Militär bestätigte den Angriff und erklärte, Ali Shaib sei innerhalb einer Geheimdiensteinheit der Hisbollah-Radwan-Truppe eingesetzt gewesen. Er habe seine Presseausweise als Tarnung genutzt, um Truppenbewegungen Israels zu beobachten und Propaganda zu verbreiten. Weder Al-Manar noch Al Mayadeen akzeptierten diese Darstellung. Al-Manar beschrieb Shaib als einen seiner bekanntesten Kriegsberichterstatter, der seit Jahrzehnten israelische Angriffe auf den Libanon begleitet habe. Das israelische Militär erhebt immer wieder den Vorwurf, die von ihm in Libanon und im Gazastreifen getroffenen Journalisten stünden mit bewaffneten Gruppen in Verbindung. Medienfreiheitsorganisationen haben dieses Muster dokumentiert, ohne es als Rechtfertigung für tödliche Angriffe anzuerkennen. Al Mayadeen verteidigte Fatima Fatouni als Reporterin, die für eine präzise und objektive Berichterstattung bekannt gewesen sei, und verwies darauf, dass sie noch Anfang des Monats live über den Tod ihres eigenen Onkels und seiner Familie bei einem israelischen Angriff berichtet habe. Der Sender teilte mit, dass er mit den Tötungen vom Samstag nun sechs Journalisten seit Beginn der Feindseligkeiten verloren habe. Genannt wurden Farah Omar, Rabih Me'mari, Ghassan Najjar und Mohammad Reda als Opfer früherer Angriffe.

Libanons Präsident beruft sich auf Genfer Konventionen und nennt den Angriff ein „offenkundiges Verbrechen“ Der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte den Angriff aufs Schärfste und verwies auf die Genfer Konventionen von 1949 sowie auf UN-Sicherheitsratsresolution 1738 als Rechtsrahmen, die Journalisten in bewaffneten Konflikten ausdrücklich schützen. „ein offenkundiges Verbrechen, das gegen alle Normen und Verträge verstößt, nach denen Journalisten in bewaffneten Konflikten internationalen Schutz genießen” — Joseph Aoun via Al Jazeera Ministerpräsident Nawaf Salam, der seit Februar 2025 als 53. Premierminister des Libanon im Amt ist, bezeichnete den Angriff als eklatanten Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht. Aoun rief alle internationalen Stellen dazu auf, tätig zu werden, um die aus seiner Sicht andauernden Verletzungen auf libanesischem Gebiet zu beenden. Am Samstag versammelten sich in Beirut Dutzende Journalisten auf dem Märtyrerplatz, um gegen die Tötungen zu protestieren und in Solidarität mit ihren getöteten Kollegen zu marschieren, wie Rai News berichtete. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete, dass , während israelische Truppen weiter in Richtung Litani vorrückten.

WHO nennt den März den zweittödlichsten Monat für Gesundheitspersonal seit 2023 Die neun am Samstag getöteten Sanitäter waren in fünf libanesischen Dörfern im Einsatz, als sie bei der Versorgung Verletzter getroffen wurden, wie die WHO mitteilte. Fünf Helfer starben und zwei wurden in Zoutar al-Sharqiya verletzt, zwei weitere kamen in Kfar Tibnit ums Leben, wo drei andere verletzt wurden. Ein Sanitäter starb bei einem Angriff auf ein Gesundheitszentrum in Ghandouriyeh, ein weiterer in Jezzine in demselben Gebiet, in dem die Journalisten getötet wurden. Zwei weitere Menschen wurden in Kfar Dajjal verletzt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, die Zahl der getöteten Gesundheitspersonal in Libanon habe allein im März 2026 51 erreicht. „Der März war der zweittödlichste Monat für Gesundheitspersonal im Libanon, seit die WHO im Oktober 2023 mit der Beobachtung von Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen im Land begonnen hat” — Tedros Adhanom Ghebreyesus via eldiario.es Die Tötungen von Journalisten fügen sich in ein breiteres Muster ein, das vom Committee to Protect Journalists dokumentiert wird. Die Organisation erfasste 2025 weltweit 129 getötete Journalisten, so viele wie seit Beginn ihrer Datensammlung vor mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr. Israel war demnach für zwei Drittel dieser Todesfälle verantwortlich. Die Organisation erklärte außerdem, Israel habe nun mehr Journalisten getötet als jeder andere Staat in ihrer Erhebung.

Israel und die Hisbollah führten im Sommer 2006 einen großen Krieg, der mit der UN-Sicherheitsratsresolution 1701 endete. Diese schuf eine Waffenruhe und erweiterte die UN-Interimstruppe im Libanon. Ende 2024 begann eine neue und deutlich intensivere Phase der Kämpfe, bei der israelische Kräfte in den Süden des Libanon vorstießen. Die Hisbollah verlor ihren langjährigen Anführer Hassan Nasrallah im September 2024 bei einem israelischen Luftangriff in Beirut. Der aktuelle Konflikt, den das libanesische Gesundheitsministerium spätestens seit dem 2. März 2026 erfasst, hat nach Angaben der libanesischen Gesundheitsbehörden mehr als 1.142 Menschen getötet und mehr als 3.300 verletzt. Al Mayadeen berichtete im Oktober 2024 bereits über einen früheren israelischen Angriff auf die Wohnorte von Journalisten in Hasbaya, bei dem drei Menschen getötet wurden, darunter Fotografen von Al Mayadeen und Al-Manar.

Wichtige Ereignisse — getötete Journalisten und Helfer im Libanon, März 2026: — ; — ; —

51 (Gesundheitspersonal) — im März 2026 allein im Libanon getötet, nach Angaben der WHO

Mentioned People

  • Nawaf Salam — 53. premier Libanu od lutego 2025 roku
  • Joseph Aoun — 14. prezydent Libanu od 2025 roku
  • Tedros Adhanom Ghebreyesus — Dyrektor generalny Światowej Organizacji Zdrowia (WHO) od 2017 roku
  • Ali Shaib — Reporter Al-Manar zabity w ataku
  • Fatima Fatouni — Korespondentka Al Mayadeen zabita w ataku
  • Mohamed Fatouni — Operator kamery Al Mayadeen zabity w ataku

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